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First Pitch: Der April-Recap

Der erste Monat ist vollbracht und damit sind schon mehr als ein Fünftel der Saison absolviert. Heruntergebrochen auf eine normale Fußball Bundesligasaison befinden wir uns also gerade vor dem 8. Spieltag. Gewinnen kann man da natürlich noch nichts, verlieren aber schon eine ganze Menge. Schauen wir mal auf die Gewinner und Verlierer des Saisonstarts und die Spieler, die den Monat April geprägt haben.


Gewinner

New York Yankees (22-11, Platz 1 in der AL East)

Von der hochgehandelten AL East ist nach dem ersten Monat noch nicht viel zu sehen. Drei der fünf Teams stehen unter .500 und mit den Rays steht ausgerechnet das nominell schwächste Team mit 20-12 auf Platz 2. Das haben die Yankees genutzt und bereits einen beträchtlichen Vorsprung in den Standings herausgespielt. Mit +57 führt man die gesamte American League in der Rundifferenz an (zweitbestes Team ist Detroit mit +12), 53 Homeruns sind die meisten in der MLB und ein Team ERA von 3.01 ist ligaweit Spitze. Verantwortlich dafür ist vor allem Cam Schlittler, der sein angedeutetes Potential aus seiner Rookie-Saison bisher mehr als bestätigen kann und mit einem ERA von 1.51 derzeit auf Platz 2 liegt. Max Fried (2.09 ERA), Will Warren (2.39 ERA) und Ryan Weathers (3.31 ERA) ergänzen die dominante Rotation, die bald auch noch von Gerrit Cole verstärkt wird. Offensiv sticht neben Aaron Judge vor allem Ben Rice hervor, der mit einem OPS von 1.164 die gesamte Liga anführt. Mit diesem Start sind die Yankees in der Pole Position um den Division Lead, zumal alle anderen Teams mit Schwächen und Verletzungen zu kämpfen haben.


Athletics (17-16, Platz 1 in der AL West)

Meine Einschätzung zu den Athletics als Wild Card Kandidat waren optimistisch, aber bisher sind die A’s auch aufgrund schwächelnder Konkurrenz voll im Rennen. Das liegt mit Sicherheit nicht am Pitching, bei dem noch massiv Luft nach Oben ist. Dafür haben sich im Feld aber einige neue Leistungsträger herauskristallisiert. Catcher Shea Langeliers spielt bisher eine Saison auf AllStar Niveau, seine 45 Hits (gepaart mit 10 Homeruns) sind ligaweit Spitze. Neuzugang Jeff McNeil von den Mets ist eine Verstärkung für das Lineup und mit Carlos Cortes haben die Athletics den zurzeit heißesten Overperformer in ihrem Kader. Der 28-jährige hatte vor dieser Saison gerade mal 42 Major League Spiel in seiner Vita stehen, nach 26 Spielen in diesem Jahr steht er bei einem OPS+ von 200 und seine Baseball Savant Seite brennt lichterloh.

Besonders kurios: Cortes ist der erste und einzige Switch Fielder den es gibt: Spielt er im Outfield, benutzt er seinen linken Arm zum Werfen, spielt er im Infield, so wechselt er auf seinen rechten Arm.

Dazu kommt mit First Baseman Nick Kurtz ein Spieler, der diese Saison in 20 Spielen in Folge einen Walk ziehen konnte, eine Serie die ihm Platz 2 in der All-Time Rangliste neben Barry Bonds einbrachte. Man stelle sich nur vor, was dieses Team mit einem Mason Miller und weiterer Verstärkung im Starting Pitching leisten könnte. Die A’s haben vom schwachen Start der Astros und Mariners profitiert, aber dieses Team macht einfach Spaß und ich hoffe Sie können dieses Jahr bis zum Schluss um die Playoffs mitspielen.


Atlanta Braves (24-10, Platz 1 in der NL East)

Die Braves haben trotz der letzten zwei Jahren in denen man massiv unterperformte immer noch einen Kader, der gut genug für die Playoffs ist. Daher ist es nicht überraschend, dass sie die NL East anführen. Dass sie aber gleichzeitig mit einem Record von 24-10 das beste Team in der gesamten MLB sind, hatte wohl kaum einer auf dem Schirm. Das Lineup ist on Fire, das Starting Pitching liefert trotz einiger Fragezeichen ab und auch der Bullpen ist zuverlässig. Auf die beiden größten Rivalen Philadelphia und New York hat man bereits 10.5 bzw. 12.5 Siege Vorsprung.


Die NL Central

Wenn man den Pittsburgh Pirates Fans vor der Saison gesagt hätte, dass sie nach 34 Spieltagen bei 18-16 stehen, hätten sie wahrscheinlich unterschrieben. Wenn man ihnen dann erzählt hätte, dass sie mit dieser Bilanz auf dem letzten Platz in der Division stehen, wäre ungläubiges Kopfschütteln die Folge gewesen. Die Cubs sind zuhause quasi unschlagbar, die Reds sind 12-0 in Spielen mit 1 bzw. 2 Run Differenz und die Cardinals übertreffen zurzeit alle Erwartungen. Dazu ein solider Start der Brewers und Pirates und fertig ist die derzeit beste Division in der MLB. Ich gehe davon aus, dass die Cardinals und Reds merklich abkühlen werden, aber zurzeit ist noch völlig offen, wer diese Division gewinnen wird.


Verlierer

Boston Red Sox (13-20, Platz 5 in der AL East)

Die hohen Erwartungen an dieses Team konnten bisher noch nicht erfüllt werden, weshalb Manager Alex Cora und sein Coaching Staff entlassen wurden. Eine unschöne Schlammschlacht zwischen Spielern, Manager und General Management folgte, bei dem vor allem Executive Craig Breslow aus dem eigenen Lager einstecken musste. Noch ist es nicht zu spät das sinkende Schiff zu retten, gerade weil der letzte Wild Card Platz in der schwachen American League nur 3 Siege entfernt ist. Der Saisonstart hingegen wurde ordentlich in den Sand gesetzt


Houston Astros (13-21, Platz 4/5 in der AL West)

Beim langjährigen Playoffteilnehmer aus Texas läuft bisher noch so gar nichts zusammen. Das liegt vor allem am Pitching, welches ligaweit die schlechtesten Zahlen ausweist. Grund dafür ist neben dem Ausfall von Ace Hunter Brown auch die Verletzungen von Cristian Javier und Neuzugang Tatsuya Imai. Und so haben die Astros mit Yordan Alvarez (207 OPS+) zwar ein Monster im Lineup, aber niemanden, der Runs verhindern kann. Die Athletics auf Platz 1 sind zwar nur 4.5 Siege entfernt, aber der Trend bei Houston zeigt nach unten.


Philadelphia Phillies (13-20, Platz 4 in der NL East)

Das zweite Team neben den Red Sox, welches bereits den Manager gefeuert hat, sind die Phillies. Verantwortlich für den schlimmen Saisonstart war allem das schwache Starting Pitching von Spielern wie Jesus Luzardo, Aaron Nola oder Taijuan Walker. Mit mehr Spielzeit sollten sich die Zahlen aber stabilisieren und mit Zack Wheeler ist der konstanteste Starter der letzten 10 Jahre nach langer Verletzungspause wieder zurück. Das Lineup blieb ebenfalls zum Saisonstart kalt, der Formpfeil zeigt aber nach Oben und ich gehe davon aus, dass man zum Ende der Saison noch in das Playoff Rennen eingreifen wird können. Die Frage ist, ob die Hypothek zu diesem Zeitpunkt dann schon zu groß ist – wie schon eingangs erwähnt kann man nach 33 Spielen noch nichts gewinnen, aber einiges verlieren.


New York Mets (11-22, Platz 5 in der NL East)

Noch schlimmer als in Philadelphia sieht es beim Division Rivalen aus New York aus. Was hier passiert, macht mich sprachlos. Dabei ist das Problemkind Starting Rotation dieses Jahr ausnahmsweise nicht der Grund für die Implosion. Mit Nolan McLean, Freddy Peralta und Clay Holmes stehen zumindest an 3 Tagen Starter auf dem Hügel, die dir eine gute Chance auf einen Sieg geben. Das bringt aber alles nichts, wenn das komplette Lineup eiskalt ist und dazu auch noch zeitweise Verletzungen von Schlüsselspielern wie Juan Soto, Francisco Lindor, Luis Robert Jr. oder Jorge Polanco dazukommen. Geben wir dann noch einen Bullpen dazu, der in engen Spielen regelmäßig versagt, haben wir das Desaster der New York Mets 2026. Gefeuert wurde Manager Carlos Mendoza noch nicht, aber eigentlich kann es nicht mehr lange dauern. Gelingt nicht der sofortige Turnaround, spielen die Mets bereits im Juli um nichts mehr.


Players of Note

Mason Miller (Closer, San Diego Padres)

34 2/3 Innings. So lange dauerte es, bis Mason Miller mal wieder einen Run kassierte. Das ist die achtlängste Serie ohne kassierten Run seit 1961 und ein neuer Franchise Record für die San Diego Padres. Gebrochen wurde dieser Rekord übrigens nur aufgrund eines falschen Calls, als ein Umpire diesen Ball als „fair“ und nicht „foul“ einschätzte.

Miller ist zurzeit der beste Pitcher den es auf der Welt gibt. Wenn er im 9. Inning eingewechselt wird, ist das Spiel vorbei. Seine Savant-Seite ist einfach nur absurd.

Auch dank ihm stehen die Padres bei einer starken 19-13 Bilanz. Kommen Sie mit einer Führung aus dem 8. Inning, ist das Spiel gewonnen.


Mike Trout (Center Field, LA Angels)


Ich bin ehrlich, in meinen Augen war Mike Trout done. Die letzten Jahre waren geprägt von Verletzungen und auch wenn seine Zahlen am Ende immer noch mehr als solide waren, so sind sie nicht mehr ansatzweise mit seiner Prime zwischen 2012 und 2022 vergleichbar gewesen. Der Start in das Jahr 2026 hingegen zeigt, dass er vielleicht doch noch ein paar Tropfen im Tank hat. 10 Homeruns, ein OPS + von 176 (zuletzt 2022) und eine On Base Percentage von .431 (zuletzt 2021) sind willkommene Statistiken in einem leider einmal mehr vergessenswerten LA Angels Team.


Munetaka Murakami (First Base, Chicago White Sox)


Nicht Mike Trout. Nicht Aaron Judge. Nicht Yordan Alvarez. Nicht Matt Olson oder Kyle Schwarber führen die MLB in Homeruns an, nein. Es ist Munetaka Murakami, der Free Agent aus Japan, den 29 General Manager im Sommer nicht mit der Grillzange anfassen wollten. Nach 33 Spielen muss man festhalten: Die White Sox haben einen Star geholt. Der „Southside Samurai“ verkauft mehr Trikots als alle anderen Spieler im Team zusammen und schlug bisher 13 Homeruns. Die Strikeouts? Ja, die sind auch da (48, Platz 5 in der Liga). Aber gleichzeitig hat er auch ein unfassbar gutes Auge und ist ebenfalls Top 6 in Walks. Er ist die Verkörperung des True Three Outcome Spielers: Strikeout, Homer oder Walk, dazwischen gibt es nichts. Von seinen 27 Hits waren knapp die Hälfte Homeruns, davon aber kein einziges Double oder Triple. Bisher straft Murakami seine Kritiker also Lügen, mal sehen ob die Liga ihn im Verlaufe der Saison noch entschlüsseln kann.


Jordan Walker (Right Field, St. Louis Cardinals)


Eine Geschichte wie die von Jordan Walker sieht man äußerst selten. Bereits vor vier Jahren wurde er von den Cardinals in die Major League hochgezogen, damals als absolutes Ausnahmetalent angepriesen. Doch es folgte: Nichts… Walker spielte drei Saisons zwischen Triple A und Major League, sammelte über die Zeit negative (!) 2.6 WAR und schien ein „Bust“, wie er im Buche steht. Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass die Cardinals an ihm festhielten und er seine Karriere überhaupt noch fortsetzen konnte. Und dieses Jahr, in seinem insgesamt vierten Profijahr, scheint es Klick gemacht zu haben. Nach 32 Spielen steht er bei 10 Homeruns, in den 162 Spielen 2024 und 2025 gelangen ihm zusammengerechnet 11. Sein Savant-Profil von letzter Saison zu dieser Saison ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mit 2.2 WAR führt er die Liga an und er ist ein Hauptgrund, weshalb die Cardinals überraschend stark in die Saison starteten und zurzeit bei 20-13 stehen. Ich hatte ihn ehrlich gesagt schon längst abgeschrieben, aber er scheint doch noch die Kurve zu dem MVP-Kandidaten zu kriegen, die ihm Scouts damals prognostizierten.


Abschließend noch ein paar Worte zu den zwei Teams, die ich bisher am intensivsten verfolge:

Die Chicago White Sox spielen .500er Ball und ganz ehrlich? Ich glaube die könnten die Kurve schneller kriegen, als man denkt. Murakami hat, sollte man ihn nicht traden, zumindest noch bis nächstes Jahr Vertrag. Mit Noah Schultz hat man ein Top Pitching Prospect hochgezogen, der in seinen ersten Starts das hält, was man sich von ihm verspricht (ein Randy Johnson Klon). Mit Colson Montgomery besitzt man einen potentiellen MVP Kandidaten, über den noch kein Mensch spricht, weil er in Chicago so unter dem Radar läuft. Seitdem er letztes Jahr sein Debüt gab, liegt er unter den Shortstops ligaweit auf folgendem Rang: Homeruns (1.), RBI (1.), Slugging (1.), OPS (5.), wRC+ (5.), WAR (3.). Auch defensiv zählt er laut den Advanced Metrics zu den absolut besten Shortstops der Liga. Mit Sam Antonacci (LF/2B) und Chase Meidroth (2B) hat man zwei unterhaltsame Rookies im Lineup, die so aussehen, als ob sie solide Contributor in der Zukunft werden können. Mit Kyle Teel steht zudem ein sehr talentierter Catcher bereit, der zurzeit noch verletzt ist, in seinem Rookie Jahr 2025 aber mit starken Leistungen glänzen konnte.

Wenn in der Offseason 2027 investiert wird, kann hier nächstes Jahr schon ein Playoff Contender entstehen.


Die Pittsburgh Pirates haben sich in der Offseason gut verstärkt. Brandon Lowe und Ryan O’Hearn führen dieses Team offensiv an, dazu zeigt Nick Gonzales sehr gute At-Bats und auch der hochgepriesene Rookie Shortstop Konnor Griffin kommt langsam in Fahrt. Verrückterweise ist ausgerechnet die Rotation der Grund, weshalb die Pirates zurzeit „nur“ bei 18-16 stehen. Paul Skenes hat immer mal wieder Aussetzer und Bubba Chandler kämpft mit seiner Kontrolle, seine 20 Walks führen die Liga an. Zwar ist die Leistung insgesamt immer noch sehr solide, aber bis auf Mitch Keller schafft es keiner der Jungs, auch mal länger ins Spiel zu pitchen. Dadurch wird der Bullpen extrem strapaziert. 138.1 Innings Pitched sind meisten für ein Team mit Winning Record. Gerade zu Beginn der Saison verlor man so einige Spiele. Ansonsten ist die Run Differenz mit +30 aber positiv, der sich daraus ergebende Pythagorean Record ist mit 20-14 Top 5 hinter den Dodgers, Braves, Yankees und Brewers. Kurz gesagt: Die Leistung war sehr gut, die Ergebnisse hinken noch etwas hinterher. Die sehr starke NL Central macht natürlich zusätzlich zu schaffen, aber bisher kann man mit dem Saisonverlauf zufrieden sein.

Die beste Rookie-Class aller Zeiten?

Andrew Painter. Foto: Bryan Green

Die erste Woche ist rum und auch wenn es ein paar positive (die Marlins sind 5-1) und negative (die Red Sox sind 1-5) Überraschungen gab, so lässt sich an den Standings natürlich noch keine Tendenz ablesen.
Was sich aber andeutet: Das könnte eine historisch gute Rookie Class werden. Von der MLB.com Seite gibt es folgende Statistik für die Rookies in den ersten drei Spielen:

  • 15 home runs, the most in any season since 1900
  • 1.008 OPS, the highest since 1900
  • .622 slugging percentage, highest since 1900
  • .308 batting average, third-best since 1900, trailing 1938 (.316) and .1968 (.312)

und das sind nur die Offensivspieler – auch bei den Pitchern gibt es einige vielversprechende Auftritte. Es fühlt sich auf jeden Fall so an, als ob dieses Jahr eine besonders hohe Anzahl potentieller Stars in ihrer Rookie Saison spielen. Hier ein paar Namen, die man diesbezüglich auf dem Zettel haben sollte:


Batter

Kevin McGonigle

21 Jahre, Shortstop, Detroit Tigers

Vor der Saison belegte McGoingle den ersten Platz bei den Buchmachern beim Rennen um den Titel als Rookie des Jahres und seine Chancen haben sich nach der ersten Woche bestimmt nicht verschlechtert. Gleich in seinem ersten MLB Spiel gelangen ihm vier Hits, dazu beeindruckt er mit einem für Rookies untypisch abgeklärten Approach. Gegen die Padres gelang ihm beim Stand von 2-2 im 8. Inning mit Bases Loaded und zwei Aus ein grandioses 10 Pitch Battle mit Wandy Peralta, an dessen Ende er mit einem Linedrive ins Outfield die 4-2 Führung besorgte. Im gleichen Spiel sorgte nur ein spektakulärer Catch von Jackson Merrill dafür, dass er bisher weiter auf seinen ersten Karriere Homerun wartet.

Wenn er weiter so performt, kann er das fehlende Puzzleteil für einen World Series Push der Tigers sein und auf lange Frist ein Franchise Cornerstone in Detroit werden.

Chase deLauter

24 Jahre, Outfield, Cleveland Guardinas

deLauter gab letztes Jahr in der Wild Card Runde gegen die Tigers sein Debüt für die Guardians, wo er gleich im ersten Inning einen Flyball in der Sonne verlor und somit ein äußerst unglücklichen ersten Eindruck hinterließ. Diesen konnte er in seinem Saisondebüt vergessen machen, denn er homerte am Opening Day gleich zweifach. Damit aber nicht genug, denn auch in Spiel 2 und 3 gelang ihm ein Homerun, wodurch er mit 4 Homeruns auf Platz 2 der American League liegt. Das brachte ihm die Ehrung als Player of the Week ein, die er fürs erste nicht verteidigen kann: Gegen die Dodgers foulte er sich einen Ball an den eigenen Fuß, den er sich in seiner Laufbahn bereits zweimal brach. Die Untersuchungen blieben zwar negativ, dennoch wird er erstmal ein paar Tage pausieren. Wenn er sich wirklich als Power-Bat etablieren kann, wäre das ein großer Gewinn für die Guardians, die seit jeher ihren starken Pitching Staff nicht adäquat mit einem guten Lineup komplementieren können.

