Kategorie: Prospects

Alles über die Talente der MLB

Die beste Rookie-Class aller Zeiten?

Andrew Painter. Foto: Bryan Green

Die erste Woche ist rum und auch wenn es ein paar positive (die Marlins sind 5-1) und negative (die Red Sox sind 1-5) Überraschungen gab, so lässt sich an den Standings natürlich noch keine Tendenz ablesen.
Was sich aber andeutet: Das könnte eine historisch gute Rookie Class werden. Von der MLB.com Seite gibt es folgende Statistik für die Rookies in den ersten drei Spielen:

  • 15 home runs, the most in any season since 1900
  • 1.008 OPS, the highest since 1900
  • .622 slugging percentage, highest since 1900
  • .308 batting average, third-best since 1900, trailing 1938 (.316) and .1968 (.312)

und das sind nur die Offensivspieler – auch bei den Pitchern gibt es einige vielversprechende Auftritte. Es fühlt sich auf jeden Fall so an, als ob dieses Jahr eine besonders hohe Anzahl potentieller Stars in ihrer Rookie Saison spielen. Hier ein paar Namen, die man diesbezüglich auf dem Zettel haben sollte:


Batter

Kevin McGonigle

21 Jahre, Shortstop, Detroit Tigers

Vor der Saison belegte McGoingle den ersten Platz bei den Buchmachern beim Rennen um den Titel als Rookie des Jahres und seine Chancen haben sich nach der ersten Woche bestimmt nicht verschlechtert. Gleich in seinem ersten MLB Spiel gelangen ihm vier Hits, dazu beeindruckt er mit einem für Rookies untypisch abgeklärten Approach. Gegen die Padres gelang ihm beim Stand von 2-2 im 8. Inning mit Bases Loaded und zwei Aus ein grandioses 10 Pitch Battle mit Wandy Peralta, an dessen Ende er mit einem Linedrive ins Outfield die 4-2 Führung besorgte. Im gleichen Spiel sorgte nur ein spektakulärer Catch von Jackson Merrill dafür, dass er bisher weiter auf seinen ersten Karriere Homerun wartet.

Wenn er weiter so performt, kann er das fehlende Puzzleteil für einen World Series Push der Tigers sein und auf lange Frist ein Franchise Cornerstone in Detroit werden.

Chase deLauter

24 Jahre, Outfield, Cleveland Guardinas

deLauter gab letztes Jahr in der Wild Card Runde gegen die Tigers sein Debüt für die Guardians, wo er gleich im ersten Inning einen Flyball in der Sonne verlor und somit ein äußerst unglücklichen ersten Eindruck hinterließ. Diesen konnte er in seinem Saisondebüt vergessen machen, denn er homerte am Opening Day gleich zweifach. Damit aber nicht genug, denn auch in Spiel 2 und 3 gelang ihm ein Homerun, wodurch er mit 4 Homeruns auf Platz 2 der American League liegt. Das brachte ihm die Ehrung als Player of the Week ein, die er fürs erste nicht verteidigen kann: Gegen die Dodgers foulte er sich einen Ball an den eigenen Fuß, den er sich in seiner Laufbahn bereits zweimal brach. Die Untersuchungen blieben zwar negativ, dennoch wird er erstmal ein paar Tage pausieren. Wenn er sich wirklich als Power-Bat etablieren kann, wäre das ein großer Gewinn für die Guardians, die seit jeher ihren starken Pitching Staff nicht adäquat mit einem guten Lineup komplementieren können.

Munetaka Murakami

26 Jahre, First Base/DH, Chicago White Sox

Über Murakami wurde im Zuge seines Transfers nach Amerika sehr viel spekuliert. Die Power ist ohne Zweifel vorhanden, doch wie sieht es mit der Strikeout Rate aus, gerade wenn er in Amerika mehr Pitcher mit 95+mph sehen wird? Seine Kritiker konnte er mit 9 Strikeouts bisher noch nicht befriedigen, aber immerhin stehen dem auch 4 Walks und 3 Homeruns entgegen. Das addiert sich trotz eines Batting Averages von .238 immerhin auf ein OPS+ von 199 auf. Sicher wird man mehr über seine Stärken und Schwächen erfahren je länger die Saison dauert, aber das Potential für 30+ Homeruns ist da.

