Andrew Painter. Foto: Bryan Green
Die erste Woche ist rum und auch wenn es ein paar positive (die Marlins sind 5-1) und negative (die Red Sox sind 1-5) Überraschungen gab, so lässt sich an den Standings natürlich noch keine Tendenz ablesen.
Was sich aber andeutet: Das könnte eine historisch gute Rookie Class werden. Von der MLB.com Seite gibt es folgende Statistik für die Rookies in den ersten drei Spielen:
- 15 home runs, the most in any season since 1900
- 1.008 OPS, the highest since 1900
- .622 slugging percentage, highest since 1900
- .308 batting average, third-best since 1900, trailing 1938 (.316) and .1968 (.312)
und das sind nur die Offensivspieler – auch bei den Pitchern gibt es einige vielversprechende Auftritte. Es fühlt sich auf jeden Fall so an, als ob dieses Jahr eine besonders hohe Anzahl potentieller Stars in ihrer Rookie Saison spielen. Hier ein paar Namen, die man diesbezüglich auf dem Zettel haben sollte:
Batter
Kevin McGonigle
21 Jahre, Shortstop, Detroit Tigers

Vor der Saison belegte McGoingle den ersten Platz bei den Buchmachern beim Rennen um den Titel als Rookie des Jahres und seine Chancen haben sich nach der ersten Woche bestimmt nicht verschlechtert. Gleich in seinem ersten MLB Spiel gelangen ihm vier Hits, dazu beeindruckt er mit einem für Rookies untypisch abgeklärten Approach. Gegen die Padres gelang ihm beim Stand von 2-2 im 8. Inning mit Bases Loaded und zwei Aus ein grandioses 10 Pitch Battle mit Wandy Peralta, an dessen Ende er mit einem Linedrive ins Outfield die 4-2 Führung besorgte. Im gleichen Spiel sorgte nur ein spektakulärer Catch von Jackson Merrill dafür, dass er bisher weiter auf seinen ersten Karriere Homerun wartet.
Wenn er weiter so performt, kann er das fehlende Puzzleteil für einen World Series Push der Tigers sein und auf lange Frist ein Franchise Cornerstone in Detroit werden.
Chase deLauter
24 Jahre, Outfield, Cleveland Guardinas

deLauter gab letztes Jahr in der Wild Card Runde gegen die Tigers sein Debüt für die Guardians, wo er gleich im ersten Inning einen Flyball in der Sonne verlor und somit ein äußerst unglücklichen ersten Eindruck hinterließ. Diesen konnte er in seinem Saisondebüt vergessen machen, denn er homerte am Opening Day gleich zweifach. Damit aber nicht genug, denn auch in Spiel 2 und 3 gelang ihm ein Homerun, wodurch er mit 4 Homeruns auf Platz 2 der American League liegt. Das brachte ihm die Ehrung als Player of the Week ein, die er fürs erste nicht verteidigen kann: Gegen die Dodgers foulte er sich einen Ball an den eigenen Fuß, den er sich in seiner Laufbahn bereits zweimal brach. Die Untersuchungen blieben zwar negativ, dennoch wird er erstmal ein paar Tage pausieren. Wenn er sich wirklich als Power-Bat etablieren kann, wäre das ein großer Gewinn für die Guardians, die seit jeher ihren starken Pitching Staff nicht adäquat mit einem guten Lineup komplementieren können.
Munetaka Murakami
26 Jahre, First Base/DH, Chicago White Sox

Über Murakami wurde im Zuge seines Transfers nach Amerika sehr viel spekuliert. Die Power ist ohne Zweifel vorhanden, doch wie sieht es mit der Strikeout Rate aus, gerade wenn er in Amerika mehr Pitcher mit 95+mph sehen wird? Seine Kritiker konnte er mit 9 Strikeouts bisher noch nicht befriedigen, aber immerhin stehen dem auch 4 Walks und 3 Homeruns entgegen. Das addiert sich trotz eines Batting Averages von .238 immerhin auf ein OPS+ von 199 auf. Sicher wird man mehr über seine Stärken und Schwächen erfahren je länger die Saison dauert, aber das Potential für 30+ Homeruns ist da.
Kazuma Okamoto
29 Jahre, Third Base / First Base, Toronto Blue Jays

Okamotos Verpflichtung verlief ein wenig unter dem Radar, doch sein erster Eindruck ist äußerst positiv und es deutet sich an, dass er das Loch von Bo Bichettes Abgang nach New York schließen kann. In all seinen 6 Spielen gelang ihm ein Hit, dazu zwei Homeruns. Zwar wurde er bisher auch 11 Mal per Strikeout zurück ins Dugout geschickt, aber alle advanced Metrics sind vorsichtig optimistisch, dass Okamoto eine Verstärkung für die Blue Jays werden kann.
Carter Jensen
22 Jahre, Catcher, Kansas City Royals

Fairerweise ist Jensen der erste Spieler in dieser Liste, der einen ziemlich schlechten Start hinlegte. Dennoch sind die Experten durch die Bank weg überzeugt, dass Jensen der Nachfolger von Salvador Perez werden wird. Dafür spricht vor allem sein extrem guter Bat-Speed, der langfristig zu hohen Exit-Velos und damit zu vielen Homeruns und Extra-Basehits führen wird. Bereits letztes Jahr konnte er das mit 6 Doubles und 3 Homeruns in 60 At Bats beweisen. Die Royals benötigen dringend Verstärkung für das Lineup im Kampf um die Playoffs und Jensen spielt dabei eine zentrale Rolle.
Konnor Griffin
19 Jahre, Shortstop, Pittsburgh Pirates

Seit Mike Trout wird kein Talent so sehr gehyped, wie er. Griffin wird als No-Doubt Superstar gehandelt und da ist es nur folgerichtig, dass er einen neuen Rekord aufstellt: Gestern sickerte durch, dass sich die Pirates mit Griffin auf eine Vertragsverlängerung über 9 Jahre und $140m geeinigt haben. Noch nie hat es einen derart hohen und langen Vertrag für einen Spieler gegeben, der keinen einzigen Einsatz in der MLB absolvierte.
Doch das ändert sich jetzt. Mit der Unterzeichnung des Vertrags wird Griffin in den Major League Kader geholt, absolviert heute um 22:12 Uhr sein erstes Spiel gegen die Baltimore Orioles und läutet damit eine neue Ära in Pittsburgh ein.
Sal Stewart
22 Jahre, First Base und Third Base, Cincinnati Reds

Stewart wurde bereits letztes Jahr für 18 Spiele hochgezogen und zeigte dabei beeindruckende Leistungen, unter anderem mit 5 Homeruns. Diese Saison startete er im Major League Kader und macht genau da weiter, wo er aufgehört hat: 6 Spiele, 9 Hits, 3 Doubles, 2 Homeruns, 7 Walks und nur 3 Strikeouts. Das brachte ihm die Auszeichnung als Spieler der Woche in der National League ein. Stewart könnte der Star werden, den die Reds neben Elly de la Cruz so dringend benötigen, um ein ernster Contender zu werden.
JJ Wetherholt
23 Jahre, Second Base, St. Louis Cardinals

Homerun im ersten Profispiel? Check
Walkoff Hit? Check
Batting Leadoff? Check
JJ Wetherholt nimmt in seinem ersten Profijahr alles mit, was geht. In einer Saison, in der die Cardinals nicht viel zu lachen haben werden, ist er ein Lichtblick für die Zukunft. Zusammen mit Masyn Winn wird er langfristig die Achse im Middle Infield der Redbirds bilden.
Owen Caissie
23 Jahre, Outfield, Miami Marlins

Eingeklemmt hinter Pete Crow-Armstrong, Ian Happ und Seiya Suzuki war Caissie bei den Cubs im Outfield entbehrlich. Das kam den Marlins ganz recht, die ihn im Gegenzug für den etablierten Starter Edward Cabrera aus Chicago holten. Der starke Start der Marlins mit 5 Siegen ist auch ein Verdienst von Caissie, der bisher 8 RBI sammelte und dazu einen Walkoff Homerun schlug.
Justin Crawford
22 Jahre, Outfield, Philadelphia Phillies

Carl Crawfords Sohn gilt nicht als das High-End Talent, aber die Kombination aus seinen Tools und der Schwäche der Phillies im Outfield gibt ihm eine gute Chance, das Team vom Start weg zu verstärken. Crawford gilt als einer der schnellsten Spieler, der dazu viel Kontakt an der Platte macht und somit viel auf Base kommt. Seine Schnelligkeit sollte ihm langfristig die Möglichkeit eröffnen, das Center Field bei den Phillies zu besetzen und sein Hit Tool kann das Power-Heavy Lineup der Phillies gut ergänzen. Auch er konnte wie viele seiner Rookie Kollegen bereits seinen ersten Walkoff-Hit landen.
Pitcher
Connelly Early
24 Jahre, Left Hander, Boston Red Sox

Dass die Red Sox 2026 als Contender gehandelt wurden, liegt auch an der Pitching Rotation, die neben Garret Crochet und Ranger Suarez auch von Connelly Early gebildet wird. Schon letzte Saison durfte er 4 Starts bestreiten und überzeugte dabei mit einem ERA von 2.33. Sein erstes Spiel in der neuen Saison verlief ebenfalls gut: 5.1 IP, 6 Strikeouts, 1 zugelassener Run.
Bereits letztes Jahr pitchte er im entscheidenden Wild Card Spiel gegen die Yankees und wenn er seine Leistungen bestätigt, werden wir ihn auch dieses Jahr in den Playoffs sehen.
Nolan McLean
24 Jahre, Right Hander, New York Mets

Wie Early durfte auch McLean im letzten Jahr schon erste Erfahrungen sammeln. Mit 48 gepitchten Innings blieb er dabei knapp unter der Rookie-Grenze, sodass er dieses Jahr berechtigt wäre, als Rookie des Jahres ausgezeichnet zu werden. Dass er dafür realistische Chancen hat, zeigte er nicht zuletzt mit seinem 2.06 ERA in 8 Starts für die Mets im Jahr 2025. Diese Leistungen brachten ihn sogar in die Nationalmannschaft der USA, wo er als Starting Pitcher im Finale des World Baseball Classic auflaufen durfte. McLean hat unglaublichen Strikeout-Stuff und wenn er den halbwegs platzieren kann, haben die Mets hier ein Ace in ihrer Rotation, was gerade angesichts des schwachen Starting Pitchings letztes Jahr begrüßenswert wäre.
Trey Yesavage
22 Jahre, Right Hander, Toronto Blue Jays

Von allen Rookies ist Yesavage der bekannteste Spieler auf dieser Liste, weil er ein integraler Bestandteil der Blue Jays in der Postseason 2025 war. Dass er dabei erst 3 Spiele in der regulären Saison pitchte, fällt gerne hinten runter. Sieht man was er letztes Jahr gegen die Crème de la Crème geleistet hat, muss man nicht viel Fantasie haben, um ihm das Potential für eine große Karriere zu bescheinigen: Zweitjüngster Spieler der Game 1 der World Series startete, 7 Innings und 12 Strikeouts in Spiel 5 der World Series, 39 Strikeouts in der Postseason (Rookie Rekord), 5.1 hitless Innings gegen die Yankees mit 11 Strikeouts, kurzum: Die Gegner haben von seinem hohen Armslot Albträume bekommen. Zwar startet Yesavage die Saison 2026 auf der IL, aber auch er kann ein Gesicht der neuen Generation in der MLB werden.
Cam Schlittler
25 Jahre, Right Hander, New York Yankees

Wir bleiben in der AL East und auch wenn Cam Schlittler streng genommen kein Rookie mehr ist, weil er dafür 23 Innings zu viel gepitcht hat, so ist auch er in seinem zweiten Jahr und hat letztes Jahr in der Postseason für Aufruhr gesorgt, als er die Red Sox im entscheidenden Spiel der Wild Card Series über 8 Innings bei 5 Hits, 0 Walks und 0 Runs bei 12 Strikeouts hielt. Mit seinem Fastball über 100mph nimmt er das Momentum gleich mit in dieses Jahr: In seinen ersten beiden Starts ließ er noch keinen einzigen Run und lediglich 3 Hits bei keinem Walk zu. Kurz gesagt: Kein anderer Spieler in der MLB war in seinen ersten beiden Starts so gut wie Schlittler und wenn er das Niveau bestätigen kann, haben die Yankees sehr gute Chancen, den #1 Seed in der American League zu belegen.
Andrew Painter
22 Jahre, Right Hander, Philadelphia Phillies

Endlich ist er angekommen: Schon lange galt Painter als Top Prospect, doch Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. So weit, dass er zwischendurch fast schon abgeschrieben wurde, doch mit dem Abgang von Ranger Suarez wurde bei den Phillies ein Spot in der Rotation frei und den konnte sich Painter in der Preseason verdienen. In seinem ersten Start seiner Laufbahn gegen die Nationals zeigte er dann auch gleich mal, weshalb er lange Zeit als neues Ace der Phillies gehandelt wurde: 5.1 Innings Pitched, 4 Hits, 1 Run, 8 Strikeouts und am Ende der erste „Win“ beim 3-2 Sieg Philadelphias, dazu Standing Ovations von den Fans. Der Start ist geglückt und wenn Philadelphia dieses Jahr in die Playoffs kommt, dann wahrscheinlich auch, weil Painter eine starke Rookie Saison hinlegt.
Bubba Chandler
23 Jahre, Right Hander, Pittsburgh Pirates

Neben Konnor Griffin gibt es für die Pirates einen weiteren Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen: Bubba Chandler ist das Top Pitching Prospect der MLB. Grund dafür ist sein 99mph Fastball, der an die 102mph erreicht und den er mit einem Changeup, Slider und Curveball kombiniert. Der Stuff ist da, wenn er noch mehr Konstanz in seine Genauigkeit bekommt, stünde seinem Weg als Star nur noch eine Verletzung am Ellenbogen im Weg. In seinem ersten Start 2026 gegen die Cincinnati Reds legte er gleich mal eine Statline auf, die es so noch nie gegeben hat: 4.1 Innings Pitched. 0 Hits. 0 Runs. 6 Strikeouts. Aber auch 6 Walks. Ein Spiel mit dem Feuer, welches schnell nach hinten losgehen kann. Damit hat er in diesem einen Spiel bereits mehr Base on Balls geworfen, als in seinen gesamten 31.1 Innings in der Vorsaison (4). Mal sehen, ob das Ausnahme bleibt, oder Trend wird. Wenn er abruft was in ihm steckt, haben die Pirates einen zweiten Starpitcher neben Skenes und realistische Chancen, auf einen Platz in der Postseason.