Munetaka Murakami

26 Jahre, First Base/DH, Chicago White Sox

Über Murakami wurde im Zuge seines Transfers nach Amerika sehr viel spekuliert. Die Power ist ohne Zweifel vorhanden, doch wie sieht es mit der Strikeout Rate aus, gerade wenn er in Amerika mehr Pitcher mit 95+mph sehen wird? Seine Kritiker konnte er mit 9 Strikeouts bisher noch nicht befriedigen, aber immerhin stehen dem auch 4 Walks und 3 Homeruns entgegen. Das addiert sich trotz eines Batting Averages von .238 immerhin auf ein OPS+ von 199 auf. Sicher wird man mehr über seine Stärken und Schwächen erfahren je länger die Saison dauert, aber das Potential für 30+ Homeruns ist da.

Kazuma Okamoto

29 Jahre, Third Base / First Base, Toronto Blue Jays

Okamotos Verpflichtung verlief ein wenig unter dem Radar, doch sein erster Eindruck ist äußerst positiv und es deutet sich an, dass er das Loch von Bo Bichettes Abgang nach New York schließen kann. In all seinen 6 Spielen gelang ihm ein Hit, dazu zwei Homeruns. Zwar wurde er bisher auch 11 Mal per Strikeout zurück ins Dugout geschickt, aber alle advanced Metrics sind vorsichtig optimistisch, dass Okamoto eine Verstärkung für die Blue Jays werden kann.

Carter Jensen

22 Jahre, Catcher, Kansas City Royals

Fairerweise ist Jensen der erste Spieler in dieser Liste, der einen ziemlich schlechten Start hinlegte. Dennoch sind die Experten durch die Bank weg überzeugt, dass Jensen der Nachfolger von Salvador Perez werden wird. Dafür spricht vor allem sein extrem guter Bat-Speed, der langfristig zu hohen Exit-Velos und damit zu vielen Homeruns und Extra-Basehits führen wird. Bereits letztes Jahr konnte er das mit 6 Doubles und 3 Homeruns in 60 At Bats beweisen. Die Royals benötigen dringend Verstärkung für das Lineup im Kampf um die Playoffs und Jensen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Konnor Griffin

19 Jahre, Shortstop, Pittsburgh Pirates

Seit Mike Trout wird kein Talent so sehr gehyped, wie er. Griffin wird als No-Doubt Superstar gehandelt und da ist es nur folgerichtig, dass er einen neuen Rekord aufstellt: Gestern sickerte durch, dass sich die Pirates mit Griffin auf eine Vertragsverlängerung über 9 Jahre und $140m geeinigt haben. Noch nie hat es einen derart hohen und langen Vertrag für einen Spieler gegeben, der keinen einzigen Einsatz in der MLB absolvierte.
Doch das ändert sich jetzt. Mit der Unterzeichnung des Vertrags wird Griffin in den Major League Kader geholt, absolviert heute um 22:12 Uhr sein erstes Spiel gegen die Baltimore Orioles und läutet damit eine neue Ära in Pittsburgh ein.

Sal Stewart

22 Jahre, First Base und Third Base, Cincinnati Reds

Stewart wurde bereits letztes Jahr für 18 Spiele hochgezogen und zeigte dabei beeindruckende Leistungen, unter anderem mit 5 Homeruns. Diese Saison startete er im Major League Kader und macht genau da weiter, wo er aufgehört hat: 6 Spiele, 9 Hits, 3 Doubles, 2 Homeruns, 7 Walks und nur 3 Strikeouts. Das brachte ihm die Auszeichnung als Spieler der Woche in der National League ein. Stewart könnte der Star werden, den die Reds neben Elly de la Cruz so dringend benötigen, um ein ernster Contender zu werden.

JJ Wetherholt

23 Jahre, Second Base, St. Louis Cardinals

Homerun im ersten Profispiel? Check
Walkoff Hit? Check
Batting Leadoff? Check
JJ Wetherholt nimmt in seinem ersten Profijahr alles mit, was geht. In einer Saison, in der die Cardinals nicht viel zu lachen haben werden, ist er ein Lichtblick für die Zukunft. Zusammen mit Masyn Winn wird er langfristig die Achse im Middle Infield der Redbirds bilden.

Owen Caissie

23 Jahre, Outfield, Miami Marlins

Eingeklemmt hinter Pete Crow-Armstrong, Ian Happ und Seiya Suzuki war Caissie bei den Cubs im Outfield entbehrlich. Das kam den Marlins ganz recht, die ihn im Gegenzug für den etablierten Starter Edward Cabrera aus Chicago holten. Der starke Start der Marlins mit 5 Siegen ist auch ein Verdienst von Caissie, der bisher 8 RBI sammelte und dazu einen Walkoff Homerun schlug.

Justin Crawford

22 Jahre, Outfield, Philadelphia Phillies

Carl Crawfords Sohn gilt nicht als das High-End Talent, aber die Kombination aus seinen Tools und der Schwäche der Phillies im Outfield gibt ihm eine gute Chance, das Team vom Start weg zu verstärken. Crawford gilt als einer der schnellsten Spieler, der dazu viel Kontakt an der Platte macht und somit viel auf Base kommt. Seine Schnelligkeit sollte ihm langfristig die Möglichkeit eröffnen, das Center Field bei den Phillies zu besetzen und sein Hit Tool kann das Power-Heavy Lineup der Phillies gut ergänzen. Auch er konnte wie viele seiner Rookie Kollegen bereits seinen ersten Walkoff-Hit landen.


Pitcher

Connelly Early

24 Jahre, Left Hander, Boston Red Sox

Dass die Red Sox 2026 als Contender gehandelt wurden, liegt auch an der Pitching Rotation, die neben Garret Crochet und Ranger Suarez auch von Connelly Early gebildet wird. Schon letzte Saison durfte er 4 Starts bestreiten und überzeugte dabei mit einem ERA von 2.33. Sein erstes Spiel in der neuen Saison verlief ebenfalls gut: 5.1 IP, 6 Strikeouts, 1 zugelassener Run.
Bereits letztes Jahr pitchte er im entscheidenden Wild Card Spiel gegen die Yankees und wenn er seine Leistungen bestätigt, werden wir ihn auch dieses Jahr in den Playoffs sehen.

Nolan McLean

24 Jahre, Right Hander, New York Mets

Wie Early durfte auch McLean im letzten Jahr schon erste Erfahrungen sammeln. Mit 48 gepitchten Innings blieb er dabei knapp unter der Rookie-Grenze, sodass er dieses Jahr berechtigt wäre, als Rookie des Jahres ausgezeichnet zu werden. Dass er dafür realistische Chancen hat, zeigte er nicht zuletzt mit seinem 2.06 ERA in 8 Starts für die Mets im Jahr 2025. Diese Leistungen brachten ihn sogar in die Nationalmannschaft der USA, wo er als Starting Pitcher im Finale des World Baseball Classic auflaufen durfte. McLean hat unglaublichen Strikeout-Stuff und wenn er den halbwegs platzieren kann, haben die Mets hier ein Ace in ihrer Rotation, was gerade angesichts des schwachen Starting Pitchings letztes Jahr begrüßenswert wäre.

Trey Yesavage

22 Jahre, Right Hander, Toronto Blue Jays

Von allen Rookies ist Yesavage der bekannteste Spieler auf dieser Liste, weil er ein integraler Bestandteil der Blue Jays in der Postseason 2025 war. Dass er dabei erst 3 Spiele in der regulären Saison pitchte, fällt gerne hinten runter. Sieht man was er letztes Jahr gegen die Crème de la Crème geleistet hat, muss man nicht viel Fantasie haben, um ihm das Potential für eine große Karriere zu bescheinigen: Zweitjüngster Spieler der Game 1 der World Series startete, 7 Innings und 12 Strikeouts in Spiel 5 der World Series, 39 Strikeouts in der Postseason (Rookie Rekord), 5.1 hitless Innings gegen die Yankees mit 11 Strikeouts, kurzum: Die Gegner haben von seinem hohen Armslot Albträume bekommen. Zwar startet Yesavage die Saison 2026 auf der IL, aber auch er kann ein Gesicht der neuen Generation in der MLB werden.

Cam Schlittler

25 Jahre, Right Hander, New York Yankees

Wir bleiben in der AL East und auch wenn Cam Schlittler streng genommen kein Rookie mehr ist, weil er dafür 23 Innings zu viel gepitcht hat, so ist auch er in seinem zweiten Jahr und hat letztes Jahr in der Postseason für Aufruhr gesorgt, als er die Red Sox im entscheidenden Spiel der Wild Card Series über 8 Innings bei 5 Hits, 0 Walks und 0 Runs bei 12 Strikeouts hielt. Mit seinem Fastball über 100mph nimmt er das Momentum gleich mit in dieses Jahr: In seinen ersten beiden Starts ließ er noch keinen einzigen Run und lediglich 3 Hits bei keinem Walk zu. Kurz gesagt: Kein anderer Spieler in der MLB war in seinen ersten beiden Starts so gut wie Schlittler und wenn er das Niveau bestätigen kann, haben die Yankees sehr gute Chancen, den #1 Seed in der American League zu belegen.

Andrew Painter

22 Jahre, Right Hander, Philadelphia Phillies

Endlich ist er angekommen: Schon lange galt Painter als Top Prospect, doch Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. So weit, dass er zwischendurch fast schon abgeschrieben wurde, doch mit dem Abgang von Ranger Suarez wurde bei den Phillies ein Spot in der Rotation frei und den konnte sich Painter in der Preseason verdienen. In seinem ersten Start seiner Laufbahn gegen die Nationals zeigte er dann auch gleich mal, weshalb er lange Zeit als neues Ace der Phillies gehandelt wurde: 5.1 Innings Pitched, 4 Hits, 1 Run, 8 Strikeouts und am Ende der erste „Win“ beim 3-2 Sieg Philadelphias, dazu Standing Ovations von den Fans. Der Start ist geglückt und wenn Philadelphia dieses Jahr in die Playoffs kommt, dann wahrscheinlich auch, weil Painter eine starke Rookie Saison hinlegt.

Bubba Chandler

23 Jahre, Right Hander, Pittsburgh Pirates

Neben Konnor Griffin gibt es für die Pirates einen weiteren Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen: Bubba Chandler ist das Top Pitching Prospect der MLB. Grund dafür ist sein 99mph Fastball, der an die 102mph erreicht und den er mit einem Changeup, Slider und Curveball kombiniert. Der Stuff ist da, wenn er noch mehr Konstanz in seine Genauigkeit bekommt, stünde seinem Weg als Star nur noch eine Verletzung am Ellenbogen im Weg. In seinem ersten Start 2026 gegen die Cincinnati Reds legte er gleich mal eine Statline auf, die es so noch nie gegeben hat: 4.1 Innings Pitched. 0 Hits. 0 Runs. 6 Strikeouts. Aber auch 6 Walks. Ein Spiel mit dem Feuer, welches schnell nach hinten losgehen kann. Damit hat er in diesem einen Spiel bereits mehr Base on Balls geworfen, als in seinen gesamten 31.1 Innings in der Vorsaison (4). Mal sehen, ob das Ausnahme bleibt, oder Trend wird. Wenn er abruft was in ihm steckt, haben die Pirates einen zweiten Starpitcher neben Skenes und realistische Chancen, auf einen Platz in der Postseason.

MLB Preview – Saison 2026

Regeln

Die größte Regeländerung für die neue Saison betrifft das sogenannte ABS. Anders als beim Auto handelt es sich hier nicht um ein Antiblockiersystem, sondern um das automated Balls and Strike Challenge System. Getestet wurde dies seit 2022 in den Minor Leagues und im Jahr 2026 ist das System ausgereift genug, um in der Major League eingesetzt zu werden. Dabei haben beide Teams zwei Challenges, um eine Strike/Ball Entscheidung des Umpires zu challengen. Beantragen dürfen die Challenge nur der Catcher, Pitcher oder Batter und niemand sonst. Ist die Challenge erfolgreich, zählt sie nicht gegen das Kontingent. Um zu challengen, muss innerhalb von zwei Sekunden mit der Handfläche auf den Kopf geklopft werden, anschließend bekommt der Umpire die korrekte Entscheidung mitgeteilt und eine entsprechende Animation wird für den Zuschauer eingespielt.

Sonstiges

Die Tampa Bay Rays kehren in das Tropicana Field zurück, welches letztes Jahr nach verheerenden Schäden von Hurricane Milton renoviert werden musste. Die Athletics spielen das zweite Jahr in Folge in einem Triple-A Ballpark in Sacramento, bevor 2028 der Umzug nach Las Vegas komplettiert werden soll.

Tier 7 – Bottom Feeder

Colorado Rockies

Letztes Jahr: Tier 7
Record: 43-119
Over/Under: 54.5

119 Niederlagen. Nur drei Teams seit dem Jahr 1900 haben mehr Spiele verloren, als die 2025er Colorado Rockies. Die Franchise ist ein einziges Trauerspiel, als Konsequenz wurde die Führungsetage ausgetauscht und die Struktur im Scouting und der Spielerentwicklung verändert. Ob es was bringt? Fans in Denver werden jedenfalls noch einige Zeit damit leben müssen, der Bodensatz der Liga zu sein, denn auch das Farmsystem sieht nicht sehr rosig aus. Harte Jahre stehen bevor.

Tipp: Under

St. Louis Cardinals

Letztes Jahr: Tier 6
Record: 78-84
Over/Under: 69.5

Nach einer weiteren durchschnittlichen Saison hat man in St. Louis den Stecker gezogen und mit Wilson Contreras, Sonny Gray, Nolan Arenado und Brendan Donovan sein Tafelsilber verkauft. Das Opening Day Lineup wird wahrscheinlich bei 8 von 9 Positionen aus selber gedrafteten Spielern bestehen. Dabei hat man durchaus solide Hitter in den eigenen Reihen und mit Masyn Winn einen jungen, sehr talentierten Shortstop. Mit JJ Wetherholt wird zudem ein Top Prospect an der zweiten Base übernehmen. Dennoch sind sie für mich das schwächste Team in einer Division mit den Pirates, Reds, Brewers und Cubs und werden dieses Jahr auch aufgrund des schlechten Pitchings nicht viele Siege holen.

Tipp: Under

Washington Nationals

Letztes Jahr: Tier 5
Record: 66-96
Over/Under: 65.5

Die letzten 6 Jahre seit dem World Series Titel sind ein einziger Albtraum für die Nationals. Der erste Rebuild nach dem Trade von Juan Soto wurde komplett in den Sand gesetzt – kurioserweise aber nicht wegen des Gegenwertes, denn mit James Wood hat man einen Spieler mit All-Star Potential zurückbekommen. Das Problem liegt eher im eigenen Scouting und Development. Die Liste an 1st Round Picks in den letzten Jahren liest sich gruselig: Cade Cavalli (#22), Brady House (#11), Elijah Green (#5), Dylan Crews (#2), Seaver King (#10). Keiner dieses Spieler konnte bisher sein Versprechen halten. Gerade Crews machte Schlagzeilen, da er kurz vor Saisonbeginn in die Minor Leagues geschoben wurde und im hochgelobten 2023er Draft gezogen wurde. An 3,4 und 5 wurden ebenfalls Outfielder gepickt (Max Clark, Wyatt Langford, Walker Jenkins) die auch 2026 noch allesamt hoch im Kurs stehen. In dieser Offseason hat man jetzt erneut den roten Knopf gedrückt und mit MacKenzie Gore und Jose Ferrer zwei der besseren Spieler getradet. Es wird eine harte Saison und im Vergleich zu ihrer Vorsaison mit 66 Siegen haben sie sich sogar noch verschlechtert.

Tipp: Under

Chicago White Sox

Letztes Jahr: Tier 7
Record: 60-102
Over/Under: 67.5

Es fühlt sich ganz komisch an, aber ich bin irgendwie… ein wenig gehyped auf die White Sox? Fakt ist, im Gegensatz zu den anderen Teams in diesem Tier ist das tiefste Tal schon durchschritten. Die White Sox konnten letztes Jahr einige junge Top 100 Prospects in die Major League befördern und haben dahinter trotzdem zahlreiche weitere Talente in den Ranglisten platziert. Dazu haben sie mit Munetaka Murakami einen Slugger aus Japan verpflichtet, der zwar astronomische Strikeoutraten hat, den Ball aber auch einmal quer durch die Stadt bis in den Ballpark der Cubs schlagen kann. An Murakami scheiden sich die Geister und es wird sehr spannend sein zu sehen, ob er in der MLB scheitert oder zu einem Star (und damit auch zu einem Trade Chip) werden kann. Ebenfalls erwähnenswert: Die White Sox haben den #1 Pick im diesjährigen Draft, wo mit Roch Cholowsky ein klarer 1-1 Pick und potentieller Franchise Player wartet. Ich glaube die Southside wird dieses Jahr Fortschritte machen und nächstes Jahr zwei Tiers nach oben klettern.

Tipp: Over


Tier 6 – Going Nowhere

Los Angeles Angels

Letztes Jahr: Tier 6
Record: 72-90
Over/Under: 70.5

Für die Saisonvorschau der Angels kann man wirklich jedes Jahr einfach Copy+Paste ausführen. Ein höchst durchschnittliches Team, das seine Talente stets viel zu früh in die Major Leagues hochzieht und somit Jahr für Jahr ohne nennenswertes Farmsystem am Ende der AL West herumkrebst. Sie geben mir auch diese Saison keinen Grund, an dieser Formel zu zweifeln.

Tipp: Under

Minnesota Twins

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 70-92
Over/Under: 72.5

Mit einem kontroversen Firesale zur Deadline haben die Twins letztes Jahr einiges an Substanz abgegeben. Zwar schlummern mit Byron Buxton oder Joe Ryan weiterhin All-Star Kaliber im Kader, insgesamt löst dieses Team aber absolut nichts in mir aus. Das war ehrlicherweise auch die letzten Jahre schon so, dieses Jahr schätze ich aber vor allem die Tigers, Royals und White Sox in der Division als klar verbessert ein, sodass für die Twins nicht mehr viele Wins übrig bleiben. Vielleicht kommen sie knapp über die 72.5 Siege, aber spätestens danach muss etwas grundlegend ändern, denn zurzeit schifft die Franchise zielsicher ins nirgendwo.

Tipp: Over

Tampa Bay Rays

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 77-85
Over/Under: 77.5

Eine gewagte und fast schon fiese Platzierung in diesem Tier für die Rays, daher vorweg: Sie sind klar besser aufgestellt als die Angels oder Twins. Sie spielen aber auch einmal mehr in der AL East, der härtesten Division der MLB. Mit den Blue Jays, Yankees, Red Sox und Orioles gibt es gleich vier Teams, die sich Hoffnung auf die World Series machen. Da fallen die Rays doch deutlich ab. Mit Junior Caminero auf der dritten Base haben sie immerhin einen jungen Superstar, der dieses Jahr einige MVP Votes bekommen sollte. Abgesehen davon werden die Rays mit ihrer Pitching Magic auch wieder einige Siege holen, aber unter dem Strich ist Tampa Bay das schwächste Team in der Division und das Farmsystem ist nicht mehr so prall mit Top-End Talent gefüllt wie zuletzt. Da das Team traditionell keine Splashes in der Free Agency landet, befindet man sich zurzeit ein wenig im Niemandsland.

Tipp: Over


Tier 5 – Rebuild mit Fragezeichen

Miami Marlins

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 77-85
Over/Under: 77.5

Die Marlins gehören zu den positiven Überraschungen der Vorsaison. Ich hatte sie eher auf dem Niveau der Rockies erwartet und die GM-Umfrage von The Athletic mit der Frage „Nennen Sie drei Spieler im Lineup der Marlins“ entwickelte sich schon zum Running Gag. Trotz der pessimistischen Vorhersagen erreichten die Fische in einer Division mit den Mets, Phillies und Braves respektable 77 Siege und man hatte mitunter das Gefühl, dass sich da wirklich ein Team gefunden hat, das zusammenhält und richtig Spaß hat. Im Lineup ist kein Spieler älter als 28 Jahre, die Payroll ist mit $73m zudem die niedrigste der gesamten Liga. Fraglich ist allerdings das Pitching, mit Edward Cabrera haben die Marlins ihren besten Starter an die Cubs im Tausch gegen den talentierten Owen Caissie (OF) abgegeben. Miami ist zwar traditionell stark in der Entwicklung von Pitchern, aber ich glaube, sie werden ihr Vorjahresergebnis nicht verbessern können.

Tipp: Under

Cincinnati Reds

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 83-79
Over/Under: 80.5

Quo Vadis, Cincinnati? Vor wenigen Jahren sah es noch nach einer rosigen Zukunft als Powerhouse in der eher schwachen NL Central aus. Davon ist nicht mehr allzu viel geblieben. Die Leistungen der zahlreichen Toptalente schwankte zu sehr und der Absprung zu einem ernsten Contender wollte nicht so richtig gelingen. Zwar erreichte man 2025 immerhin die Wild Card Runde, doch der erste Sieg in den Playoffs seit 2012 wollte gegen die Dodgers nicht gelingen. Für dieses Jahr hat man sich mit Eugenio Suárez von den Mariners verstärkt, der mehr Power in das Lineup bringen soll. Warum ich dennoch eher negativ gestimmt bin: Mit Hunter Greene fällt ihr mit Abstand bester Pitcher mindestens die erste Saisonhälfte aus und die Pittsburgh Pirates haben sich deutlich verbessert. Somit bräuchte es Breakout Seasons von mehreren Spielern, damit die Reds eine ernste Chance auf die Postseason haben. Das sehe ich zurzeit nicht, aber der Kader ist gut genug, um in den nächsten Jahren mit den richtigen Moves weiter oben anzugreifen.

Tipp: Under


Tier 4 – Fringe Wild Card Contender

San Francisco Giants

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 81-81
Over/Under: 80.5

Damit sind wir im Tier der .500er angekommen. Teams in diesem Bereich würde ich nicht unbedingt in die Playoffs tippen, mit einem starken Run oder einem großen Trade haben diese Franchises aber durchaus die Möglichkeit, im Wild Card Rennen mitzumischen. Den Anfang machen die San Francisco Giants, dem Prototyp eines grundsoliden Teams ohne Ausreißer nach unten oder oben. Mit der Verpflichtung von Willy Adames und Rafael Devers machte man letztes Jahr Schlagzeichen. Ganz so groß sind die Fische die man diese Offseason an Land gezogen hat nicht, aber mit Harrison Bader holte man einen extrem defensivstarken Centerfielder ins Team und das Lineup wird mit Contact-King Luis Arraez verstärkt. Wird das ausreichen um die Playoffs zu erreichen? Ich denke nicht, aber eine Winning Season ist absolut drin.

Tipp: Over

Arizona Diamondbacks

Letztes Jahr: Tier 2
Record: 80-82
Over/Under: 79.5

Trotz hoher Erwartungen verlief die letzte Saison für die Diamondbacks sehr enttäuschend. Zwei Jahre nach dem Erreichen der World Series mit einer sehr jungen Mannschaft landete man in der Division nur auf Platz 4. Damit das nicht erneut passiert, holte man sich unter anderem mit Merrill Kelly einen Starter aus der World Series Mannschaft zurück in die Mannschaft. Mit Nolan Arenado, Carlos Santana oder James McCann sicherte man sich zudem viel Erfahrung, allerdings sind das alles auch Namen, die schon weit über ihren Zenit sind. So bleibt mit Corbin Carroll, Ketel Marte und Geraldo Perdomo ein Kern an Top 40 Spielern, der darüber hinaus aber mehr Unterstützung benötigen könnte. Mit ein paar guten Moves könnten die Klapperschlangen im Wild Card Rennen angreifen, aber zurzeit reicht das noch nicht.

Tipp: Over

San Diego Padres

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 90-72
Over/Under: 83.5

Kaum ein Team hat in der Offseason so viel Substanz verloren wie die Padres. Das ist umso ärgerlicher, weil man letztes Jahr fast die Dodgers vom Thron der NL West gestoßen hätte. Mit Dylan Cease, Reliever Robert Suarez, Luis Arraez und Ryan O’Hearn verlassen den Club in allen drei Mannschaftsteilen gute Spieler, gleichwertigen Ersatz gibt es erstmal nicht. Das Lineup ist mit Tatis, Merrill oder Machado weiterhin gut bestückt und der Bullpen zählt auch ohne Suarez zum Prunkstück der Padres, schwierig wird es aber beim Starting Pitching, wo man neben Michael King und Nick Pivetta kaum solide Leute hat. Für den Opening Day sagt Fangraphs eine Starting Rotation mit German Marquez und Walker Buehler voraus, was für einen Playoff Contender eigentlich ein No-Go sein sollte. Mit Joe Musgrove und Griffin Canning kommen im Laufe des Jahres noch zwei Starter zurück, aber hier ist ungewiss, ob beide an ihr altes Leistungsniveau anknüpfen können. Da das Farmsystem von den wilden Deadlines der letzten Jahre komplett leergefegt ist, kann man von dieser Seite auch keine Hilfe erwarten. Ich denke die Padres werden dieses Jahr die Playoffs verpassen.

Tipp: Under

Pittsburgh Pirates

Letztes Jahr: Tier 5
Record: 71-91
Over/Under: 78.5

Weißer Rauch steigt aus dem PNC Park auf. Pittsburgh hat nach Jahren des Dahinsiechens wieder einen Heilsbringer und neue Hoffnung. Neben Pitching Gott Paul Skenes befindet sich mit Konnor Griffin das klare 1-1 Prospect der MLB in den eigenen Reihen. Mit 19 Jahren ist Griffin zwar noch blutjung und die Saison wird er noch in den Minor Leagues starten, aber auf lange Sicht haben die Pirates einen Franchise Player. Neben dem besten Position Prospect hat man am Allegheny mit Bubba Chandler gleichzeitig das am höchsten bewertete Pitching Talent, welches dieses Jahr in der Rotation durchbrechen soll. Flankiert werden die beiden Youngster von mehreren Verpflichtungen in der Offseason: Brandon Lowe kam aus Tampa Bay, Marcell Ozuna und Ryan O’Hearn als Free Agents. Das sind drei überdurchschnittliche Offensivspieler für ein dringend benötigtes Upgrade im wahrscheinlich schlechtesten Lineup der Saison 2025. Zwar wird darunter die ohnehin schon nicht gute Defensive weiter leiden, aber man darf sich berechtigte Hoffnung machen, dass die Pirates eine grundsolide Mannschaft sind, die mehr Siege als Niederlagen holen könnten. Ob es für eine Wild Card reicht? Wahrscheinlich noch nicht, spätestens nächstes Jahr ist mit den Buccos aber zu rechnen.

Tipp: Over

Athletics

Letztes Jahr: Tier 5
Record: 76-86
Over/Under: 75.5

Vielleicht wären die Athletics besser im Tier 5 aufgehoben, aber ich schiebe den Hype Train hiermit offiziell auf die Schiene und sage: Die A’s are back. Zumindest mal als eines der unterhaltsamsten und spannendsten Teams in der Liga. Der junge Core aus Nick Kurtz, Tyler Soderstrom, Jacob Wilson und Lawrence Butler macht Spaß, Denzel Clarke wird uns wieder mit diversen absurden Outfield Catches und Home Run Robberys unterhalten und mit Shea Langeliers, Jeff McNeil und Brent Rooker hat man schlagkräftige Veteranen im Lineup. Das Lineup schaut wirklich vielversprechend aus, wären da nicht die zahlreichen Fragezeichen beim Pitching. Mit Lucas Erceg und Mason Miller hat man letztes Jahr zwei Waffen aus dem Bullpen verloren, das Starting Pitching sieht zudem äußerst fragwürdig aus. Da man aber mit Luis Morales, Gage Jump und Jamie Arnold gleich drei vielversprechende Werfer in den eigenen Reihen hat, die alle im Verlaufe der Saison in die erste Mannschaft rücken könnten, bleibe ich einfach mal optimistisch und sage: Die Athletics kämpfen dieses Jahr um eine Wild Card.

Tipp: Over

Cleveland Guardians

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 88-74
Over/Under: 79.5

Jedes Jahr werden die Guardians von den Projections unterschätzt, (fast) jedes Jahr strafen Sie uns lügen und gewinnen die Division. Damit ist dieses Jahr Schluss. Sage zumindest ich. Und das liegt nicht an den Guardians selbst – das Team ist im Prinzip das selbe wie letztes Jahr. Aber der Rundifferenz zufolge wäre ein negativer Record mit 80-82 das angemessene Ergebnis gewesen. Zusätzlich werden sich die Royals und Tigers stark verbessert zeigen, sodass für Cleveland nur Platz 3 bleibt. Damit es mehr wird, müssten einige Talente aus dem starken Farmsystem einschlagen. Ob Sie mich auch dieses Jahr wieder Lügen strafen?

Tipp: Under

Texas Rangers

Letztes Jahr: Tier 2
Record: 81-81
Over/Under: 83.5

Die Rangers haben ihr Team nach einer .500 Saison drastisch verändert. Bekannte Abgänge sind unter anderem Marcus Semien (Mets), Adolis Garcia (Phillies), Merrill Kelly (Diamondbacks) oder Jonah Heim (Braves). Auf der anderen Seite steht mit MacKenzie Gore (Washington) aber auch ein sehr guter Starting Pitcher auf der Zugangsseite, verstärkt von Brandon Nimmo (Mets) oder Andrew McCutchen (Pirates). Dazu wurden für den traditionell schwachen Bullpen mehrere Arme unter Vertrag genommen. Wird das reichen, um in die Playoffs zu kommen? Ich denke die Chancen stehen gut, aber wie jedes Jahr hängt das Schickal der Rangers davon ab, wie viele Spiele sie aus ihren verletzungsanfälligen Superstars Corey Seager, Jacob deGrom und Nathan Eovaldi bekommen.

Tipp: Over


Tier 3 – Playoff Contender

Baltimore Orioles

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 75-87
Over/Under: 85.5

Nach einer maximal enttäuschenden Saison die man auf dem letzten Platz in der Division abschloss, scheint der Groschen im Front Office in Baltimore endlich gefallen zu sein: Man kann sich nicht ewig auf seinen zahlreichen jungen Talenten ausruhen, sondern muss auch mal die Schatulle öffnen: Mit Pete Alonso von den Mets holte man einen der größten Namen der Free Agency nach Maryland, dazu verstärkte man das Outfield mit Taylor Ward von den Angels. Das Lineup sieht somit wirklich gut aus, mit überdurchschnittlichen Offensivspielern an jeder Position. Die Rotation wurde mit Shane Baz (Rays) und Chris Bassitt (Free Agent/Blue Jays) ebenfalls verbessert und sieht für Orioles Verhältnisse wirklich passabel aus. Insgesamt haben wir hier ein sehr starkes Team, dass endlich den Sprung von Pretender zu Contender machen kann. In der AL East wird das zwar schwierig, aber zumindest ein Wild Card Spot muss möglich sein.

Tipp: Over

New York Yankees

Letztes Jahr: Tier 2
Record: 94-68
Over/Under: 90.5

Ich tu mich den Yankees wirklich schwer. Zwei Jahre in Folge ist man in der Bronx bei 94 Siegen gelandet und es gibt mit Blick auf das Roster wenig Annahme, dass sich daran etwas ändern sollte, denn die Mannschaft ist exakt die selbe wie aus dem Vorjahr. Free Agents wie Cody Bellinger oder Trent Grisham konnte man halten, lediglich im Bullpen gibt es ein wenig Fluktuation. Der große Faustpfand für dieses Jahr heißt Gerrit Cole, der mit einer TJ Surgery das letzte Jahr ausfiel. Wenn er mit 35 an seine alten Leistungen anschließen kann, sind die Yankees ein besseres Team. Spannend wird ebenfalls, ob der junge Cam Schlittler seine Performance aus der Vorsaison (2.96 ERA in 14 Stars) und den Playoffs (12 Strikeouts in 8 shutout Innings gegen die Red Sox) bestätigen kann. Gleichzeitig haben sich mit den Orioles, Red Sox und Blue Jays aber auch drei Teams in der Division verbessert, sodass sich das Halten des Status Quo wie eine Verschlechterung anfühlt. Kann sein, dass die Yankees die Division gewinnen, aber momentan sehe ich sie eher auf der Wild Card.

Tipp: Under

Kansas City Royals

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 82-80
Over/Under: 82.5

Nach 86 Siegen und dem Auftritt in der ALDS im Jahr 2024 sollte letzte Saison der nächste Schritt erfolgen. Das gelang nur teilweise. 82 Siege sind zwar die zweitmeisten seit dem World Series Sieg 2015, die Playoffs wurden aber verpasst. Das lag zum einen daran, dass die starke Rotation schwächelte und mit Verletzungen zu kämpfen hatte, zum anderen hatte das Lineup zu viele Löcher. Zwar entwickelte sich Maikel Garcia zu einem Star, aber vor allem im Outfield fehlte es an Schlagkraft. Um den Entgegenzuwirken holte man mit Isaac Collin (Brewers), Starling Marte (Free Agent, Mets) und Lane Thomas (Free Agent, Guardians) gleich drei neue Optionen für das Outfield. Zudem hofft man darauf, dass mit Jac Caglianone ein hochgepriesenes Talent den Durchbruch schafft und mit Catcher/DH Carter Jensen ein weiterer junger Spieler seine Vorsaison bestätigen kann (20 Spiele, 161 OPS+). Sollte das passieren, sind die Royals ein Anwärter auf den Sieg in der Division.

Tipp: Over

Houston Astros

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 87-75
Over/Under: 86.5

Erstmals seit 8 Jahren verpassten die Astros im letzten Jahr die Postseason. Damit das nicht noch einmal passiert, verpflichtete man den japanischen Starter Tatsuya Imai und holte Mike Burrows aus Pittsburgh um die Rotation zu verstärken, bei der man auf Framber Valdez verzichten muss, der nach Detroit abwanderte. Abgesehen davon hat sich bei den Astros nicht viel getan. Man muss hoffen, dass Jose Altuve mit 36 sein Leistungsniveau halten kann, Cam Smith sich zu dem Spieler entwickeln kann, für den man letztes Jahr Kyle Tucker abgegeben hat und mit Yordan Alvarez einer der besten Hitter der Welt verletzungsfrei durch die Saison kommt. Die Leistungsspitze ist weit oben, liegt aber auf einem fragilen Gerüst.

Tipp: Under

Atlanta Braves

Letztes Jahr: Tier 2
Record: 76-86
Over/Under: 87.5

Das größte Rätsel der Vorsaison gaben die Atlanta Braves auf. Von 104 Siegen im Jahr 2023 zu 89 Siegen in 2024 zu 76 Siegen in 2025. Vieles davon lag auch an schwerwiegenden Verletzungen von Superstars wie Ronald Acuna Jr. oder Spencer Strider, aber auch die ein oder andere Stammkraft konnte sein Leistungsniveau nicht abrufen. Beim Blick auf das Roster für die kommende Saison sieht es jedenfalls wieder gar nicht gut aus: Mit Spencer Schwellenbach, AJ Smith-Shawver, Spencer Stride und Hurston Waldrep starten mal eben 4/5 der Rotation die Saison auf der IL. Mit Raisel Iglesias und dem neu verpflichteten Robert Suarez (FA, Padres) hat man immerhin einen starken 1-2 Punch aus dem Bullpen, der eine knappe Führung nach dem 7. Inning nach Hause bringen sollte. Dazu hält man mit Catcher Drake Baldwin den amtierenden Rookie des Jahres in seinen Reihen. Von erneuter Bauchlandung mit negativem Record bis Division Sieg und heißer Anwärter auf die World Series kann ich mir bei diesem Team alles vorstellen, deswegen sind sie extrem schwierig einzuschätzen.

Tipp: Under

Philadelphia Phillies

Letztes Jahr: Tier 2
Record: 96-66
Over/Under: 89.5

Einen wilden Wurf von Orion Kerkering waren die Phillies letztes Jahr davon entfernt, die Dodgers möglicherweise schon in der Division Series zu eliminieren. Das veranlasste das Front Office dazu, die werdenden Free Agents JT Realmuto und Kyle Schwarber zu verlängern und den alternden Core somit bis zum bitteren Ende auszureizen. Verloren hat man hingegen Starter Ranger Suarez, eine sichere Bank vor allem in den Playoffs. Dennoch ist die Rotation der Phillies mit Cristopher Sanchez, Jesus Luzardo, Aaron Nola, einem irgendwann in der Saison wiederkehrenden Zack Wheeler und dem jungen Andrew Painter erstklassig besetzt. Schwachstelle in dieser Mannschaft ist das Outfield, welches schon in den letzten Jahren nicht gut besetzt war und mit dem Abgang von Harrison Bader und Nick Castellanos weiter leidet. Hier müssen die Phillies in der Saison unbedingt nachlegen, wenn man ein Contender sein möchte. Bis dahin sehe ich sie im engen Dreikampf mit den Braves und Mets um die Divisionkrone, ich glaube aber, dass sie am Ende eher über die Wildcard in die Playoffs einziehen werden.

Tipp: Over

New York Mets

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 83-79
Over/Under: 90.5

Und damit kommen wir zu einem der spannendsten Teams der neuen Saison, die runderneuerten New York Mets. Nach einer desaströsen zweiten Saisonhälfte in der man die sichergeglaubten Playoffs noch verspielte wurde in Queens ordentlich durchgefegt. Nicht mehr Teil des Teams wird der All Time Franchise Leader in Home Runs sein: Pete Alonso stieg aus seinem Vertrag aus und unterschrieb in Baltimore. Auch Closer Edwin Diaz (Dodgers) ist weg. Dafür gibt es zahlreiche neue Namen: In der Free Agency verpflichtete man Bo Bichette (Blue Jays), Jorge Polanco (Mariners) und tradete für Luis Robert Jr. (White Sox) und Marcus Semien (Rangers). Ein großer Schwachpunkt im letzten Jahr war die Rotation, die man mit All-Star Freddy Peralta von den Brewers verbessern konnte. Dazu wird das Aufgebot mit Nolan McLean verstärkt, dem heißesten Kandidaten auf den Rookie of the Year Award. Für den Bullpen konnte man sich innerhalb der Stadt bedienen: Von den Yankees kommen Devin Williams und Luke Weaver, beides ehemalige Closer für die Pinstripes. Das Lineup wird direkt am Opening Day von Rookie Outfielder Carson Benge komplettiert, dem großes Potential nachgesagt wird. Alles in allem stellt man in Queens ein deutlich verbessertes Team, welches schon letztes Jahr zu den Favoriten in der National League zählte. Der Division Sieg ist absolut möglich, aber traditionell sind die Mets unberechenbar und anfällig für unerwartete Meltdowns. Auf den Rookies McLean und Benge liegt eine nicht unerhebliche Last, ihre Leistung wird Mitentscheidend sein, wohin die Reise geht. Wie schon am Anfang gesagt: Dieses Team ist super spannend und wird von mir besondere Aufmerksamkeit bekommen.

Tipp: Over

Milwaukee Brewers

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 97-65
Over/Under: 84.5

Die Formel der Brewers ist jedes Jahr gleich: Wichtige Stützen in der Offseason verlieren, die Konkurrenz in Sicherheit wiegen und am Ende doch alle Erwartungen übertreffen. Auch diesen Winter trennte man sich von Star Pitcher Freddy Peralta (Mets), der nur noch ein Jahr Restvertrag gehabt hätte. Mit Danny Jansen, Caleb Durbin, Rhys Hoskins oder Jose Quintana verließen weitere Rollenspieler den Verein. Aufgefangen werden soll das Loch vor allem von jungen Spielern: Im Gegenzug für Peralta erhielt man mit Jett Williams (Shortstop) und Brandon Sproat (Starting Pitcher) zwei hochgehandelte Prospects. Mit Jacob Misiorowski wird eine ganz große Entdeckung aus den Vorjahr den Opening Day Start übernehmen. Generell kann man bei den Brewers wieder erwarten, dass sie mehrere Pitcher aus dem Nichts zu veritablen Werfen formen werden. Ob das am Ende reicht? Das wird auch von Jackson Chourio abhängen, bei dem in Jahr 3 so langsam den Durchbruch von gutem Spieler zum Superstar erfolgen sollte. Die Division ist machbar, ich schätze die Cubs aber noch etwas besser ein und glaube, dass man in Milwaukee wenn überhaupt durch die Wild Card in die Postseason kommen wird. Das Farmsystem ist jedenfalls bis nach oben hin geladen, wenngleich die besten Prospects noch 1-2 Jahre von ihrem Debüt in der MLB entfernt sind.

Tipp: Over


Tier 2 – World Series Contender

Chicago Cubs

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 92-70
Over/Under: 88.5

Der Trade für Kyle Tucker war im Rückblick nur ein Rental, der angesichts der Niederlage in der Divisional Series gegen den Rivalen aus Milwaukee kein Erfolg gewesen ist. Tucker unterschrieb in der Free Agency bei den Dodgers, dennoch wollte man sich an der Northside nicht lumpen lassen und gab Alex Bregman (Red Sox) einen Deal über 5 Jahre. Zusammen mit einem Trade für Miamis Edward Cabrera, einem sehr soliden Starter, stehen die Zeichen in Chicago auf „Win Now“. Kurz vor Start der Saison konnte man sich zudem mit Youngster und Publikumsliebling Pete Crow-Armstrong auf eine langfristige Vertragsverlängerung einigen. Als Designated Hitter geht man mit Moises Ballesteros in die Saison, einer 172cm großen, knapp 100 Kilo schweren Rookie Bowlingkugel. Insgesamt stellen die Cubs ein sehr rundes Team, welches vor allem in der Defensive überzeugen kann und der Favorit auf den Titel in der Division sein sollte. Für einen tiefen Playoff Run fehlt vielleicht noch ein Impact Bat, aber überhaupt erstmal die Postseason zu erreichen, ist schon die halbe Miete.

Tipp: Over

Seattle Mariners

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 90-72
Over/Under: 89.5

Spätestens seit man einen Swing von George Springer davon entfernt war, in die World Series einzuziehen, sind die Mariners ein ernster Titelkandidat. Das Fundament dieses Teams besteht aus der überragenden und größtenteils selbst entwickelten Pitching Rotation, dahinter steht ein ganz starker Bullpen mit vielen verschiedenen Pitching Styles, der durch die Verpflichtung von Washingtons Closer Jose A. Ferrer weiter verstärkt wurde. Wenn man einen Schwachpunkt ausmachen möchte, dann wäre es auch diese Saison wieder das Lineup: Neu ist hier lediglich Brendan Donovan von den St. Louis Cardinals, dafür hat man mit Eugenio Suarez (Reds) und Jorge Polanco (Mets) aber auch zwei wichtige Stützen im Infield verloren. Zudem kann man nicht jede Saison darauf setzen, dass Cal Raleigh 60 Homeruns schlägt. Hinter dem Big Dumper, Julio Rodriguez, Josh Naylor und Randy Arozarena fällt das offensive Niveau im Lineup dann doch stark ab. Warum ich sie trotzdem weit oben habe: Das Farmsystem ist elitär, die Mariners sind also ein perfekter Kandidat für einen Deadline Trade, der ähnlich wie Suarez im letzten Jahr die Richtung dieses Teams entscheidend beeinflussen und sie in die World Series katapultieren kann. Und zumindest in der regulären Saison kann man mit einem überragenden Pitching Staff einzelne Schwächen im Lineup überdecken.

Tipp: Under (Gewinnen trotzdem die Division)

Detroit Tigers

Letztes Jahr: Tier 3
Record: 87-75
Over/Under: 85.5

Im letzten Vertragsjahr von Tarik Skubal haben die Detroit Tigers ihr Team nochmal deutlich verstärkt: Der große Fisch in der Free Agency trägt den Namen Framber Valdez (Astros), der mit der Erfahrung von dutzenden Playoffsiegen und einem World Series Titel nach Michigan kommt. Der ewige Kenley Jansen verstärkt den Bullpen und wird hoffen, im Laufe der Saison auf Platz 3 im All Time Save Leaderboard vorzurücken (dafür fehlen ihm nur noch 3 Saves). Sentimental ist das Comeback von Justin Verlander, der mit 43 Jahren zurück zu seinen Wurzeln findet und das versucht, was ihm damals knapp nicht gelang: Einen World Series Titel nach MoTown zu holen. Dabei wird er eine Rotation mit Skubal, Valdez, Jack Flaherty und Casey Mize bilden, die zu den besten in der American League zählen wird. Mit Jackson Jobe könnte zudem ein hochgehandeltes Prospect dazustoßen, das letztes Jahr mit Tommy John Surgery ausfiel. Das Lineup wurde im Vergleich zum Vorjahr nicht durch Free Agents oder Trades verstärkt, das ist aber auch gar nicht nötig: 8 von 9 Spielern im Opening Day Lineup sind 29 oder jünger, dazu haben die Tigers mit Bryce Rainer (Shortstop), Max Clark (Center Field) und Kevin McGonigle (Shortstop) drei Prospects in ihren eigenen Reihen, denen allen All-Star Potential nachgesagt wird. Mit McGonigle werden wir einen davon auch gleich vom Start weg sehen, denn er hat es in das Opening Day Roster geschafft und gilt als Favorit auf den Titel als Rookie des Jahres in der American League. Die Tigers werden angesichts Skubals letztem Jahr alles dafür tun, ein World Series Contender auf das Feld zu bringen und ich halte sie für einen heißen Kandidaten für einen Mid-Season Impact Trade.

Tipp: Over

Boston Red Sox

Letztes Jahr: Tier 2
Record: 89-73
Over/Under: 87.5

Schon letztes Jahr war ich extrem von den Red Sox überzeugt. Mit 89 Siegen haben sie auch ordentlich abgeliefert, in der Postseason war aber bereits in der Wild Card Series gegen die Yankees Schluss. Damit das nicht noch einmal passiert, wurde ordentlich aufgerüstet: Mit Ranger Suarez kommt ein sehr guter Starter aus Philadelphia, der dort immer wieder bewiesen hat, wie stark er in den Playoffs performen kann. Aus dem Trümmerhaufen St. Louis ergatterte man sich mit Willson Contreras einen offensivstarken 1st Baseman / Catcher, ebenso wie mit Sonny Gray einen weiteren guten Mann für die Rotation. Gepaart mit Ace Garret Crochet und den super talentierten Connelly Early, Brayan Bello und Payton Tolle haben die Red Sox das Potential, Tag für Tag einen Shutdown Starter auf das Feld zu stellen. Mit Garrett Whitlock und Aroldis Chapman warten dann zwei sehr zuverlässige Closer für das 8. und 9. Inning im Bullpen. Im Lineup wird vom jungen Roman Anthony der Sprung in Richtung MVP Kandidat erwartet. Wenn dann auch noch die Youngster wie ein Marcelo Mayer Schritte in die richtige Richtung machen, kann ich mir den Division Titel sehr gut vorstellen, selbst wenn man mit Alex Bregman (Cubs) einen Säule im Lineup verloren hat.

Tipp: Over

Toronto Blue Jays

Letztes Jahr: Tier 4
Record: 94-68
Over/Under: 88.5

Game 7 der World Series ist eines der dramatischsten Spiele aller Zeiten und eine niederschmetternde Niederlage für die Blue Jays gewesen. In der neuen Saison soll der Titel endlich her, dabei haben aber einige Protagonisten aus Spiel 7 den Club verlassen. Nicht mehr dabei sein wird Bo Bichette (Free Agent, Mets), der Toronto mit seinem 3 Run Homerun in im dritten Inning in Führung brachte. Chris Bassitt, der das 6. Inning pitchte und einen Run zuließ, wanderte in der Offseason zum Divisionrivalen Baltimore. Seranthony Dominguez erhielt das 10. Inning, in dem er sich trotz Bases Loaded schadlos hielt, wird aber 2026 für die White Sox auflauen. Isiah Kiner-Falefa, dem im 9. Inning an der Home Plate wenige Zentimeter zum siegbringenden Run fehlten, entschied sich in der Free Agency für die Boston Red Sox. Die Rollen wurden im Prinzip 1 zu 1 ersetzt. In der Free Agency konnte man mit Dylan Cease einen Anker für die Rotation verpflichten, dazu holte man den amerikanischen Starting Pitcher Cody Ponce aus Südkorea, der dort zum MVP reifte. Der vakante Platz im Infield wird ebenfalls aus Asien besetzt: Mit Kazuma Okamoto holt man einen 29-jährigen aus Japan, der dort bereits 277 Homeruns in seiner Karriere angesammelt hat. Sorgen macht die Flut an Verletzungen: Mit Anthony Santander, José Berrios, Shane Bieber, Bowden Francis, Trey Yesavage und Yimi Garcia beginnen viele wichtige Spieler die Saison auf der Injured List und fallen zum Teil für das gesamte Jahr aus. Dazu werden die Red Sox und Orioles in der Division stärker. Es wird also gar nicht so einfach, den Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen, aber sie haben bewiesen, dass der Stamm des Teams gut genug ist um die American League zu gewinnen.

Tipp: Over


Tier 1 – Championship or Bust

Los Angeles Dodgers

Letztes Jahr: Tier 1
Record: 93-69
Over/Under: 102.5

Fun Fact: Man könnte einen Kader aus allen Spielern der Rays, Athletics, Pirates und Guardians zusammenstellen (160 Spieler) und würde immer noch weniger an Gehalt zahlen, als die Dodgers für ihr Team 2026. Der Branchenprimus und Back-to-Back Champion hat es sich nämlich auch diese Offseason nicht nehmen lassen, die besten Spieler auf dem Markt zu verpflichten. Mit Kyle Tucker (Free Agent, Cubs) holte man sich den Hauptgewinn nach Kalifornien und verstärkt das Outfield, welches nach dem Positionswechseln von Mookie Betts auf Shortstop zuletzt ein schwächerer Mannschaftsteil gewesen ist. Der Bullpen, welcher in den Playoffs auf Kante genäht war, wird vom ehemaligen Mets Closer Edwin Diaz ergänzt. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Abgänge. Der Champion hat sich also ein weiteres mal deutlich verstärkt und geht mit einer Sammlung an Allstars in die neue Saison. Dazu besitzen die Dodgers weiterhin eines der besten Farmsysteme in der Liga, welches sie je nach Wahl zum komplettieren des Rosters benutzen, oder als Trade Chip für erfahrene Veteranen verwenden können. Das einzige was LA auf dem Weg in Richtung Threepeat aufhalten kann ist das Verletzungspech, mit dem das Team bereits die letzten Jahre zu kämpfen hatte. Aber auch trotz wichtiger Ausfälle reichte das für zwei Titel, weshalb auch dieses Jahr wieder kein Weg an den Dodgers vorbei führen wird. Oder um Franz Beckenbauer zu bemühen: Auf Jahre hinaus wird dieses Team unschlagbar sein.

Tipp: Over


OPENING DAY

Das erste Spiel bestreiten die New York Yankees bei den San Francisco Giants in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag – zu sehen auf Netflix.

Donnerstag ist dann für alle Teams der Opening Day. Hier bekommen wir gleich einen richtigen Kracher zu sehen: Um 19:15 Uhr treffen die aufstrebenden Pittsburgh Pirates mit Cy Young Gewinner Paul Skenes auf die neuformierten New York Mets mit dem in der Offseason von den Brewers ertradeten Freddy Peralta. Beide Teams gehen mit hohen Hoffnung und spannenden, deutlich veränderten Kadern in die neue Saison. Zu sehen gibt es das Spiel auf Sportdigital+

Um 22:10 geht dann die nächste Welle an Spielen los. Interessant sind hier mehrere Duelle, z.B. die Boston Red Sox mit Starter Garret Crochet bei den Cincinnati Reds, die Detroit Tigers mit dem zweifach amtierenden Cy Young Gewinner Tarek Skubal bei den San Diego Padres und die Texas Rangers mit Oldie Nathan Eovaldi bei den Philadelphia Phillies, wo mit Christopher Sanchez der Breakout Star der Vorsaison den Start bekommen wird.

Weitere Serien

Chicago White Sox @ Milwaukee Brewers – das erste Spiel von Japans Slugger Munetaka Murekami in der MLB. Spiel 1 bei den Brewers wird die letztjährige Pitching Sensation Jacob Misiorowski starten.

Washington Nationals @ Chicago Cubs – das erste Spiel für Alex Bregman im Trikot der Cubs

Minnesota Twins @ Baltimore Orioles – kann Pete Alonso gleich im ersten Spiel für die Orioles seinen ersten Homerun schlagen?

Los Angeles Angels @ Houston Astros – Hunter Brown entwickelte sich letztes Jahr zum Ass bei den Astros und wird seinen ersten Opening Day Start bekommen.

Tampa Bay Rays @ St. Louis Cardinals – Junior Caminero von den Rays war einer der Stars des WBC und konnte letztes Jahr seinen Durchbruch feiern. Nicht wenige halten ihn für einen Dark Horse Kandidat für den MVP Titel

Arizona Diamondbacks @ Los Angeles Dodgers – Der Titelverteidiger startet die Mission Three-Peat, unter anderem mit den Offseason Acquisitions von Kyle Tucker und Edwin Diaz im Gepäck

Cleveland Guardinas @ Seattle Mariners – zwei Teams, die es in den letzten beiden Jahren in die American League Championship Series schafften treffen hier aufeinander.

World Baseball Classic 2026 Preview

Der Winter ist langsam vorbei, der Frühling steht in den Startlöchern und das bedeutet auch, die Baseballfreie Zeit ist vorbei. In anderen Worten: Das World Baseball Classic 2026 startet heute Nacht in Tokio!

Nach dem Erfolg 2023 mit dem meiner Meinung nach größten Baseball Moment überhaupt:

…ist das Turnier im Jahr 2026 vollends im Mainstream angekommen. Soll heißen: Alle Länder nehmen dieses Turnier wirklich ernst, die Spieler brennen darauf ihre Farben zu vertreten und man kann es mittlerweile wirklich seriös als Weltmeisterschaft des Baseballs bezeichnen.

Insgesamt 20 Nationen nehmen an der diesjährigen Ausgabe teil. Aufgeteilt werden diese in 4 Gruppen a 5 Teams, welche in San Juan (Puerto Rico), Houston, Tokyo und Miami einmal jeder gegen jeden spielen werden. Die beiden Gruppenbesten ziehen ins Viertelfinale ein, diese finden dann in Houston und Miami statt. Deutschland hat die Qualifikation in einem Winner Takes All Game gegen Brasilien leider knapp verpasst, aber das Turnier bietet trotzdem eine menge spannender Teams und Geschichten.

Pool A – Puerto Rico

Kanada hat einige Major League Spieler in ihrem Roster, Kapitän ist Seattles First Baseman Josh Naylor. Mit Freddie Freeman, Starter Nick Pivetta und Reliever Cade Smith muss Kanada aber auch auf einige Stars verzichten. Dennoch hat man einen sehr soliden Kader, der Chancen auf das Viertelfinale hat – etwas, was den Kanadiern in der Geschichte des WBC noch nie gelungen ist.

Kolumbien setzte sich im Qualifikationsturnier unter anderem mit 9:7 gegen Deutschland durch und konnte in der Vergangenheit schon einige Achtungserfolge feiern. Das Land hat zwar einige Major League Spieler herausgebracht, ist aber kein traditionelles Powerhouse. Angeführt wird das Team durch die beiden erfahrenen Starter Jose Quintana und Julio Teheran.