Kazuma Okamoto

29 Jahre, Third Base / First Base, Toronto Blue Jays

Okamotos Verpflichtung verlief ein wenig unter dem Radar, doch sein erster Eindruck ist äußerst positiv und es deutet sich an, dass er das Loch von Bo Bichettes Abgang nach New York schließen kann. In all seinen 6 Spielen gelang ihm ein Hit, dazu zwei Homeruns. Zwar wurde er bisher auch 11 Mal per Strikeout zurück ins Dugout geschickt, aber alle advanced Metrics sind vorsichtig optimistisch, dass Okamoto eine Verstärkung für die Blue Jays werden kann.

Carter Jensen

22 Jahre, Catcher, Kansas City Royals

Fairerweise ist Jensen der erste Spieler in dieser Liste, der einen ziemlich schlechten Start hinlegte. Dennoch sind die Experten durch die Bank weg überzeugt, dass Jensen der Nachfolger von Salvador Perez werden wird. Dafür spricht vor allem sein extrem guter Bat-Speed, der langfristig zu hohen Exit-Velos und damit zu vielen Homeruns und Extra-Basehits führen wird. Bereits letztes Jahr konnte er das mit 6 Doubles und 3 Homeruns in 60 At Bats beweisen. Die Royals benötigen dringend Verstärkung für das Lineup im Kampf um die Playoffs und Jensen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Konnor Griffin

19 Jahre, Shortstop, Pittsburgh Pirates

Seit Mike Trout wird kein Talent so sehr gehyped, wie er. Griffin wird als No-Doubt Superstar gehandelt und da ist es nur folgerichtig, dass er einen neuen Rekord aufstellt: Gestern sickerte durch, dass sich die Pirates mit Griffin auf eine Vertragsverlängerung über 9 Jahre und $140m geeinigt haben. Noch nie hat es einen derart hohen und langen Vertrag für einen Spieler gegeben, der keinen einzigen Einsatz in der MLB absolvierte.
Doch das ändert sich jetzt. Mit der Unterzeichnung des Vertrags wird Griffin in den Major League Kader geholt, absolviert heute um 22:12 Uhr sein erstes Spiel gegen die Baltimore Orioles und läutet damit eine neue Ära in Pittsburgh ein.

Sal Stewart

22 Jahre, First Base und Third Base, Cincinnati Reds

Stewart wurde bereits letztes Jahr für 18 Spiele hochgezogen und zeigte dabei beeindruckende Leistungen, unter anderem mit 5 Homeruns. Diese Saison startete er im Major League Kader und macht genau da weiter, wo er aufgehört hat: 6 Spiele, 9 Hits, 3 Doubles, 2 Homeruns, 7 Walks und nur 3 Strikeouts. Das brachte ihm die Auszeichnung als Spieler der Woche in der National League ein. Stewart könnte der Star werden, den die Reds neben Elly de la Cruz so dringend benötigen, um ein ernster Contender zu werden.

JJ Wetherholt

23 Jahre, Second Base, St. Louis Cardinals

Homerun im ersten Profispiel? Check
Walkoff Hit? Check
Batting Leadoff? Check
JJ Wetherholt nimmt in seinem ersten Profijahr alles mit, was geht. In einer Saison, in der die Cardinals nicht viel zu lachen haben werden, ist er ein Lichtblick für die Zukunft. Zusammen mit Masyn Winn wird er langfristig die Achse im Middle Infield der Redbirds bilden.

Owen Caissie

23 Jahre, Outfield, Miami Marlins

Eingeklemmt hinter Pete Crow-Armstrong, Ian Happ und Seiya Suzuki war Caissie bei den Cubs im Outfield entbehrlich. Das kam den Marlins ganz recht, die ihn im Gegenzug für den etablierten Starter Edward Cabrera aus Chicago holten. Der starke Start der Marlins mit 5 Siegen ist auch ein Verdienst von Caissie, der bisher 8 RBI sammelte und dazu einen Walkoff Homerun schlug.

Justin Crawford

22 Jahre, Outfield, Philadelphia Phillies

Carl Crawfords Sohn gilt nicht als das High-End Talent, aber die Kombination aus seinen Tools und der Schwäche der Phillies im Outfield gibt ihm eine gute Chance, das Team vom Start weg zu verstärken. Crawford gilt als einer der schnellsten Spieler, der dazu viel Kontakt an der Platte macht und somit viel auf Base kommt. Seine Schnelligkeit sollte ihm langfristig die Möglichkeit eröffnen, das Center Field bei den Phillies zu besetzen und sein Hit Tool kann das Power-Heavy Lineup der Phillies gut ergänzen. Auch er konnte wie viele seiner Rookie Kollegen bereits seinen ersten Walkoff-Hit landen.


