Tigers vs. Mariners – ALDS Series Recap

#6 Detroit Tigers (87-75) vs. #2 Seattle Mariners (90-72)

NLCS2

Game 1: 3-2 (11. Inning)
Game 2: 2-3
Game 3: 4-8
Game 4: 9-3
Game 5: 2-3 (15. Inning)

Seattle Mariners advance to the ALCS

Schon das erste Spiel der Serie war ein Vorbote für das dramatische Ende dieses Best of 5. Beide Teams setzten 15 Pitcher ein, bis Zach McKinstry das Spiel mit einem Basehit im 11. Inning entscheidend in Richtung Detroit lenkte.

Detroit hatte mit Tarik Skubal in Spiel 2 exzellente Aussichten den zweiten Sieg der Serie zu holen, aber Jorge Polanco hatte etwas dagegen: Im vierten und im sechsten Inning schlug der 2nd Baseman der Mariners gleich zwei single Homeruns gegen das Ass der Tigers und brachte die Mariners mit 2-0 in Führung.

Im Basketball gab es Anfang der 2010er die Memphis Grizzlies, die irgendwann den Spitznamen „Grit n’ Grind Grizzlies“ bekamen, weil sie auch mit unterlegenen sportlichen Mitteln nie aufgaben und mit Leidenschaft und Siegeswille immer einen Weg zum Ziel fanden. Die Detroit Tigers erinnern mich durch ihre Auftritte letztes und dieses Jahr als Gegenstück in der MLB stark an die Grizzlies von damals, denn auch in diesem Spiel gaben Sie nicht auf und konnten durch ein 2 RBI Double von Spencer Torkelson das Spiel im 8. Inning ausgleichen.

Der Ausgleich hatte aber nicht lange bestand, denn im unteren Inning gingen die Mariners durch ein Double von Julio Rodriguez erneut in Führung und konnten diesen knappen Vorsprung auch ins Ziel retten um die Serie auszugleichen.

Bei all der Dramatik in den ersten beiden Spielen brauchte es in Spiel 3 erstmal einen kleinen Durchschnaufer: Seattle gewann in Detroit relativ deutlich, wobei die Tigers auch hier einen 1-8 Rückstand im letzten Inning auf 4-8 einkürzen konnten und Pech hatten, dass Parker Meadows Line Drive mit Läufer auf erster Base genau im Handschuh von Josh Naylor für ein Game Ending Double Play endete.

Spiel 4 startete gut für Seattle, die in Inning 2, 4 und 5 jeweils einen Run scorten. Die Tigers ließen sich davon aber nicht abschütteln und drehten das Spiel innerhalb von zwei Innings auf 7-3, ein Vorsprung, den Sie nicht mehr hergaben. Endstand: 9-3, ein entscheidendes Spiel in Seattle war nötig.

Und dieses Spiel, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll… Detroit startete wieder mit Tarik Skubal, der eine dominante Perfomance ablieferte und zwischenzeitlich mit 7 Strikeouts in Serie einen neuen Postseason Rekord aufstellte. Seattle gelang dennoch durch ein Double (einer von zwei Hits gegen Skubal), einer Stolen Base und einem Sacrifice ein hart erkämpfter Run zur 1-0 Führung. Zum fünften Mal in Folge gingen die Tigers in Rückstand, aber wieder einmal kämpften sie sich zurück: Kerry Carpenter versetzte den T-Mobile Park mit einem seiner 4 Hits an diesem Tag in Schockstarre.

Die Luft für Seattle wurde merklich dünner. Im 7. Inning konnten die Mariners nochmal bei zwei Aus zwei Läufer auf Base bringen. An den Schlag ging ein Pinch Hitter, der sein erstes Postseaon At Bat seiner Karriere hatte: Leo Rivas tingelte 9 Jahre durch die Minor Leagues, ehe Seattle ihn im Alter von 26 das erste Mal in die Major League holte. Am Tag seines Geburtstags hatte er nun das größte At Bat seines Lebens – und lieferte ab.

Das Spiel ging in Extra-Innings und nahm hier direkt Kurs auf das Prädikat „All Time Classic“. Beide Teams leerten alles aus, was Sie noch an brauchbaren Armen finden konnten. Detroit brachte Jack Flaherty auf den Mound, der bedrohlich wackelte, aber nie stürzte. Seattle setzte mit Logan Gilbert und Luis Castillo ebenso zwei Starter als Reliever ein. Die Action auf dem Feld ähnelte einem Schwergewichtskampf in der letzten Runde, bei dem beide Parteien einen Haymaker nach dem anderen schwangen. Unzählige Male konnten beide Teams Baserunner in Scoring Position bringen, unzählige Male aber nicht ins Ziel bringen.
Was beide Teams hier defensiv unter höchstem Druck zeigten, war atemberaubend. Jeder Pitch, jeder Swing konnte das Spiel entscheiden, über insgesamt 6 Extra Innings hinweg und die Fans haben unzählige Male den Atem anhalten müssen.

Ein paar Highlights:

Eugenio Suarez wirft im 12. Inning den Runner auf Home aus:

Die Seattle Mariners schaffen es anschließend, sich aus einer Bases Loaded Situation zu winden.

Seattle hat anschließend die Chance, das Spiel zu entscheiden, aber Arozarena schlägt in ein Double Play:

Gleiche Situation im 13. Inning:

Dillon Dingler wirft im 14. Inning den Baserunner mit einem perfekten Wurf aus:

Es dauerte bis in das 15. Inning bis zur Entscheidung. Die Mariners konnten die Bases aufladen und bei einem 3-2 Count war klar, dass der nächste Pitch das Spiel entscheiden würde. Jorge Polanco beförderte den Changeup von Tommy Kahnle mit dem am härtesten geschlagenen Ball des Abends in die Lücke zwischen 1st und 2nd und die Mariners damit in die ALCS.