Kuba hat zwar traditionell wenig Major Leaguer in ihrem Kader, das heißt aber nicht, dass nicht eine Menge Talent in der Mannschaft steckt. 2023 war erst im Halbfinale gegen die USA Schluss und bei der ersten Austragung 2006 erreichte man das Finale. Der Star der Mannschaft ist Livan Moinelo, ein Starting Pitcher der in Japan zum MVP gewählt wurde. Negative Schlagzeilen gab es, weil mehreren Kubanischen Betreuern die Einreise in die USA verwehrt blieb. Die politischen Spannungen sind auch der Grund, weshalb Kuba auf Stars wie Yordan Alvarez oder Aroldis Chapman verzichten muss.

Panama ist auf dem Papier das vielleicht schwächste Team, aber mit Sicherheit kein Kanonenfutter. Beim letzten Turnier holte man zwei Siege gegen Taiwan und Italien und verpasste nur aufgrund des Tiebreakers die KO-Phase. Das Team hat zwar keinen Superstar, dennoch tummeln sich im Kader viele Spieler aus der Major League.

Puerto Rico wäre eigentlich ein Anwärter für den erweiterten Favoritenkreis. Leider muss Manager Yadier Molina auf mehrere Stars verzichten, die keine Versicherung für das Turnier bekommen haben. Francisco Lindor, Javier Baez oder Carlos Correa werden wir also leider nicht zu Gesicht bekommen, dafür aber Edwin Diaz, der sich vor drei Jahren beim Jubel nach einem Sieg im WBC die Patellasehne riss. Überraschende Namen im Kader sind Nolan Arenado und Seth Lugo, die dank ihrer Vorfahren für Puerto Rico spielberechtigt sind.

In dieser Gruppe erwarten uns viele spannende Spiele ohne klaren Favoriten. Puerto Rico ist auf dem Papier die stärkste Mannschaft, aber ohne ihre Stars werden Sie kämpfen müssen, um gegen Kanada und Kolumbien zu bestehen. Kuba hat ebenfalls Chancen aufs Weiterkommen, nur Panama fällt etwas ab, ist aber keinesfalls chancenlos.


Pool B – Houston

Brasilien ist der einzige Neuling in diesem Turnier im Vergleich zu 2023. Für das größte Land Südamerikas ist es die zweite Teilnahme nach 2013, auf einen Sieg im WBC warten sie aber weiter vergeblich. Der einzige Superstar dieser Mannschaft wird leider nicht dabei sein: Bo Bichette wird nach seinem Deal mit den New York Mets nicht beim WBC spielen, dafür ist aber sein Bruder Dante dabei. Ansonsten besteht das Team aus vielen Spielern, die es in Amerika immerhin in die Minor Leagues geschafft haben.

Großbritannien gelang 2023 mit einem Sieg über Kolumbien ein großer Upset. Im Vergleich zum letzten Turnier konnte das Team mit Jazz Chisholm einen Star dazugewinnen. Ansonsten ist der Kader aber ähnlich wie Brasilien eher schwach, mit ein paar Minor League Spielern und natürlich dem Bruder von NBA Star Klay Thompson, Trayce Thompson. Für das Turnier wollte man noch Aroldis Chapman hinzuholen, bei näherer Prüfung fiel allerdings auf, dass er bis auf seinen Nachnamen doch nichts Britisches an sich hatte, was ihn eligible gemacht hätte.

Mit Sam Aldegheri, Gabriele Quattrini und Claudio Scotti stehen nur drei gebürtige Italiener im Kader von Italien, der Rest sind Amerikaner mit italienischen Wurzeln. So tauchen mit Jac Caglianone, Vinnie Pasquantino oder Aaron Nola durchaus bekannte Namen in der Mannschaftsliste aus. Yankees Legende Jorge Posada unterstützt den Coaching Staff, der von Manager Francisco Cervelli angeführt wird. Italien ist das klare Nummer 3 Team in dieser Gruppe, besser als Brasilien und Großbritannien, aber nicht gut genug für die beiden Giganten:

Mexiko und USA. Team Mexiko gehört spätestens nach der letztmaligen Performance zum erweiterten Favoritenkreis, als man bis in das Halbfinale vorstoßen konnte und USA sowie Puerto Rico besiegte. Randy Arozarena entpuppte sich dabei als Star des World Baseball Classics 2023.

Mit Isaac Paredes müssen die Mexikaner zwar auch auf einen sehr guten Spieler verzichten, aber All-Stars wie Alejandro Kirk, Jonathan Aranda oder Andrés Munoz sind die Mexikaner gut gewappnet.

Über das Team USA muss man nicht viele Worte verlieren. Das ist das beste Roster in der WBC-Geschichte dieser Mannschaft. Aaron Judge, Bobby Witt Jr, Tarik Skubal, Paul Skenes, Mason Miller, Bryce Harper, Cal Raleigh, Kyle Schwarber, Gunnar Henderson, Alex Bregman, das ist eine von Allstars und MVP gespickte Auswahl an Spielern die mit Japan und DomRep der klare Turnierfavorit ist.

Alles andere als ein Weiterkommen von Mexiko und den USA in dieser Gruppe wäre eine Überraschung.


Pool C – Tokio

Diese Gruppe ist fast identisch mit der Gruppe B von 2023. Lediglich Taiwan ersetzt die Volksrepublik China.

Australien ist nicht zu unterschätzen. Der professionelle Baseball in dem Land ist auf einem vergleichsweise guten Niveau, die Mannschaft besteht mit zwei Ausnahmen (Südafrika) ausschließlich aus in Australien geborenen Spielern. Im letzten Turnier schafften Sie den Einzug ins Viertelfinale, mit Travis Bazzana haben sie sogar den #1 Pick des 2024er MLB Drafts in ihren eigenen Reihen. Die Mannschaft hat keine bekannten Stars, aber spielt einen grundsoliden Ball.

Taiwan erreichte beim letzten WBC immerhin zwei Siege in der Gruppe, schied aber dennoch als Letztplatzierter aus. Die Mannschaft hat mehrere Minor Leaguer, aber keinen bekannten Namen im Team.

Die Tschechen sind das einzige europäische Team, welches auf Importe im großen Stil verzichtet. Soll heißen: Die Elektriker, Grundschullehrer und Feuerwehrmänner gehen wieder auf große Reise und versuchen, die Herzen der Zuschauer zu gewinnen. So wie Ondrej Satoria, der Shohei Ohtani 2023 mit drei Pitches und 72 Meilen pro Stunde ausstrikte. Legendär ist der mittlerweile 39-jährige Martin Schneider, der sowohl als Pitcher als auch als Batter fungiert, quasi der tschechische Ohtani und auch dieses Jahr wieder Teil des Teams ist.

Japan ist als Rekordsieger und Titelverteidiger Mitfavorit auf den Gesamtsieg. In der Gruppe sollten die Samurai daher keine Probleme bekommen. Einschränken müssen die Japaner sich beim Pitching: Ohtani wird nur als Schlagmann zur Verfügung stehen, die Dodgers haben zudem Roki Sasaki nicht freigegeben. Yoshinobu Yamamoto hingegen wird dabei sein und mit dem japanischen Cy Young Sieger Hiromi Itoh bekommt man schon einen schönen Vorgeschmack auf den nächsten großen japanischen Free Agent.

Südkorea läuft mit dem ein oder anderen bekannten Spieler aus der MLB auf, so ist unter anderem Jung Hoo Lee dabei, der letztes Jahr bei den Giants überzeugen konnte. Insgesamt ist dieses Team die klare Nummer 2 in der Gruppe, darüber hinaus wird es aber schwer werden, in der KO-Phase zu bestehen.

Insgesamt eine recht inhomogene Gruppe, in der die Rollen klar verteilt sind. Japan sollte sich problemlos durchsetzen, dahinter ist Korea klar das beste Team. Dennoch haben wir mit Australien und Tschechien zwei echt coole Truppen dabei, denen ich den ein oder anderen Überraschungssieg gönnen würde.


Pool D – Miami

Und damit kommen wir zum vielleicht absurdesten Lineup des Turniers: Die Dominikanische Republik. Nach 2013 soll endlich der zweite Titel her und Manager Albert Pujols hat keine Kosten und Mühen gespart, um ein All-Star Ensemble zusammen zu stellen. Das Starting Lineup vom Testspiel gestern sah wie folgt aus:

Und da sind Leute von der Bank wie Jeremy Pena oder Oneil Cruz noch gar nicht eingerechnet. Auch im Pitching Staff sind zahlreiche namenhafte Spieler dabei: Sandy Alcantara, Luis Severino oder Cristopher Sanchez, dazu der vielleicht beste Bullpen mit Leuten wie Abner Uribe, Carlos Estevez, Seranthony Dominguez, Camilo Doval oder Gregory Soto. Ich würde mich derzeit nicht darauf festlegen wollen, wer ein Spiel zwischen der Dominikanischen Republik und Team USA / Samurai Japan gewinnen wird.

Aber auch der Rest der Gruppe kann sich sehen lassen. Israel ist zwar klarer Außenseite, kann mit Spielern wie Harrison Bader, Tommy Kahnle oder Dean Kramer ein paar solide Major Leaguer stellen. Mit Outfielder Assaf Lowengart gibt es nur einen gebürtigen Israeli, den Rest des Teams stellen jüdischstämmige Amerikaner. Joc Pederson, Anführer des Teams von 2023, wird dieses Mal nicht dabei sein.

Die Niederlande wird angeführt von Manager Andruw Jones, der 2006 selbst für die Niederlande im WBC auflief. Ein Aufeinandertreffen mit der Dominikanischen Republik löst Erinnerungen an den größten Upset der Turniergeschichte aus: 2009 eliminierte die Niederlande sensationell den haushohen Favoriten DR in Extra Innings aus dem Turnier:

Während das Team damals noch zum großen Teil aus Minor Leaguern oder Halbprofis bestand, kann Oranje dieses Jahr auf ordentlich Starpower zurückgreifen: Xander Bogaerts, Ozzie Albies, Ceddanne Rafaela oder Kenley Jansen laufen für die Niederlande auf. Die Achillesferse wird das Pitching sein, wo es kaum etablierte Starter gibt.

Der Star bei Nicaragua ist der Manager: Dusty Baker schwingt sich mit 76 Jahren nochmal auf den Manager Stuhl und übernimmt ein Team, welches sportlich nur zweitklassig ist. Bis auf Mark Vientos von den Mets gibt es kaum namenhafte Major Leaguer, viele spielen zuhause in der landeseigenen Liga die sportlich nicht zur Oberklasse gehört. Dieses Team ist definitiv das Schwächste in dieser Gruppe und wahrscheinlich auch im gesamten Turnierfeld.

Venezuela gehört mit Puerto Rico und Mexico zur Gruppe der „Dark Horses“. Zu den Favoriten Japan, USA und DomRep fehlt zwar noch ein Stück, aber dennoch ist der Kader vor allem im Feld gespickt mit Stars: Im Outfield starten Ronald Acuna Jr. Oder Jackson Chourio, das Infield besteht ausschließlich aus gestandenen Major Leaguern mit Namen wie Willson Contreras, Andrés Gimenez, Eugenio Suarez, Gleyber Torres oder Maikel Garcia und auf der Catcher Position ist mit William Contreras und Salvador Perez kein Team besser besetzt. Spannend wird es beim Pitching: Mit Ranger Suarez und Eduardo Rodriguez hat das Team zwei legitime Starter und mit Eduard Bazardo oder Daniel Palencia zwei dominante Reliever. Dahinter könnte das Niveau aber etwas abfallen. Mit Venezuela wird zu rechnen sein, 2023 konnten sie die DR in der Gruppenphase sogar schlagen, bevor sie knapp mit 7-9 im Viertelfinale gegen die USA verloren.

Insgesamt eine Gruppe mit zwei klaren Favoriten in der DomRep und mit Venezuela. Gleichzeitig haben auch Israel und die Niederlande etwas zu bieten, es braucht aber ein Wunder wie einst 2009, damit einer der beiden Teams in das Viertelfinale einzieht.


Die Viertelfinalspiele werden am 13. Und 14. März ausgetragen, dabei spielen die Gruppe A und B sowie die Gruppe C und D überkreuz. Die USA hat also ein potentiell leichteres Los, während die Chancen sehr hoch sind, dass wir bereits im Viertelfinale den Kracher Japan vs. Dom Rep oder Japan vs. Venezuela zu Gesicht bekommen werden.

Die Gruppenphase startet in Deutschland morgen früh um 4:00 Uhr mit dem Spiel zwischen Taiwan und Australien in Japan. Um 11:00 Uhr folgt Tschechien gegen Südkorea und ab dem 6. März sind dann alle Gruppen aktiv.

Highlightspiele der Vorrunde

  • 6.März – Puerto Rico vs. Kolumbien – 1:00 Uhr Nachts in Deutschland
  • 9.März – Mexiko vs. USA – 2:00 Uhr Nachts in Deutschland
  • 11.März – Dominikanische Republik vs. Venezuela – 2:00 Uhr Nachts in Deutschland

Den vollen Schedule gibt es hier

Aber nicht alle Spiele sind Nachts. In der Regel finden pro Gruppe zwei Spiele pro Tag statt, das erste Spiel startet meist zwischen 17:00 und 19:00 Uhr deutscher Zeit.

Die Halbfinals sind am 15. und 16 März, das Finale findet am 17. März statt.

Zu sehen sein wird das ganze (wahrscheinlich?) über MLB.tv. Zudem überträgt Sportdigital 40 der 47 Spiele des Turniers. In Amerika überträgt Fox bzw. streamt über Fox One.

Highlights zu allen Spielen wird es auf dem offiziellen WBC Youtube Kanal geben. Dort findet man auch kleine Vorstellungsvideos zu jedem Teilnehmerland:

Behind the Flag: Czechia – From Unknown to Known 🇨🇿

Die Vorfreude bei mir ist riesig. Das WBC verkörpert für mich einfach was sehr schönes, puristisches. In einem Business was primär von Geld dominiert wird, legen die Spieler ihre Brille ab und sind heiß auf den sportlichen Wettkampf und nicht auf das große Geld. Dabei gucken ihnen Millionen von Menschen in ihrer Heimat zu und fühlen sich ihrer Mannschaft verbunden und das aus Teils wirklich armen Ländern, in den Baseball ein großer Pfeiler der Kultur ist. Das catcht mich einfach, weil es so untypisch für den „sterilen“ amerikanischen Sport ist. Dazu hast du mit dem lateinamerikanisch geprägten Miami wieder einen großartigen Austragungsort und in Puerto Rico erwartet uns ebenfalls eine Stimmung auf dem Siedepunkt. und nicht zuletzt treffen wieder Tschechische Elektriker auf einen Baseball-Miliardär, vor den Augen von zig Millionen Menschen in Japan und der Welt. Baseball Herz, was willst du mehr?

Notizen aus der Offseason

Mit Kyle Tucker ist der erste Dominostein gefallen, jetzt geht es richtig los:

  • Die Mets traden für CF Luis Robert Jr. von den White Sox und geben dafür Luisangel Acuña, den Bruder von Ronald Acuna ab, der im neu geformten Infield neben Lindor, Semien, Bichette und Polanco sowieso keinen Platz gefunden hätte. Ein Tapetenwechsel wird Robert auf jeden Fall gut tun. Seine Defensive ist weiterhin gut, wenn die Mets sein Bat wieder zurück zu früheren Zeiten coachen können, haben sie einen All Star.
  • Dadurch dass der Need auf Center Field somit gestopft ist, sind die Mets auch bei Cody Bellinger ausgestiegen. Der geht für 5 Jahre und $162m zurück zu den Yankees
  • Nachdem spekuliert wurde, dass die Dodgers an SP Freddie Peralta von den Brewers interessiert waren, grätschten die Mets dazwischen: Für Jett Williams (IF) und Brandon Sproat (SP) geht Peralta nach Queens. Sproat und Williams sind beides Top 100 Prospects, was ein ziemlich heftiger Preis für ein Rental ist (Peralta wird nächstes Jahr FA). Und so wie man Milwaukee kennt, werden sie Sproat zu einem Top Pitcher entwickeln. Für die Mets dennoch ein dringend benötigter Trade um eine klare Nummer 1 in die schwache Rotation zu bringen. Die Mets werden 2026 ein neues Gesicht haben, am Opening Day werden mindestens 5 neue Spieler im Lineup stehen.
  • JT Realmuto geht für 3 Jahre und $45m zurück zu den Phillies
  • Alex Bregman verlässt die Boston Red Sox und unterschreibt bei den Chicago Cubs für 5 Jahre und $175m.
  • Die Red Sox stecken das freigewordene Geld vom Bregman Angebot in Starting Pitcher Ranger Suárez von den Phillies für 5 Jahre und $130m und stellen sich somit eine der besten bzw. talentiertesten Starting Rotations der MLB zusammen.
  • Elly de la Cruz hat ein Angebot über eine Vertragsverlängerung über 10 Jahre abgelehnt, die ihn zum bestbezahltesten Reds Spieler aller Zeiten gemacht hätte. 2030 wird er Free Agent.
  • Die Signing Period für die internationalen Talente hat begonnen. Die San Francisco Giants konnten sich mit Shortstop Luis Hernández den besten Spieler für $5m Signing Bonus angeln. Auch ein Deutscher ist dabei: Tom Apfelbaum von den Cologne Cardinals wurde von den Dodgers verpflichtet. Der Weg in die Majors ist als 17-Jähriger natürlich noch super lang, aber mit 1.96 Meter Körpergröße und als linkshändiger Pitcher hat er schonmal perfekte Voraussetzungen
  • Carlos Beltran und Andruw Jones wurden in die Hall of Fame gewählt. Beltran im vierten, Jones im neunten Anlauf auf dem Ballot. Beltrans Verwicklung in den Sign Stealing Skandal der Astros scheint den Votern also nicht genug gewesen zu sein, um ihn von der Hall abzuhalten. Ich habe „Winning fixes everything“ im Dezember übrigens verschlungen und werde irgendwann auch nochmal was dazu schreiben.
  • Eugenio Suarez verlässt die Mariners und entscheidet sich für ein Angebot der Cincinnati Reds für ein Jahr und $15m. Ein ziemlich guter Deal für einen Spieler, der letztes Jahr 49 Homeruns geschlagen hat. Als Ersatz haben die Mariners Brendan Donovan von den St. Louis Cardinals ertradet. Abgegeben haben sie unter anderem Prospect Jurrangelo Cijntje, der bekannt dafür ist, ein Switch Pitcher zu sein, also mit der linken und rechten Hand werfen zu können. St. Louis geht nach dieser Offseason in den totalen Rebuild und wird nächstes Jahr das schwächste Team in der NL Central stellen. San Francisco verpflichtet Luis Arraez (1y, $12m) und Harrison Bader (2y, $20m). Zwei ganz okaye Spieler für ein ganz okayes Team, welches wahrscheinlich wieder irgendwo bei 81-81 landen wird. Die Detroit Tigers setzen ein dickes Ausrufezeichen und sichern sich die Dienste von Framber Valdez für 3 Jahre und $112m. Damit steigen sie für mich ganz klar in den Contender Status auf. Skubal und Valdez als 1 und 2 ist irre. Mal schauen, wie Jackson Jobe nach seiner TJ Surgery zurückkommt, der war letztes Jahr das #1 Pitching Prospect.
  • Dazu haben die Tigers mit Kevin McGonigle (SS) und Max Clark (OF) zwei Top 10 Prospects, die dieses Jahr Major League Ready sind.
  • Die Zukunft der Tigers könnte so gut aussehen, wäre Skubal kein Free Agent nach der Saison… Apropos Prospects, die Pirates haben mit Bubba Chandler und Konnor Griffin das beste Pitching Prospect und das beste Batter Prospect in ihren Reihen. Gerade von Griffin (SS) sind alle Scouts verzückt und einige geben ihm schon das Label, das beste Talent seit Mike Trout zu sein. Ich hoffe wirklich, für Pittsburgh gehts nächstes Jahr bergauf in Richtung .500. Die Offensive wurde verbessert, wenn auch nicht mit den ganz großen Stars und das Starting Pitching ist sowieso top. Zudem suchen sie weiter nach Verstärkungen für die Offensive, es wird wohl gemunkelt man will Marcell Ozuna nachdem man bereits bei Eugenio Suarez und Kyle Schwarber mitgeboten hat, aber leer ausgegangen ist. Die Texas Rangers traden fünf Prospects gegen Lefty Mackenzie Gore von den Nationals und verstärken ihre Rotation. Ein klares Signal, dass die Rangers nächstes Jahr weiter contenden wollen. Die Athletics verlängern mit ihrem nächsten jungen Talent: SS Jacob Wilson, letztes Jahr zweiter im Rookie of the Year Voting hinter Teamkollege Nick Kurtz, unterschreibt für 7 Jahre und $70m. Mit Wilson, Tyler Soderstrom und Lawrence Butler steht der Core bis 2032, dazu haben sie nach dem Trade von Mason Miller mit Leo DeVries ein weiteres Top Prospect in ihren Reihen und mit Nick Kurtz den amtierenden Rookie of the Year. Jetzt fehlt nur noch das Starting Pitching und die Athletics sind wieder ein ernstzunehmender Kandidat für die Playoffs.

World Series 2025 Preview

WORLD SERIES 2025

#3 Los Angeles Dodgers (93-69) vs. #1 Toronto Blue Jays (94-68)

Die Dodgers werden ihrer Favoritenrolle vor der Saison gerecht und fegen mit einer Bilanz von 9-1 durch die Playoffs. Die Blue Jays auf der anderen Seite sind der große Gewinner der Saison 2025. Vor der Saison standen Sie am Scheideweg: Eine ganz schwache Vorsaison beendete man auf dem letzten Platz in der Division, in den letzten drei Playoffserien 2020, 2022 sowie 2023 konnte man keinen einzigen Sieg einfahren, eine ungeklärte Vertragssituation mit Vlad Guerrero Jr., Topverdiener George Springer zu alt und done, dazu ging man bei vielen Free Agents wieder einmal leer aus (unter anderem bei Roki Sasaki, auf den Sie jetzt bei den Dodgers treffen werden). Ein schwacher Saisonstart hätte der Tropfen gewesen sein können, der das Fass zum überlaufen bringt und einen kompletten Rebuild einleitet. Der Saisonstart war zunächst eher enttäuschend, aber mit einem starken Juni gelang die Rückkehr in das Playoffrennen und am 3. Juli übernahm Toronto die Divisionführung von den Yankees, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgeben sollten. Guerrero verlängerte seinen Vertrag um 15 Jahre, Springer wurde mit 35 Jahren von einem der schlechtesten zu einem der besten Outfielder der Liga (Insert Trashcan Witz hier) und so kämpften die Blue Jays sich durch ein hartes Programm in der Postseason, wo man die Titelfavoriten aus New York und Seattle besiegte.

Das Matchup
Die große Chance für die Brewers in der NLCS bestand darin, die Dodgers Starter früh aus dem Spiel zu bringen und somit die Schwachstelle LAs offenzulegen, nämlich den schwächelnden Bullpen. Das hat überhaupt nicht geklappt, weil sich Yamamoto, Snell, Ohtani und Glasnow in einem Formhoch befinden und Milwaukee so dominierten, dass der Bullpen zum Teil gar nicht erst angefasst werden musste. In der aktuellen Verfassung kann man hier definitiv von einer der besten Postseason Rotationen aller Zeiten reden.


Jetzt kommen aber die Blue Jays ins Spiel, welche die niedrigste Strikeout Quote aller Mannschaften in der MLB vorweisen können. Zwar waren auch die Brewers Top 5 in dieser Statistik, aber die Kanadier haben neben der Strikeout Rate schlichtweg ein besseres Lineup als Milwaukee. Ein großer Schlüssel für den Erfolg in der ALCS waren vor allem die Batter 7, 8 und 9, welche immer wieder auf Base kamen und das Lineup somit an den Start rollten, wo Springer, Guerrero und Co. mit Läufern auf Base Schaden anrichten konnten. Aus diesem Grund sind die Blue Jays ein deutlich gefährlicheres Matchup als es Seattle jemals hätte sein können und eine Gefahr für die Dodgers, deren Starter bisher fast gänzlich befreit von Stress auf den Bases durch die Postseason kamen. Mit Alex Vesia fällt zudem ein wichtiger Reliever für LA vorerst aus persönlichen Gründen aus. Wenn Toronto so weitermacht, wie gegen die Mariners, dann haben wir eine spannende Serie. Ein zusätzlicher Boost könnte die Rückkehr von All Star Shortstop Bo Bichette sein, der nach einer Knieverletzung das erste Mal in der Postseason eingreifen wird. Natürlich steht hinter seiner Form ein Fragezeichen, aber sollte er seine Leistung abrufen, bekommt das Lineup einen weiteren starken Hitter der die Liga bereits zweimal in Total Hits anführte.

Auf der anderen Seite müssen die Blue Jays ein ebenso starkes Lineup im Schach halten. Neben den großen Stars wie Ohtani, Betts oder Freeman sind es vor allem die Spieler in der zweiten Reihe, welche die Spiele für LA entscheiden. Teoscar Hernández, Kiké Hernandéz, Tommy Edman, Will Smith, Max Muncy, alle haben diese Postseason schon mit entscheidenden Plays glänzen können.
In den Playoffs konnten die meisten Teams Ohtani kaltstellen, in dem Sie ihm so oft wie möglich verschiedene Linkshänder gezeigt haben. Die Blue Jays Starter sind allesamt Rechtshänder. Die Brewers haben unter anderem versucht dieses Problem mit einem Lefty Opener für das erste Inning zu lösen. Es wird spannend sein zu sehen, wie John Schneider seinen Bullpen in dieser Hinsicht managen wird. Ansonsten haben die Blue Jays in der Rotation den klaren Nachteil gegenüber den Dodgers. Spiel 1 wird Rookie Trey Yesavage starten, der noch im April im niedrigsten Farmteam spielte und sich innerhalb eines Jahres durch alle Level bis in die Major League pitchte. Nach seinem überragenden Auftritt gegen die Yankees waren seine zwei Spiele in der ALCS gegen die Mariners nicht mehr so stark. Während er immernoch viel Swings and Misses produziert, landet auch viel neben der Zone und er lädt sich immer wieder Traffic auf die Bases. In Spiel 6 gegen Seattle benötigte er drei Double Plays in Folge um sich aus mehreren prekären Situationen zu befreien. Das Lineup der Dodgers wird in diesen Situationen um einiges gandenloser sein.


Kevin Gausman lieferte bisher sehr konstante Leistungen ab: Jedes Spiel pitchte er über 5.2 Innings, ließ dabei immer zwischen 3-4 Hits zu, kassierte 1 oder 2 Runs und hielt seine Mannschaft somit stets im Spiel. In Spiel 7 kam er als Reliever in die Partie, es bleibt abzuwarten, in wie fern ihn das in seiner Routine beeinflusst. Bei Seattle konnte man gut beobachten, dass dies ein Faktor werden kann. Dort mussten mit Luis Castillo und Logan Gilbert zwei Starter in Spiel 5 der ALDS in Relief pitchen, bei ihrem anschließenden Start in der ALCS fehlte ihnen dann komplett der Rythmus.
Abzuwarten bleibt auch, ob der Bullpen der Blue Jays knappe Führungen ins Ziel bringen kann. Da fast jedes Spiel bisher eine klare Angelegenheit war, kamen die Reliever Torontos noch kaum unter Druck. Closer Jeff Hoffman musste in Spiel 7 zwar eine knappe Führung ins Ziel bringen, von seinen 17 Pitches landeten aber nur 2 in der Strikezone und es war ein Wunder, dass er ohne Stress durch das Inning kam.

Je mehr ich mich mit der Serie befasse, desto eher traue ich den Blue Jays einen Upset zu. Dazu muss aber alles klappen:

  • Yesavage muss mindestens ein Spiel wie gegen die Yankees abliefern
  • Max Scherzer muss seine Performance aus Spiel 4 gegen Seattle wiederholen
  • Torontos Lineup darf keine Anlaufschwierigkeiten wie in der ALCS haben. Einen 0-2 Rückstand wird man dieses Mal nicht mehr aufholen. Das Pitching wird nochmal eine Ecke knackiger als gegen Seattle.
  • Die Defensive muss fehlerlos sein. Da muss man sich bei Toronto normalerweise wenig Gedanken machen, aber Daulton Varsho sah in der ALCS das ein oder andere mal ungewöhnlich alt im Outfield aus und in der World Series kann jeder kleinste Fehler der entscheidende sein, da können die Yankees letztes Jahr ein Lied von singen.

Weitere Storylines:

  • Gutes Omen für die Blue Jays: Dass ein Team in der Championship Series per Sweep und das andere im siebten Spiel ins Finale einzog, gab es bisher drei Mal in der Geschichte. In allen drei Fällen gewann das Team, welches vorher sieben Spiele bestreiten musste die Meisterschaft. All-Time sind diese Teams 16-2.
  • Mit Clayton Kershaw und Max Scherzer treffen zwei der größten Pitcher ihrer Generation ein letztes Mal aufeinander. Beide verbindet eine ganz besondere Geschichte: 2008 in einem Spiel zwischen den Dodgers und Diamondbacks sollten mit Greg Maddux und Randy Johnson zwei Hall of Famer gegeneinander starten. Beide mussten kurzfristig verletzungsbedingt passen, sodass Rookie Scherzer und Rookie Kershaw starteten und somit das erste Mal aufeinandertrafen.
  • Shohei Ohtanis Free Agency vor zwei Jahren geht in die Baseballgeschichte ein, vor allem weil es für einen kurzen Moment so aussah, als ob er bei den Blue Jays unterschreiben würde. Leute hatten auf Flightradar sein vermeidliches Flugzeug getrackt, welches sich auf dem Weg nach Toronto befand. Gerüchte um ein Meeting in einem komplett reservierten Sushi Restaurant gingen um. Das stellte sich später alles als falsch heraus, aber für ein paar Stunden durften die Blue Jays Fans träumen. Jetzt, zwei Jahre später, treffen beide in der World Series aufeinander
  • Myles Straw darf sich bei Roki Sasaki bedanken, dass er nun in der World Series spielt. Der Defensivspezialist mit einem eigentlich viel zu hochdotierten Vertrag wurde von Toronto verpflichtet, die im Gegenzug von Cleveland Geld für den Internationalen Bonus Pool erhielten. Mit diesem Extra-Cash sollte Roki Sasaki aus Japan verpflichtet werden. Der entschied sich aber für die Dodgers. Dumm gelaufen für Toronto, aber Straw war wertvoll genug, dass er im Kader blieb und 137 Spiele absolvierte. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass wir ein At Bat mit Straw vs. Sasaki sehen werden.
  • Der Name „World Series“ war noch nie so passend, wie dieses Jahr. LAs bester Spieler kommt aus Japan, Torontos bester Spieler ist in Kanada geboren und kommt aus der dominikanischen Republik.
  • und für die Hip Hop Fans hat das Duell mit Drake vs. Kendrick natürlich auch etwas zu bieten.

Mein Tipp: Toronto wird das härteste Matchup für die Dodgers dieses Jahr. LA ist aber mit so unglaublich viel Talent gesegnet und in einer bestechenden Form, sodass sie als erstes Team seit 25 Jahren den Titel verteidigen und damit endgültig ihre Dynasty manifestieren. Dodgers in 6

Dodgers vs. Phillies – NLDS Series Recap

#3 Los Angeles Dodgers (93-69) vs. # 2 Philadelphia Phillies (96-66)

NLDS1

Game 1: 5-3
Game 2: 4-3
Game 3: 2-8
Game 4: 2-1

Los Angeles Dodgers advance to NLCS

Dieser Serie wird man in Philadelphia noch lange hinterhertrauern. Spiel 1 startete optimal: Gegen Shohei Ohtani konnte man durch ein Triple von JT Realmuto früh scoren und mit 3-0 in Führung gehen.

Auf der anderen Seite dominierte Christopher Sanchez das Lineup der Dodgers nach belieben. Im 6. Inning ließ er aber mit zwei Aus einen Walk zu, anschließend gelang Tommy Edman ein Hit und Kiké Hernandez brachte beide Läufer mit einem Double nach Hause. Manager Rob Thomson brachte den 40-jährigen David Robertson, dem man sofort anmerkte, dass ihm heute sein Stuff fehlte. Zwar gelang ihm mit Glück das dritte Aus in dem Inning, aber im folgenden Abschnitt ließ er einen Hit zu, bevor er den nächsten Batter abwarf. Matt Strahm kam für ihn in die Partie und konnte gegen Shohei Ohtani und Mookie Betts zwei Aus holen, bevor Theoscar Hernández einen 3 Run Homerun schlug.

Philadelphia konnte im 8. Inning die Bases laden und hatte im 9. Inning nach einem Double von Max Kepler einen Läufer auf dritter Base, konnte aber nicht den nötigen Kontakt machen, um die Runner nach Hause zu bringen.

Spiel 2 war bis in das 7. Inning ausgeglichen, ehe die Dodgers die Führung erzielen konnten. Beim Schlag von Kike Hernandéz brach sein Bat, was für einen langsamen Groundball sorgte, der den Läufer von dritter Base mit einem knappen Play an Homeplate scorte. Basehits von Will Smith und Shohei Ohtani mit zwei Aus brachten weitere Runs nach Hause, sodass die Dodgers mit 4-0 in Führung gingen. Philadelphia hatte mittlerweile aber den Schwachpunkt der Dodgers erreicht, nämlich den Bullpen. Max Kepler verkürzte nach seinem Triple mit 4-1 im 8. Inning und im letzten Schlagdurchgang gelangen Bohm und Realmuto auf Base, die von Castellanos heimgebracht wurden.

Philadelphia verkürzte somit auf 3-4 und hatte den ausgleichenden Run auf zweiter Base mit 0 Aus. Dave Roberts brachte einen neuen Reliever auf den Mound und Rob Thomson entschied sich zu einem Bunt, über den wahrscheinlich noch viele Jahre geredet werden wird, denn die Dodgers spielten Castellanos mit einem perfekten „Wheel Play“ aus, bei dem der Shortstop die dritte Base covert, während der 3rd Baseman den Ball fieldet.

Harrison Bader kam anschließend als Pinch Hitter in die Partie und schlug einen Hit, der den Phillies aber nichts mehr brachte, da sie nur noch einen Läufer auf der ersten Base hatten. Das letzte At Bat der Partie mit Runnern auf erster und dritter Base war ein Groundball zu Tommy Edman, der sich bei Freddie Freeman bedanken durfte, dass sein Name nicht in die Reihe an spielentscheidenden Errors in der Postseason aufgenommen wird.

Die Phillies standen mit dem Rücken zur Wand, aber in Spiel 3 konnten sie etwas überraschend drei Runs gegen Yamamoto auflegen. Mit einem 1-3 Rückstand kam Clayton Kershaw für die Dodgers als Reliever in die Partie und starb einen qualvollen Tod auf dem Mound: Fünf Runs ließ der zukünftige Hall of Famer zu, ein trauriger Abgang einer Legende in seinem möglicherweise letzten Postseason Auftritt, aber auch sinnbildlich für seine Karriere, die immer wieder von Meltdowns in den Playoffs durchzogen war.

Das vierte Spiel in dieser Serie war ein Pitcherduell feinster Güte. Christopher Sanchez und Tyler Glasnow waren nicht schlagbar und so fanden sich beide Teams beim Stand von 0-0 im 7. Inning wieder. Hier führte ein Error beim Double Play dazu, dass Max Kepler auf der zweiten Base landete: Beim Wurf auf die erste Base konnte der Pitcher den Ball nicht fangen und dieser landete anschließend im Dugout. Diesen kleinen Fehler nutzte Castellanos zur Führung aus.

Mit dieser knappen Führung gingen die Phillies in den Schlagabschnitt der Dodgers, bei dem LA die erste und zweite Base besetzen konnte. Der Tag von Christopher Sanchez war vorbei und der Closer Jhoan Duran kam rein. Ein Groundout brachte die Läufer auf zweite und dritte Base. Mit zwei Aus und der ersten Base offen entschied sich Thomson dafür, den in dieser Serie kaltgestellten Shohei Ohtani Intentional zu Walken. Mookie Betts bestrafte dies mit einem Bases Loaded Walk.

Die beiden Offensiven bekleckerten sich anschließend nicht mit Ruhm und durch viele schnelle Aus ging das Spiel ins 11. Inning. Hier konnten die Dodgers mit zwei Aus die Bases laden, ehe sich Orion Kerkering in Panik einen verhängnisvollen Fehler leistete, der die Saison der Phillies beendete.


Meine Gedanken

  • Man sagt, dass der Unterschied zwischen einem starken und einem durchschnittlichen Manager marginal ist, der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem schlechten Manager aber groß. In diesem Fall war Rob Thomson ein schlechter Manager und die Niederlage in dieser Serie geht auf sein Konto. Das fängt in Spiel 1 an, bei dem er David Robertson als Reliever bringt und drauflässt, obwohl sehr schnell klar war, dass Robertson an diesem Tag keinerlei Kontrolle über seine Pitches hatte. Das geht weiter mit dem sturen Abspulen von Lefty/Righty Matchups ohne Sinn und Gespür für das Spiel und die Situation. Dazu hat er erst im letzten Spiel begriffen, dass man seinen Closer auch als Stopper einsetzen kann, so wie es die Cubs beispielsweise auch mit Palencia machen. Duran im 9. Inning zu bringen hat wenig Wert, wenn der Bullpen die Führung direkt vorher verspielt hat.