Pitcher

Connelly Early

24 Jahre, Left Hander, Boston Red Sox

Dass die Red Sox 2026 als Contender gehandelt wurden, liegt auch an der Pitching Rotation, die neben Garret Crochet und Ranger Suarez auch von Connelly Early gebildet wird. Schon letzte Saison durfte er 4 Starts bestreiten und überzeugte dabei mit einem ERA von 2.33. Sein erstes Spiel in der neuen Saison verlief ebenfalls gut: 5.1 IP, 6 Strikeouts, 1 zugelassener Run.
Bereits letztes Jahr pitchte er im entscheidenden Wild Card Spiel gegen die Yankees und wenn er seine Leistungen bestätigt, werden wir ihn auch dieses Jahr in den Playoffs sehen.

Nolan McLean

24 Jahre, Right Hander, New York Mets

Wie Early durfte auch McLean im letzten Jahr schon erste Erfahrungen sammeln. Mit 48 gepitchten Innings blieb er dabei knapp unter der Rookie-Grenze, sodass er dieses Jahr berechtigt wäre, als Rookie des Jahres ausgezeichnet zu werden. Dass er dafür realistische Chancen hat, zeigte er nicht zuletzt mit seinem 2.06 ERA in 8 Starts für die Mets im Jahr 2025. Diese Leistungen brachten ihn sogar in die Nationalmannschaft der USA, wo er als Starting Pitcher im Finale des World Baseball Classic auflaufen durfte. McLean hat unglaublichen Strikeout-Stuff und wenn er den halbwegs platzieren kann, haben die Mets hier ein Ace in ihrer Rotation, was gerade angesichts des schwachen Starting Pitchings letztes Jahr begrüßenswert wäre.

Trey Yesavage

22 Jahre, Right Hander, Toronto Blue Jays

Von allen Rookies ist Yesavage der bekannteste Spieler auf dieser Liste, weil er ein integraler Bestandteil der Blue Jays in der Postseason 2025 war. Dass er dabei erst 3 Spiele in der regulären Saison pitchte, fällt gerne hinten runter. Sieht man was er letztes Jahr gegen die Crème de la Crème geleistet hat, muss man nicht viel Fantasie haben, um ihm das Potential für eine große Karriere zu bescheinigen: Zweitjüngster Spieler der Game 1 der World Series startete, 7 Innings und 12 Strikeouts in Spiel 5 der World Series, 39 Strikeouts in der Postseason (Rookie Rekord), 5.1 hitless Innings gegen die Yankees mit 11 Strikeouts, kurzum: Die Gegner haben von seinem hohen Armslot Albträume bekommen. Zwar startet Yesavage die Saison 2026 auf der IL, aber auch er kann ein Gesicht der neuen Generation in der MLB werden.

Cam Schlittler

25 Jahre, Right Hander, New York Yankees

Wir bleiben in der AL East und auch wenn Cam Schlittler streng genommen kein Rookie mehr ist, weil er dafür 23 Innings zu viel gepitcht hat, so ist auch er in seinem zweiten Jahr und hat letztes Jahr in der Postseason für Aufruhr gesorgt, als er die Red Sox im entscheidenden Spiel der Wild Card Series über 8 Innings bei 5 Hits, 0 Walks und 0 Runs bei 12 Strikeouts hielt. Mit seinem Fastball über 100mph nimmt er das Momentum gleich mit in dieses Jahr: In seinen ersten beiden Starts ließ er noch keinen einzigen Run und lediglich 3 Hits bei keinem Walk zu. Kurz gesagt: Kein anderer Spieler in der MLB war in seinen ersten beiden Starts so gut wie Schlittler und wenn er das Niveau bestätigen kann, haben die Yankees sehr gute Chancen, den #1 Seed in der American League zu belegen.