Meine Gedanken

  • Josh Naylor zeigt, wie man gegen einen dominanten Pitcher wie Skubal schlagen muss. Der Run zum 1-0 geht voll und ganz auf sein Konto. Anstatt zum Homerun Swing anzusetzen, foult er bei zwei Strikes zunächst einen Fastball außerhalb der Zone weg, bevor er anschließend den gleichen Fastball in die gleiche Location mit einem defensiven Swing zu einem opposite Field Double schwingt. Diese Herangehensweise würde man sich manchmal häufiger wünschen und könnte dem ein oder anderen Team auch guttun (Looking at you, Philadelphia)

  • Damit aber nicht genug. Naylor ist der zweitlangsamste Spieler der MLB und hat dennoch 30 Stolen Bases auf seinem Konto, weil er den Pitcher unglaublich gut lesen kann. So auch, als er anschließend die dritte Base stiehlt. Durch einen weiten Flyball ins Outfield kann er anschließend per Tag Up nach Hause kommen und so die Führung erzielen.

  • Tarik Skubal war zwar total dominant, die Mariners haben dennoch einen guten Job gegen ihn abgeliefert, indem Sie jedes At Bat bis zum Ende gekämpft haben. Es gab so gut wie keine 1st oder 2nd Pitch Outs, stattdessen hat Seattle viele Pitches gehen lassen und konnte mit zwei Strikes viele Foulballs schlagen. Das sorgte dafür, dass Skubal nach dem 6. Inning bei 99 Pitchs stand und ausgewechselt werden musste. Manchmal geht es nicht darum, Runs gegen den dominierenden Starter zu machen, sondern ihn einfach nur aus dem Spiel zu bringen. Gerade im Vergleich zur Serie zwischen den Dodgers und Phillies gab es hier eine ganz andere Herangehensweise, tatsächlich auch von beiden Teams.

  • Ein hoch auf die Catcher. Dillon Dingler und Cal Raleigh knieten nicht nur 15 Innings lang hinter der Homeplate, sie zeigten beide auch beeindruckende Defensive Plays. Dingler konnte im 14. Inning den Basestealer Richtung zweiter Base auswerfen, Raleigh gelang dies bereits im vierten Inning mit einem unfassbaren Wurf. Besser kann man diesen Ball nicht platzieren und genau das ist auch die einzige Chance für Crawford, den Runner zu taggen. Wenige Zentimeter weiter in irgendeine andere Richtung und diese Base ist gestohlen. Cal Raleigh ist vollkommen zurecht ein Platinum Glove Sieger.

  • Für mich ist Game 5 eines der besten Postseason Spiele, die ich bisher gesehen habe. Schon über die erste Hälfte hatte dieses Spiel dieses schwer zu greifende „Big Game Feeling“. Beide Starter waren in Topform, jeder Run musste hart erkämpft werden, was jede Action umso wichtiger erschienen ließ. Die fünf Extra Innings setzten dem ganzen dann auch noch die Krone auf, bei den Kamera Shots in das Publikum sah man immer wieder Fans, die während dieses fünf Stunden dauernden Martyriums vollkommen am Ende waren.

  • Das Spiel hätte schon früher vorbei sein können. Mariners Closer Andrés Muñoz kam für das Ende des 8. sowie das komplette 9. Inning zum Einsatz und hatte arge Probleme, seine Pitches zu kontrollieren. Von seinen 25 Pitches waren 22 Slider, aber nur wenige davon landeten dort, wo sie landen sollten. Neben Pitches die so weit von der Zone entfernt sind, dass sie für den Batter einfach durchzulassen sind, waren auch einige zu mittig und hoch. Detroit konnte trotz zweier Walks kein Kapital schlagen, aber es sah bedrohlich danach aus, als ob die Tigers dem Heimteam den KO Punch verpassen würden.

  • Jack Flaherty hatte mit ähnlichen Kontrollproblemen bei seinem Fastball zu kämpfen, als er das 13. und 14. Inning für Detroit pitchte. Raleigh und Rodriguez walkte er zunächst, bevor er gegen Polanco und Eugenio Suarez in den At Bats ebenfalls mit 2-0 und 3-1 zurückfiel. Dann setzte wohl die „Fuck it“ Attitüde ein und er begann, die Batter mit Pitches in die Mitte der Zone zu challengen – riskant, aber erfolgreich.

  • Der Mariners Bullpen könnte mehr Lefties vertragen, wenn man unbedingt das Lefty-Matchup spielen will. Im 6. Inning kam Gabe Speier rein, neben Caleb Ferguson der einzige Linkshänder bei den Mariners. Speier gab bereits in Spiel 4 den entscheidenden Homerun ab und bekam den Loss in seine Statistik geschrieben. In Spiel 5 das gleiche Spiel: Er kommt extra für Lefty Kerry Carpenter rein, der so wertvoll für AJ Hinch ist, dass er ihn nicht aus dem Spiel nehmen kann – gerade weil Seattle nach Speier nur noch Rechtshänder zur Verfügung hat und Carpenter sehr gut gegen Righties schlägt. Am Ende macht das kein Unterschied: Carpenter setzt den hohen Fastball zum Homerun über die Outfieldmauer. Gerade in Hinblick auf die Serie gegen die Blue Jays sollte das großen Alarm bei Seattle auslösen. Generell dürften sich die Blue Jays nach diesem Spiel die Hände reiben, die Mariners haben drei Starter für die nächste Serie eingesetzt um dieses Spiel zu gewinnen.

Eine Unterhaltung beginnen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert