World Series 2025 Preview

WORLD SERIES 2025

#3 Los Angeles Dodgers (93-69) vs. #1 Toronto Blue Jays (94-68)

Die Dodgers werden ihrer Favoritenrolle vor der Saison gerecht und fegen mit einer Bilanz von 9-1 durch die Playoffs. Die Blue Jays auf der anderen Seite sind der große Gewinner der Saison 2025. Vor der Saison standen Sie am Scheideweg: Eine ganz schwache Vorsaison beendete man auf dem letzten Platz in der Division, in den letzten drei Playoffserien 2020, 2022 sowie 2023 konnte man keinen einzigen Sieg einfahren, eine ungeklärte Vertragssituation mit Vlad Guerrero Jr., Topverdiener George Springer zu alt und done, dazu ging man bei vielen Free Agents wieder einmal leer aus (unter anderem bei Roki Sasaki, auf den Sie jetzt bei den Dodgers treffen werden). Ein schwacher Saisonstart hätte der Tropfen gewesen sein können, der das Fass zum überlaufen bringt und einen kompletten Rebuild einleitet. Der Saisonstart war zunächst eher enttäuschend, aber mit einem starken Juni gelang die Rückkehr in das Playoffrennen und am 3. Juli übernahm Toronto die Divisionführung von den Yankees, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgeben sollten. Guerrero verlängerte seinen Vertrag um 15 Jahre, Springer wurde mit 35 Jahren von einem der schlechtesten zu einem der besten Outfielder der Liga (Insert Trashcan Witz hier) und so kämpften die Blue Jays sich durch ein hartes Programm in der Postseason, wo man die Titelfavoriten aus New York und Seattle besiegte.

Das Matchup
Die große Chance für die Brewers in der NLCS bestand darin, die Dodgers Starter früh aus dem Spiel zu bringen und somit die Schwachstelle LAs offenzulegen, nämlich den schwächelnden Bullpen. Das hat überhaupt nicht geklappt, weil sich Yamamoto, Snell, Ohtani und Glasnow in einem Formhoch befinden und Milwaukee so dominierten, dass der Bullpen zum Teil gar nicht erst angefasst werden musste. In der aktuellen Verfassung kann man hier definitiv von einer der besten Postseason Rotationen aller Zeiten reden.


Jetzt kommen aber die Blue Jays ins Spiel, welche die niedrigste Strikeout Quote aller Mannschaften in der MLB vorweisen können. Zwar waren auch die Brewers Top 5 in dieser Statistik, aber die Kanadier haben neben der Strikeout Rate schlichtweg ein besseres Lineup als Milwaukee. Ein großer Schlüssel für den Erfolg in der ALCS waren vor allem die Batter 7, 8 und 9, welche immer wieder auf Base kamen und das Lineup somit an den Start rollten, wo Springer, Guerrero und Co. mit Läufern auf Base Schaden anrichten konnten. Aus diesem Grund sind die Blue Jays ein deutlich gefährlicheres Matchup als es Seattle jemals hätte sein können und eine Gefahr für die Dodgers, deren Starter bisher fast gänzlich befreit von Stress auf den Bases durch die Postseason kamen. Mit Alex Vesia fällt zudem ein wichtiger Reliever für LA vorerst aus persönlichen Gründen aus. Wenn Toronto so weitermacht, wie gegen die Mariners, dann haben wir eine spannende Serie. Ein zusätzlicher Boost könnte die Rückkehr von All Star Shortstop Bo Bichette sein, der nach einer Knieverletzung das erste Mal in der Postseason eingreifen wird. Natürlich steht hinter seiner Form ein Fragezeichen, aber sollte er seine Leistung abrufen, bekommt das Lineup einen weiteren starken Hitter der die Liga bereits zweimal in Total Hits anführte.

Auf der anderen Seite müssen die Blue Jays ein ebenso starkes Lineup im Schach halten. Neben den großen Stars wie Ohtani, Betts oder Freeman sind es vor allem die Spieler in der zweiten Reihe, welche die Spiele für LA entscheiden. Teoscar Hernández, Kiké Hernandéz, Tommy Edman, Will Smith, Max Muncy, alle haben diese Postseason schon mit entscheidenden Plays glänzen können.
In den Playoffs konnten die meisten Teams Ohtani kaltstellen, in dem Sie ihm so oft wie möglich verschiedene Linkshänder gezeigt haben. Die Blue Jays Starter sind allesamt Rechtshänder. Die Brewers haben unter anderem versucht dieses Problem mit einem Lefty Opener für das erste Inning zu lösen. Es wird spannend sein zu sehen, wie John Schneider seinen Bullpen in dieser Hinsicht managen wird. Ansonsten haben die Blue Jays in der Rotation den klaren Nachteil gegenüber den Dodgers. Spiel 1 wird Rookie Trey Yesavage starten, der noch im April im niedrigsten Farmteam spielte und sich innerhalb eines Jahres durch alle Level bis in die Major League pitchte. Nach seinem überragenden Auftritt gegen die Yankees waren seine zwei Spiele in der ALCS gegen die Mariners nicht mehr so stark. Während er immernoch viel Swings and Misses produziert, landet auch viel neben der Zone und er lädt sich immer wieder Traffic auf die Bases. In Spiel 6 gegen Seattle benötigte er drei Double Plays in Folge um sich aus mehreren prekären Situationen zu befreien. Das Lineup der Dodgers wird in diesen Situationen um einiges gandenloser sein.