  • Die große Kontroverse war der Bunt in Spiel 3 im 9. Inning mit 0 Aus. Die Dodgers spielen das Wheel Play zur Perfektion aus, aber die Frage muss erlaubt sein, wieso man hier buntet. Ja, das Matchup mit Stott gegen Vesia war nicht gut, aber Castellanos ist ein schlechter Baserunner, der die Fundamentals bei diesem Bunt nicht abgerufen hat und viel zu viel Zeit gebraucht hat, um zur dritten Base zu rennen. Der Bunt war dann auch noch schlecht ausgeführt. Auch die analytischen Zahlen sagen, dass ein Runner auf 2 mit 0 Aus besser ist, als ein Runner auf 3 mit 1 Aus, zumal die Phillies hier noch die Chance auf einen Sieg gehabt hätten, aber ausschließlich auf den Ausgleich gespielt haben. Let him Swing!

  • Ganz bitter für Philadelphia war die Verletzung von Harrison Bader, der mit einer Zerrung nur als Pinch Hitter zur Verfügung stand und sofort wieder ausgewechselt werden musste, wenn er es auf Base geschafft hatte. Dadurch musste Philadelphia mit Brandon Marsh spielen, der eine katastrophale Serie spielte und nur einen einzigen Hit verzeichnen konnte – genau so viele wie Bader in seinen zwei Gelegenheiten als Pinch Hitter. Besonders bei seinem At Bat gegen Tyler Glasnow im 6. Inning von Spiel 4 weiß ich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Er bekommt drei Curveballs in den Dreck, schwingt nach Zweien davon, nur um dann einen Fastball in die Mitte zum Strike Three anzugucken.

  • Kein Team war so gut gewappnet für die Dodgers wie Philadelphia. Die Phillies hatten mit ihren drei Lefty Starting Pitchern das perfekte Matchup für Othani, der in dieser Serie bei 18 At Bats nur einen Hit bei 9 Strikeouts landen konnte. Es ist aber auch eine Machtdemonstration der Dodgers, wenn dein bester Spieler ausgeschaltet wird und das Team die Spiele trotzdem gewinnt. Wie so oft sind es nicht die Stars bei LA, die die Spiele entscheiden, sondern die Rollenspieler die in der Postseason immer und immer wieder die Spiele reißen. Kiké Hernandez, Teoscar Hernández, Tommy Edman, Max Muncy, irgendeiner schafft es immer, den entscheidenden Hit zu setzen.

  • Philadelphia war in jeder traditionellen Schlagkategorie vorne: Hits (29:28), Doubles (7:3), Triples (2:1), Homeruns (3:2), Walks (17:12), Strikeouts (38:41). Über die drei Niederlagen hinweg waren es zusammengezählt 4 Runs, die den Unterschied ausmachten. Die Serie hätte es gut und gerne auch hergegeben, dass die Phillies LA sweepen. Am Ende schaffte man es aber zu selten, Runner in Scoring Positions auch nach Hause zu bringen. Turner, Schwarber und Harper blieben in den Niederlagen bei 3 von 35.

  • zu guter Letzt hatten die Phillies auch noch Pech mit dem Plate Umpire. Die Niederlage in Spiel 1 wird eingeleitet, weil der Leadoff Batter im 7. Inning beim Count von 2-2 einen Pitch der die Zone streift als Ball gecallt bekommt und anschließend auf Base kommt. Im entscheidenden Spiel 5 schaut sich Alex Call beim Count von 2-2 einen Pitch an und bekommt einen Ball anstelle eines dritten Strikes. Am Ende kriegt er den Walk und ist der Run, der durch den Bases Loaded Walk von Mookie Betts den Ausgleich im Spiel bedeutet.

  • Sowohl Catcher als auch Pitcher waren sich zu 100% sicher und selbst der Home Plate Umpire hat sich später bei Sanchez entschuldigt, dass er den Strike Call verpasst hat. Es gibt natürlich dutzende sportliche Gründe weshalb die Phillies ausgeschieden sind, aber es passt ins Bild, dass sie in den entscheidenden Situationen auch kein Glück mit den Umpiren hatten.

  • Damit beginnt eine spannende Offseason in der Stadt der brüderlichen Liebe. Catcher JT Realmuto (34) und Kyle Schwarber (32) werden Free Agents. Realmuto hat dieses Jahr erstmals Zeichen des Alters gezeigt, ist aber eigentlich für die Phillies unverzichtbar. Schwarber sammelte 56 Homeruns und wird einen großen Markt haben. Mit Starter Ranger Suarez wird ein weiterer wichtiger Spieler Free Agent. Gleichzeitig zahlt man aber hohe Gehälter an Spieler, die der Leistung nicht mehr gerecht werden. Aaron Nola sieht aus als wäre er done, verdient aber noch über $120M über die nächsten 5 Jahre. Zack Wheeler kriegt pro Jahr $42M, muss mit 35 aber erstmal von einer Venenkomprimierung am Schlüsselbein zurückkämpfen, die sein Jahr beendete. Nick Castellanos ($20M) und Taijuan Walker ($18M) sind faktisch Kaderleichen, auf die man nicht mehr bauen kann. Es fühlt sich im Moment so an, als ob es das letzte Jahr gewesen ist, in welchem die Phillies als echter Contender ins Rennen gegangen sind.

Tigers vs. Mariners – ALDS Series Recap

#6 Detroit Tigers (87-75) vs. #2 Seattle Mariners (90-72)

NLCS2

Game 1: 3-2 (11. Inning)
Game 2: 2-3
Game 3: 4-8
Game 4: 9-3
Game 5: 2-3 (15. Inning)

Seattle Mariners advance to the ALCS

Schon das erste Spiel der Serie war ein Vorbote für das dramatische Ende dieses Best of 5. Beide Teams setzten 15 Pitcher ein, bis Zach McKinstry das Spiel mit einem Basehit im 11. Inning entscheidend in Richtung Detroit lenkte.

Detroit hatte mit Tarik Skubal in Spiel 2 exzellente Aussichten den zweiten Sieg der Serie zu holen, aber Jorge Polanco hatte etwas dagegen: Im vierten und im sechsten Inning schlug der 2nd Baseman der Mariners gleich zwei single Homeruns gegen das Ass der Tigers und brachte die Mariners mit 2-0 in Führung.

Im Basketball gab es Anfang der 2010er die Memphis Grizzlies, die irgendwann den Spitznamen „Grit n’ Grind Grizzlies“ bekamen, weil sie auch mit unterlegenen sportlichen Mitteln nie aufgaben und mit Leidenschaft und Siegeswille immer einen Weg zum Ziel fanden. Die Detroit Tigers erinnern mich durch ihre Auftritte letztes und dieses Jahr als Gegenstück in der MLB stark an die Grizzlies von damals, denn auch in diesem Spiel gaben Sie nicht auf und konnten durch ein 2 RBI Double von Spencer Torkelson das Spiel im 8. Inning ausgleichen.

Der Ausgleich hatte aber nicht lange bestand, denn im unteren Inning gingen die Mariners durch ein Double von Julio Rodriguez erneut in Führung und konnten diesen knappen Vorsprung auch ins Ziel retten um die Serie auszugleichen.

Bei all der Dramatik in den ersten beiden Spielen brauchte es in Spiel 3 erstmal einen kleinen Durchschnaufer: Seattle gewann in Detroit relativ deutlich, wobei die Tigers auch hier einen 1-8 Rückstand im letzten Inning auf 4-8 einkürzen konnten und Pech hatten, dass Parker Meadows Line Drive mit Läufer auf erster Base genau im Handschuh von Josh Naylor für ein Game Ending Double Play endete.

Spiel 4 startete gut für Seattle, die in Inning 2, 4 und 5 jeweils einen Run scorten. Die Tigers ließen sich davon aber nicht abschütteln und drehten das Spiel innerhalb von zwei Innings auf 7-3, ein Vorsprung, den Sie nicht mehr hergaben. Endstand: 9-3, ein entscheidendes Spiel in Seattle war nötig.

Und dieses Spiel, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll… Detroit startete wieder mit Tarik Skubal, der eine dominante Perfomance ablieferte und zwischenzeitlich mit 7 Strikeouts in Serie einen neuen Postseason Rekord aufstellte. Seattle gelang dennoch durch ein Double (einer von zwei Hits gegen Skubal), einer Stolen Base und einem Sacrifice ein hart erkämpfter Run zur 1-0 Führung. Zum fünften Mal in Folge gingen die Tigers in Rückstand, aber wieder einmal kämpften sie sich zurück: Kerry Carpenter versetzte den T-Mobile Park mit einem seiner 4 Hits an diesem Tag in Schockstarre.

Die Luft für Seattle wurde merklich dünner. Im 7. Inning konnten die Mariners nochmal bei zwei Aus zwei Läufer auf Base bringen. An den Schlag ging ein Pinch Hitter, der sein erstes Postseaon At Bat seiner Karriere hatte: Leo Rivas tingelte 9 Jahre durch die Minor Leagues, ehe Seattle ihn im Alter von 26 das erste Mal in die Major League holte. Am Tag seines Geburtstags hatte er nun das größte At Bat seines Lebens – und lieferte ab.

Das Spiel ging in Extra-Innings und nahm hier direkt Kurs auf das Prädikat „All Time Classic“. Beide Teams leerten alles aus, was Sie noch an brauchbaren Armen finden konnten. Detroit brachte Jack Flaherty auf den Mound, der bedrohlich wackelte, aber nie stürzte. Seattle setzte mit Logan Gilbert und Luis Castillo ebenso zwei Starter als Reliever ein. Die Action auf dem Feld ähnelte einem Schwergewichtskampf in der letzten Runde, bei dem beide Parteien einen Haymaker nach dem anderen schwangen. Unzählige Male konnten beide Teams Baserunner in Scoring Position bringen, unzählige Male aber nicht ins Ziel bringen.
Was beide Teams hier defensiv unter höchstem Druck zeigten, war atemberaubend. Jeder Pitch, jeder Swing konnte das Spiel entscheiden, über insgesamt 6 Extra Innings hinweg und die Fans haben unzählige Male den Atem anhalten müssen.

Ein paar Highlights:

Eugenio Suarez wirft im 12. Inning den Runner auf Home aus:

Die Seattle Mariners schaffen es anschließend, sich aus einer Bases Loaded Situation zu winden.

Seattle hat anschließend die Chance, das Spiel zu entscheiden, aber Arozarena schlägt in ein Double Play:

Gleiche Situation im 13. Inning:

Dillon Dingler wirft im 14. Inning den Baserunner mit einem perfekten Wurf aus:

Es dauerte bis in das 15. Inning bis zur Entscheidung. Die Mariners konnten die Bases aufladen und bei einem 3-2 Count war klar, dass der nächste Pitch das Spiel entscheiden würde. Jorge Polanco beförderte den Changeup von Tommy Kahnle mit dem am härtesten geschlagenen Ball des Abends in die Lücke zwischen 1st und 2nd und die Mariners damit in die ALCS.


Meine Gedanken

  • Josh Naylor zeigt, wie man gegen einen dominanten Pitcher wie Skubal schlagen muss. Der Run zum 1-0 geht voll und ganz auf sein Konto. Anstatt zum Homerun Swing anzusetzen, foult er bei zwei Strikes zunächst einen Fastball außerhalb der Zone weg, bevor er anschließend den gleichen Fastball in die gleiche Location mit einem defensiven Swing zu einem opposite Field Double schwingt. Diese Herangehensweise würde man sich manchmal häufiger wünschen und könnte dem ein oder anderen Team auch guttun (Looking at you, Philadelphia)

  • Damit aber nicht genug. Naylor ist der zweitlangsamste Spieler der MLB und hat dennoch 30 Stolen Bases auf seinem Konto, weil er den Pitcher unglaublich gut lesen kann. So auch, als er anschließend die dritte Base stiehlt. Durch einen weiten Flyball ins Outfield kann er anschließend per Tag Up nach Hause kommen und so die Führung erzielen.

  • Tarik Skubal war zwar total dominant, die Mariners haben dennoch einen guten Job gegen ihn abgeliefert, indem Sie jedes At Bat bis zum Ende gekämpft haben. Es gab so gut wie keine 1st oder 2nd Pitch Outs, stattdessen hat Seattle viele Pitches gehen lassen und konnte mit zwei Strikes viele Foulballs schlagen. Das sorgte dafür, dass Skubal nach dem 6. Inning bei 99 Pitchs stand und ausgewechselt werden musste. Manchmal geht es nicht darum, Runs gegen den dominierenden Starter zu machen, sondern ihn einfach nur aus dem Spiel zu bringen. Gerade im Vergleich zur Serie zwischen den Dodgers und Phillies gab es hier eine ganz andere Herangehensweise, tatsächlich auch von beiden Teams.

  • Ein hoch auf die Catcher. Dillon Dingler und Cal Raleigh knieten nicht nur 15 Innings lang hinter der Homeplate, sie zeigten beide auch beeindruckende Defensive Plays. Dingler konnte im 14. Inning den Basestealer Richtung zweiter Base auswerfen, Raleigh gelang dies bereits im vierten Inning mit einem unfassbaren Wurf. Besser kann man diesen Ball nicht platzieren und genau das ist auch die einzige Chance für Crawford, den Runner zu taggen. Wenige Zentimeter weiter in irgendeine andere Richtung und diese Base ist gestohlen. Cal Raleigh ist vollkommen zurecht ein Platinum Glove Sieger.

  • Für mich ist Game 5 eines der besten Postseason Spiele, die ich bisher gesehen habe. Schon über die erste Hälfte hatte dieses Spiel dieses schwer zu greifende „Big Game Feeling“. Beide Starter waren in Topform, jeder Run musste hart erkämpft werden, was jede Action umso wichtiger erschienen ließ. Die fünf Extra Innings setzten dem ganzen dann auch noch die Krone auf, bei den Kamera Shots in das Publikum sah man immer wieder Fans, die während dieses fünf Stunden dauernden Martyriums vollkommen am Ende waren.

  • Das Spiel hätte schon früher vorbei sein können. Mariners Closer Andrés Muñoz kam für das Ende des 8. sowie das komplette 9. Inning zum Einsatz und hatte arge Probleme, seine Pitches zu kontrollieren. Von seinen 25 Pitches waren 22 Slider, aber nur wenige davon landeten dort, wo sie landen sollten. Neben Pitches die so weit von der Zone entfernt sind, dass sie für den Batter einfach durchzulassen sind, waren auch einige zu mittig und hoch. Detroit konnte trotz zweier Walks kein Kapital schlagen, aber es sah bedrohlich danach aus, als ob die Tigers dem Heimteam den KO Punch verpassen würden.

  • Jack Flaherty hatte mit ähnlichen Kontrollproblemen bei seinem Fastball zu kämpfen, als er das 13. und 14. Inning für Detroit pitchte. Raleigh und Rodriguez walkte er zunächst, bevor er gegen Polanco und Eugenio Suarez in den At Bats ebenfalls mit 2-0 und 3-1 zurückfiel. Dann setzte wohl die „Fuck it“ Attitüde ein und er begann, die Batter mit Pitches in die Mitte der Zone zu challengen – riskant, aber erfolgreich.

  • Der Mariners Bullpen könnte mehr Lefties vertragen, wenn man unbedingt das Lefty-Matchup spielen will. Im 6. Inning kam Gabe Speier rein, neben Caleb Ferguson der einzige Linkshänder bei den Mariners. Speier gab bereits in Spiel 4 den entscheidenden Homerun ab und bekam den Loss in seine Statistik geschrieben. In Spiel 5 das gleiche Spiel: Er kommt extra für Lefty Kerry Carpenter rein, der so wertvoll für AJ Hinch ist, dass er ihn nicht aus dem Spiel nehmen kann – gerade weil Seattle nach Speier nur noch Rechtshänder zur Verfügung hat und Carpenter sehr gut gegen Righties schlägt. Am Ende macht das kein Unterschied: Carpenter setzt den hohen Fastball zum Homerun über die Outfieldmauer. Gerade in Hinblick auf die Serie gegen die Blue Jays sollte das großen Alarm bei Seattle auslösen. Generell dürften sich die Blue Jays nach diesem Spiel die Hände reiben, die Mariners haben drei Starter für die nächste Serie eingesetzt um dieses Spiel zu gewinnen.

Yankees vs Blue Jays – ALDS Series Recap

#4 New York Yankees (94-68) vs. #1 Toronto Blue Jays (94-68)

ALDS1

Game 1: 1-10
Game 2: 7-13
Game 3: 9-6
Game 4: 2-5

Toronto Blue Jays advance to the ALCS

Eine Offensivexplosion der Blue Jays bringt die Kanadier verdient und deutlich in die nächste Runde. Auch wenn das Ergebnis aus Spiel 1 am Ende klar aussah, so gab es im 6. Inning die Chance für New York Spiel 1 und damit auch die Serie an sich zu reißen: Beim Stand von 0-2 kam Aaron Judge mit Bases Loaded an den Schlag und schwang bei 3-2 nach einem Splitter weit außerhalb der Strike Zone.

Die Yankees brachten anschließend den schon gegen Boston in der Krise steckenden Luke Weaver auf den Mound, der kein einziges Aus erzielen konnte und zogen mit 10-1 davon.

Die noch brutalere Niederlage folgte in Spiel 2, als die Blue Jays 7 Runs gegen Starter Max Fried erzielten und nach 5 Innings bereits mit 12-0 führten. Besonders Vladimir Guerrero Jr. hatte mit einem Grand Slam seinen Signature Moment.

Rookie Trey Yesavage legte in 5.1 Innings eine unglaubliche Performance hin und strikte 11 Yankees aus, ließ dabei keinen einzigen Hit und nur einen Walk zu. Dennoch konnten die Yankees zumindest einen kleinen moralischen Erfolg feiern und selber noch 7 Runs erzielen, was dafür sorgte, dass Toronto nochmal tief in seinen Bullpen gehen musste.

Zunächst erschien es aber so, als ob die Blue Jays kurzen Prozess machen würden. In Spiel 3 setzte es eine frühe 6-1 Führung und diese Serie schien entschieden. Die Energie entwich aus dem Stadion wie Luft aus einem löchriges Gummiboot, doch New York gab sich nicht auf und der Captain Aaron Judge glich das Spiel mit etwas Glück vom Wind, schlechter Defense und einem 3 Run Homerun aus.

Schlechte Defense daher, weil Addison Barger unmittelbar zuvor einen Popup an der dritten Base fallen ließ und den Yankees somit ein Aus und einen Baserunner schenkte. Generell erlaubte sich Toronto in diesem Spiel mehrere ungewöhnliche Fehler in der Defensive, welche Sie am Ende den frühzeitigen Seriensieg kostete. So vertändelte 2B Isiah Kiner-Falefa im ersten Inning einen einfachen Groundball zum dritten Aus, den Stanton mit einem Hit und einem RBI bestrafte.

In Spiel 4 wendete sich das Blatt jedoch und die Blue Jays spielten fehlerlos, während die Yankees die entscheidenden Fehler machten. Beim Stand von 2-1 im 7. Inning verpatzte Jazz Chisholm einen Groundball zum Inning Ending Double Play und die Blue Jays nutzen diesen Fehler gnadenlos aus, um mit 4-1 in Führung zu gehen.

Ein letztes Aufbäumen der Yankees im 8. Inning endete mit einem Bases Loaded Flyout

und so ziehen die Blue Jays überzeugend in die nächste Runde ein.

Meine Gedanken:

  • Die Statline der Starting Pitcher der Yankees in Spiel 1, 2 und 3 sieht katastrophal aus.
    Luis Gil: 2.2 IP, 4 Hits, 2 Runs
    Max Fried: 3.0 IP, 8 Hits, 7 Runs
    Carlos Rodon: 2.1 IP, 6 Hits, 6 Runs
    So gewinnt man natürlich keine Serie. In allen vier Spielen lagen die Yankees vom Start weg zurück. Während Fried und Rodon definitiv runter mussten, bleibt die Frage, ob der Pull von Gil in Spiel 1 nicht zu früh kam. Er war zwar am Anfang sehr wild und verfehlte seine Spots, dennoch waren beide Runs „nur“ Single Homeruns. Er konnte zudem die einzigen beiden Strikeouts des Yankee Pitching Staffs sammeln und schien im dritten Inning besser in das Spiel zu kommen. Seine frühe Auswechslung rief eine Kettenreaktion hervor und New Yorks Bullpen war von Anfang an in der Serie unter Druck
  • So schwach wie er die letzten Jahre in der Postseason performte, an Aaron Judge lag es dieses Mal nicht: In 7 Spielen legte er einen Batting Average von .500 auf, bei 13 Hits und einem OPS von 1.273. Dennoch wird er noch lange über sein Bases Loaded At Bat in Spiel 1 nachdenken. Ich war überrascht, fast schon schockiert dass er nach dem Splitter von Gausman geschwungen hat, nachdem er kurz zuvor einen aus der Zone fallenden Splitter über die Platte hat kommen sehen, bei dem er nicht schwang. Rückblickend war es das At Bat der Serie.

  • Ben Rice war hoffnungslos overmatched gegen Gausman und Yesavage. Seine At Bats waren nur schwer anzusehen, man musste fast schon Mitleid mit dem jungen Rookie haben. Er sah aus wie ein Schuljunge, der das erste mal bei den Erwachsenen mitspielen darf. 8 Whiffs gegen den Splitter, dabei kein einziger Foulball, ein einfaches Strikeout Opfer für die Blue Jays Starter von Spiel 1 und 2.

  • Dass Aaron Boone nach den letzten Auftritten nochmal auf Luke Weaver setzt und ihn beim Stand von 2-0 in Spiel 1 bringt, hat mich überrascht, ist aber auch ein Zeichen dafür, dass der Bullpen nicht genug hergegeben hat. Mit Ansage setzte Weaver das Spiel in den Sand, ließ drei Runs zu ohne ein Aus zu bekommen und beendete seine Postseason mit einem ERA von sage und schreibe 135.
  • Aber genug über die Yankees geredet, in erster Linie war es die starke Leistung der Blue Jays am Schlag, die diese Serie entschieden hat. Vom ersten Moment an brachte Toronto die Bälle ins Spiel und zeigte dabei überraschende Power am Schlag. 9:4 lautete die Homerun Statistik in der Serie.
  • Trey Yesavage war ein Rätsel, welches die Yankees nicht lösen konnten. Ich bin gespannt, ob er diese Dominanz auch gegen Lineups mit mehr Geduld und Zurückhaltung am Schlag beibehalten kann. 48 seiner 73 Pitches landeten am Ende außerhalb der Strikezone, die Yankees schwangen den Schläger bei 31 Pitches, 18 davon waren außerhalb der Zone. Natürlich ist gerade das auch der Sinn und Zweck eines nach unten brechenden Splitters, dennoch will ich sehen, wie er auf ein geduldigeres Lineup mit weniger Swing and Miss reagiert.

  • Daulton Varsho stellte in Spiel 2 einen Rekord ein, als er durch zwei Homeruns und zwei Doubles insgesamt vier Extra Base Hits in einem Postseason Spiel sammelte
  • Der dominanteste Mann dieser Serie trug Blau und hört auf den Namen Vladimir Guerrero Jr. Nicht nur seine Zahlen waren überragend, auch seine Leidenschaft merkte man ihm in jeder Aktion an, egal ob er sich über ein geschlagenes Sacrifice Fly freute, oder als er mit einem Superman Dive von der 2nd Base aus scorte.

Most Valuable Player: Vladimir Guerrero Jr. (TOR) – 9 Hits, 3 Homeruns, 9 RBI, .529 Batting Average, 1.609 OPS (On Base + Slugging)

Least Valuable Player: Anthony Volpe (NYY) – 1 Hit, 0.067 Batting Average, 0.067 On Base Percentage, 11 Strikeouts

Most Memorable Moment: Vlad Guerrero goes Superman


Die restlichen Serien

Die Tigers konnten etwas überraschend gegen die Mariners gewinnen und erzwingen somit ein entscheidendes Spiel 5 in Seattle. Tarik Skubal wird für Detroit auf den Mound gehen, was grundsätzlich erstmal ein gutes Zeichen ist, auch wenn Seattle alle drei Starts gegen Skubal dieses Jahr gewinnen konnte. First Pitch ist von Freitag auf Samstag um 02:08 Uhr.

Auch die Phillies verlängern ihr Schicksal um ein weiteres Spiel. Gegen den sonst so starken Yamamoto gelangen zunächst 3 Runs, ein Vorsprung der später gegen Clayton Kershaw sogar noch auf 8-1 ausgebaut werden konnte. Das Momentum für Spiel 4 ist jetzt auf der Seite der Phillies, die mit Christopher Sanchez starten, welcher die Dodgers in Spiel 1 nach Belieben dominierte. Zudem konnte Philadelphia seine High Leverage Reliever schonen, sodass ein Jhoan Duran in Spiel 4 auch für mehrere Innings zur Verfügung stehen könnte. Bei LA wird Tyler Glasnow starten, der immer noch starke und gleichzeitig vermeidlich schwächste Starter der Dodgers. First Pitch ist Heute um 00:08 Uhr

Dank 4 Runs im ersten Inning erzwingen auch die Cubs das vierte Spiel der Serie. Milwaukee kam zwar noch auf 3-4 heran und lud die Bases im 8. Inning, der entscheidende Hit sollte aber nicht mehr gelingen. Heute um 03:08 Uhr entscheidet sich, ob die Brewers in die NLCS einziehen, oder es in ein entscheidendes Spiel 5 geht.

Divisional Round Preview

Damit sind wir in der meiner Meinung nach besten Playoffrunde angekommen – den Divisional Rounds! Für den europäischen Zuschauer die letzte Runde, in der man noch vergleichbar viele Spiele Live sehen kann, bevor sich der TV Schedule in der nächsten Runde ausdünnt und fast nur noch aus Prime Time Spielen besteht. Dazu sind die Best of 5 Serien ein guter Sweet Spot zwischen der Lotterie der Wild Card und der klassischen Best of 7 Serie, sodass die ein oder andere Überraschung drin ist.

American League

#6 Detroit Tigers (87-75) vs. #2 Seattle Mariners (90-72)

Game 1: Samstag auf Sonntag, 02:38 Uhr
Game 2: Sonntag auf Montag, 02:03 Uhr
Game 3: Dienstag, 22:08 Uhr
*Game 4: Mittwoch, 21:08 Uhr
*Game 5: Freitag, 22:40 Uhr

Broadcast Crew: Adam Amin, AJ Pierzynski, Adam Wainwright mit Tom Verducci

Die Rollen der beiden Teams haben sich im Verlauf der Saison auf den Kopf gestellt – während die Tigers lange Zeit wie der sichere Kandidat für einen Top 2 Seed aussahen, mussten die Mariners um die Wild Card kämpfen. Im letzten Monat brachen die Tigers aber zusammen und die Mariners zogen an den Astros vorbei und übernahmen die Führung in der AL West. Beide Teams trafen noch nie in der Postseason aufeinander.

Sportlich halten die Mariners die Trümpfe in der Hand. Sie haben das bessere Lineup, schlagen mehr Homeruns, besitzen den besseren Pitching Staff und mit Cal Raleigh einen Superstar, der in der regulären Saison 60 Homeruns produzierte.
Trotzdem darf man die Tigers nicht abschreiben, denn mit Tarik Skubal hat Detroit den Dominator aller Klassen auf dem Mound. Skubal wird wahrscheinlich Spiel 2 und ein mögliches Spiel 5 starten, die Mariners sollten also alles daran setzen, diese Serie frühzeitig zu beenden um diesen Szenario aus dem Weg zu gehen.

Mein Tipp: Mariners in 4

#4 New York Yankees (94-68) vs. #1 Toronto Blue Jays (94-68)

Game 1: Samstag, 22:08 Uhr
Game 2: Sonntag, 22:08 Uhr
Game 3: Dienstag auf Mitwoch, 02:08 Uhr
*Game 4: Mittwoch auf Donnerstag, 01:08 Uhr
*Game 5: Freitag auf Samstag, 02:08 Uhr

Broadcast Crew: Joe Davis, John Smoltz mit Ken Rosenthal

Genau wie im anderen Matchup trafen auch diese beiden Teams noch nie in der Postseason aufeinander, wenngleich sich die Yankees und Blue Jays in der regulären Saison ein Kopf an Kopf Rennen um den #1 Seed lieferten.

Am Schlag ist dieses Matchup ein Duell der Gegensätze. Während die Yankees durch Homeruns glänzen, zeichnen sich die Blue Jays vor allem durch Kontakt und eine niedrige Strikeout Rate aus. New York hat also mehr Power, Toronto mehr Länge im Lineup. Das Kriterium Defense entscheiden die Blue Jays klar für sich, spannend wird sein, in wie fern die Blauhäher die gegnerische Defensive mit ihrer Kontaktstärke unter Druck setzen können. Schlechte Defensive hat den Yankees bereits letztes Jahr die World Series gekostet.
Im Pitching haben beide Teams Fragezeichen zu beantworten. Während sich die Rotation der Yankees in der Wild Card Runde stabilisert hat und mit Fried, Rodon und Schlittler für eine 5 Game Series gut aufgestellt ist, muss der Bullpen weiterhin beweisen, dass er die Spiele nach Hause bringen kann, schließlich wird der Starter nicht jeden Abend 8 Innings absolvieren.
Auch bei den Kanadiern wird der Puls steigen, wenn Jeff Hoffmann den Ball im 9. Inning bekommt. Dazu fehlen mehrere Starter wie Chris Bassitt oder Max Scherzer aufgrund von Verletzungen, weshalb der Plan der Blue Jays für diese Serie noch nicht ganz klar ist. Shane Bieber und Kevin Gausman werden sicher starten, dazu vielleicht Rookie Trey Yesavage. Da die Leistung in der Spitze bei einer Best of 5 Serie wichtiger ist als in der Breite, sehe ich die Yankees hier aber vorne.
Beide Teams sind nicht perfekt, aber das sollte für unterhaltsame Spiele sorgen und es würde mich wundern, wenn wir hier nicht über die volle Distanz gehen sollten.

Mein Tipp: Yankees in 5


National League

#3 Los Angeles Dodgers (93-69) vs. # 2 Philadelphia Phillies (96-66)

Game 1: Samstag auf Sonntag, 00:38 Uhr
Game 2: Montag auf Dienstag, 00:08 Uhr
Game 3: Mittwoch auf Donnerstag, 03:08 Uhr
*Game 4: Donnerstag auf Freitag, 00:08 Uhr
*Game 5: Samstag auf Sonntag, 02:08 Uhr

Broadcast Crew: Brian Anderson, Jeff Francoeur mit Lauren Shehadi

Dieses Matchup könnte man auch als vorgezogene NLCS bzw. vorgezogene World Series bezeichnen. Hier treten zwei Teams mit zahlreichen Superstars, einer hohen Payroll und großen Erwartungen aufeinander – alles andere als die World Series wäre für beide Teams bei diesem Talent eine herbe Enttäuschung.

Das Starting Pitching ist auf beiden Seiten über alle Zweifel erhaben, auch wenn die Phillies mit dem Ausfall Zach Wheelers einen empfindlichen Verlust hinnehmen mussten. Stattdessen werden mit Christopher Sanchez, Jesus Luzardo und Rangers Suarez drei Linkshänder starten. Bei den Dodgers stehen mit Ohtani, Snell und Yamamoto drei Allstar Pitcher in Bestform bereit. Entscheiden wird also der Bullpen, der bei den Dodgers schon in der Wild Card Serie der große Schwachpunkt war. In wie fern können hier umfunktionierte Starter wie Clayton Kershaw, Roki Sasaki oder Tyler Glasnow unterstützen? LA braucht lange Outings ihrer Starter, aber wie aggressiv wird man mit Ohtani umgehen, der sich nach seiner Ellenbogenoperation erst seit kurzem wieder als Starter eingefundenhat? Auch Blake Snell ist nicht bekannt dafür, tief in die Spiele zu gehen.
Die Phillies bleiben von diesen Problemen aber nicht verschont, bevor der Ball an Closer Jhoan Duran übergeben wird, gibt es auch hier Innings, die es zu überbrücken gilt.

Offensiv laufen beide Teams mit 55+ Homerun Spielern in Shohei Ohtani und Kyle Schwarber auf. Bei den Dodgers kehrt Will Smith zurück, der nach seiner Handverletzung in der Wild Card Serie aussetzen musste. Ist er wirklich fit, haben die Dodgers das bessere Lineup.

Meiner Meinung nach treffen hier die beiden Favoriten auf den Titel aufeinander und wer auch immer hier weiterkommt, wird sich die World Series holen. Seit 24 Jahren konnte kein Team mehr den Titel verteidigen, es liegt also an den Phillies, dass dies auch so bleibt.

Mein Tipp: Dodgers in 5

#4 Chicago Cubs (92-70) vs. #1 Milwaukee Brewers (97-65)

Game 1: Samstag, 20:08 Uhr
Game 2: Montag auf Dienstag, 03:08 Uhr
Game 3: Mittwoch, 23:08 Uhr
*Game 4: Donnerstag auf Freitag, 03:08 Uhr
*Game 5: Samstag, 22:38 Uhr

Broadcast Crew: Alex Faust, Ron Darling mit Lauren Jbara

Die Brewers behielten mit 97 Siegen überraschend die Oberhand in der Division, die Cubs haben jetzt die Chance auf Revanche.

Beide Teams zeichnet ihre ausgezeichnete Defensive aus, wir dürfen uns also auf einige Highlights mit dem Leder freuen. Offensiv ist ein deutlicher Unterschied in der Philosophie zu erkennen. Die Milwaukee Brewers haben eine exzellente Pitch Recognition und schaffen es, Schwünge auf Pitches außerhalb der Zone zu vermeiden. Gleichzeitig bestraft die Brew Crew jeden Pitch, der in der Mitte landet. Sie erkennen die Lücken in der gegnerischen Defensive und nutzen diese aus – die Cubs haben mit ihrer starken Defensive aber ein passendes Gegenmittel parat.
Traditionell krankt das Spiel der Brewers an der Power, was auch dieses Jahr wieder Fall ist. Zwar können alle Spieler aus dem Lineup ein OPS+ von über 100 aufweisen, aber lediglich Christian Yelich (29) und Jackson Churio (21) kann man als Homerun Threat einstufen. Ganz anders die Cubs, die sich auf die Homerun Power von Seiya Suzuki, Kyle Tucker, PCA und Michael Busch verlassen können, welche sie schon in der Wild Card eine Runde weiter gebracht hat.

Beim Pitching haben die Brewers trotz des Ausfalls von Brandon Woodruff den Vorteil auf ihrer Seite. Milwaukees Pitching Department hat wieder einmal aus einer Reihe von Cast-Offs eine schlagfertige Rotation gebildet, die von Freddy Peralta angeführt wird. Der Bullpen ist auf dem Papier etwas stärker einzuschätzen als der von den Cubs, aber Chicagos Reliever haben in der Wild Card vollends überzeugt.

Die Milwaukee Brewers haben die letzten fünf Playoffserien verloren und konnten dabei nur zwei Spiele gewinnen. Das Team legte die beste Regular Season der Franchise Geschichte hin und konnte 97 Spiele gewinnen, aber in den Playoffs setzt sich Power am Ende häufiger durch als Kontakt und die Cubs haben gegen San Diego bewiesen, dass sie Spiele nur mit Homeruns gewinnen können. Gönnen würde ich es der Brew Crew, glauben tue ich es nicht.

Mein Tipp: Cubs in 5

Kompletter TV Schedule

Heute

20:08 Uhr – Game 1 – Cubs @ Brewers
22:08 Uhr – Game 1 – Yankees @ Blue Jays
00:38 Uhr – Game 1 – Dodgers @ Phillies
02:38 Uhr – Game 1 – Tigers @ Mariners

Sonntag

22:08 Uhr – Game 2 – Yankees @ Blue Jays
02:03 Uhr – Game 2 – Tigers @ Mariners

Montag

00:08 Uhr – Game 2 – Dodgers @ Phillies
03:08 Uhr – Game 2 – Cubs @ Brewers

Dienstag

22:08 Uhr – Game 3 – Mariners @ Tigers
02:08 Uhr – Game 3 – Blue Jays @ Yankees

Mittwoch

*21:08 Uhr – Game 4 – Mariners @ Tigers
23:08 Uhr – Game 3 – Brewers @ Cubs
*01:08 Uhr – Game 4 – Blue Jays @ Yankees
03:08 Uhr – Game 3 – Phillies @ Dodgers

Donnerstag

*00:08 Uhr – Game 4 – Phillies @ Dodgers
*03:08 Uhr – Game 4 – Brewers @ Cubs

Freitag

*22:40 Uhr – Game 5 – Tigers @ Mariners
*02:08 Uhr – Game 5 – Yankees @ Blue Jays

Samstag

*22:38 Uhr – Game 5 – Cubs @ Brewers
*02:08 Uhr – Game 5 – Dodgers @ Phillies