Kevin Gausman lieferte bisher sehr konstante Leistungen ab: Jedes Spiel pitchte er über 5.2 Innings, ließ dabei immer zwischen 3-4 Hits zu, kassierte 1 oder 2 Runs und hielt seine Mannschaft somit stets im Spiel. In Spiel 7 kam er als Reliever in die Partie, es bleibt abzuwarten, in wie fern ihn das in seiner Routine beeinflusst. Bei Seattle konnte man gut beobachten, dass dies ein Faktor werden kann. Dort mussten mit Luis Castillo und Logan Gilbert zwei Starter in Spiel 5 der ALDS in Relief pitchen, bei ihrem anschließenden Start in der ALCS fehlte ihnen dann komplett der Rythmus.
Abzuwarten bleibt auch, ob der Bullpen der Blue Jays knappe Führungen ins Ziel bringen kann. Da fast jedes Spiel bisher eine klare Angelegenheit war, kamen die Reliever Torontos noch kaum unter Druck. Closer Jeff Hoffman musste in Spiel 7 zwar eine knappe Führung ins Ziel bringen, von seinen 17 Pitches landeten aber nur 2 in der Strikezone und es war ein Wunder, dass er ohne Stress durch das Inning kam.

Je mehr ich mich mit der Serie befasse, desto eher traue ich den Blue Jays einen Upset zu. Dazu muss aber alles klappen:

  • Yesavage muss mindestens ein Spiel wie gegen die Yankees abliefern
  • Max Scherzer muss seine Performance aus Spiel 4 gegen Seattle wiederholen
  • Torontos Lineup darf keine Anlaufschwierigkeiten wie in der ALCS haben. Einen 0-2 Rückstand wird man dieses Mal nicht mehr aufholen. Das Pitching wird nochmal eine Ecke knackiger als gegen Seattle.
  • Die Defensive muss fehlerlos sein. Da muss man sich bei Toronto normalerweise wenig Gedanken machen, aber Daulton Varsho sah in der ALCS das ein oder andere mal ungewöhnlich alt im Outfield aus und in der World Series kann jeder kleinste Fehler der entscheidende sein, da können die Yankees letztes Jahr ein Lied von singen.

Weitere Storylines:

  • Gutes Omen für die Blue Jays: Dass ein Team in der Championship Series per Sweep und das andere im siebten Spiel ins Finale einzog, gab es bisher drei Mal in der Geschichte. In allen drei Fällen gewann das Team, welches vorher sieben Spiele bestreiten musste die Meisterschaft. All-Time sind diese Teams 16-2.
  • Mit Clayton Kershaw und Max Scherzer treffen zwei der größten Pitcher ihrer Generation ein letztes Mal aufeinander. Beide verbindet eine ganz besondere Geschichte: 2008 in einem Spiel zwischen den Dodgers und Diamondbacks sollten mit Greg Maddux und Randy Johnson zwei Hall of Famer gegeneinander starten. Beide mussten kurzfristig verletzungsbedingt passen, sodass Rookie Scherzer und Rookie Kershaw starteten und somit das erste Mal aufeinandertrafen.
  • Shohei Ohtanis Free Agency vor zwei Jahren geht in die Baseballgeschichte ein, vor allem weil es für einen kurzen Moment so aussah, als ob er bei den Blue Jays unterschreiben würde. Leute hatten auf Flightradar sein vermeidliches Flugzeug getrackt, welches sich auf dem Weg nach Toronto befand. Gerüchte um ein Meeting in einem komplett reservierten Sushi Restaurant gingen um. Das stellte sich später alles als falsch heraus, aber für ein paar Stunden durften die Blue Jays Fans träumen. Jetzt, zwei Jahre später, treffen beide in der World Series aufeinander
  • Myles Straw darf sich bei Roki Sasaki bedanken, dass er nun in der World Series spielt. Der Defensivspezialist mit einem eigentlich viel zu hochdotierten Vertrag wurde von Toronto verpflichtet, die im Gegenzug von Cleveland Geld für den Internationalen Bonus Pool erhielten. Mit diesem Extra-Cash sollte Roki Sasaki aus Japan verpflichtet werden. Der entschied sich aber für die Dodgers. Dumm gelaufen für Toronto, aber Straw war wertvoll genug, dass er im Kader blieb und 137 Spiele absolvierte. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass wir ein At Bat mit Straw vs. Sasaki sehen werden.
  • Der Name „World Series“ war noch nie so passend, wie dieses Jahr. LAs bester Spieler kommt aus Japan, Torontos bester Spieler ist in Kanada geboren und kommt aus der dominikanischen Republik.
  • und für die Hip Hop Fans hat das Duell mit Drake vs. Kendrick natürlich auch etwas zu bieten.

Mein Tipp: Toronto wird das härteste Matchup für die Dodgers dieses Jahr. LA ist aber mit so unglaublich viel Talent gesegnet und in einer bestechenden Form, sodass sie als erstes Team seit 25 Jahren den Titel verteidigen und damit endgültig ihre Dynasty manifestieren. Dodgers in 6

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