Andrew Painter

22 Jahre, Right Hander, Philadelphia Phillies

Endlich ist er angekommen: Schon lange galt Painter als Top Prospect, doch Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. So weit, dass er zwischendurch fast schon abgeschrieben wurde, doch mit dem Abgang von Ranger Suarez wurde bei den Phillies ein Spot in der Rotation frei und den konnte sich Painter in der Preseason verdienen. In seinem ersten Start seiner Laufbahn gegen die Nationals zeigte er dann auch gleich mal, weshalb er lange Zeit als neues Ace der Phillies gehandelt wurde: 5.1 Innings Pitched, 4 Hits, 1 Run, 8 Strikeouts und am Ende der erste „Win“ beim 3-2 Sieg Philadelphias, dazu Standing Ovations von den Fans. Der Start ist geglückt und wenn Philadelphia dieses Jahr in die Playoffs kommt, dann wahrscheinlich auch, weil Painter eine starke Rookie Saison hinlegt.

Bubba Chandler

23 Jahre, Right Hander, Pittsburgh Pirates

Neben Konnor Griffin gibt es für die Pirates einen weiteren Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen: Bubba Chandler ist das Top Pitching Prospect der MLB. Grund dafür ist sein 99mph Fastball, der an die 102mph erreicht und den er mit einem Changeup, Slider und Curveball kombiniert. Der Stuff ist da, wenn er noch mehr Konstanz in seine Genauigkeit bekommt, stünde seinem Weg als Star nur noch eine Verletzung am Ellenbogen im Weg. In seinem ersten Start 2026 gegen die Cincinnati Reds legte er gleich mal eine Statline auf, die es so noch nie gegeben hat: 4.1 Innings Pitched. 0 Hits. 0 Runs. 6 Strikeouts. Aber auch 6 Walks. Ein Spiel mit dem Feuer, welches schnell nach hinten losgehen kann. Damit hat er in diesem einen Spiel bereits mehr Base on Balls geworfen, als in seinen gesamten 31.1 Innings in der Vorsaison (4). Mal sehen, ob das Ausnahme bleibt, oder Trend wird. Wenn er abruft was in ihm steckt, haben die Pirates einen zweiten Starpitcher neben Skenes und realistische Chancen, auf einen Platz in der Postseason.

Nolan McLeans Debüt für die Mets

Bild: D. Benjamin Miller

Gestern hat bei den Mets ein Pitching Prospect sein Debüt gegeben und ich hab mir das ganze live angeschaut. Vielleicht sehen wir ihn ja in der Postseason wieder?

Das Prospect

Nolan McLean, 24 Jahre, Rechtshänder.

Auf dem College (Oklahoma State) war er zunächst ein Two Way Athlete und hat neben Baseball auch Football gespielt. Sein Talent für Baseball war dann aber irgendwann nicht mehr zu übersehen, sodass er sich komplett auf Baseball konzentrierte. Auch hier war er zunächst ein Two Way Player und spielte sowohl als 3rd Baseman, als auch als Pitcher. Die Orioles drafteten ihn 2022 in der dritten Runde als Pitcher, er ging aber zurück ans College und wurde ein Jahr später von den Mets erneut in der dritten Runde gedrafted, dieses Mal mit dem Versprechen, ihn als Two Way Player zu entwickeln. In den Minor Leagues zeigte sich sein Talent, den Ball beim Pitch mit unheimlich hoher Rotationsrate zu werfen, sodass recht schnell klar war, dass sein Weg in die Major League nur über die Position des Pitchers führt. Seit diesem Jahr konzentriert er sich exklusiv auf das Pitchen.

Sein Fastball liegt bei ca 95mph, dazu hat er einen unglaublich starken Sweeper/Slider, einen Curveball, Cutter, Sinker und Changeup wie das Movement Profile von Baseball Savant zeigt.

Die Ausgangssituation

Der Umstieg auf das reine Pitchen hat McLean gut getan, war er 2024 noch kein Top 100 Prospect, konnte er dieses Jahr in allen Rankings in die Höhe schießen. McLean startete die Saison in AA, erreichte dann AAA, wo er in 16 Spielen ein 2.78 ERA auflegte.
Die New York Mets haben zuletzt 14 der letzten 16 Spiele verloren und stecken in einer handfesten Krise. Die Führung in der Division ist weg und jetzt droht auch der Verlust der Wild Card.
Ein Hauptgrund: Die schwache Pitching Rotation, die zurzeit geplagt ist von Formschwäche und Verletzungen. Keiner der Pitcher schafft es, Länge zu geben und regelmäßig müssen die Mets ab dem 5. Inning oder früher den Bullpen strapazieren.

Der Gegner

Die Seattle Mariners (68-56), die seit der Trade Deadline im Aufwind sind und das erste Spiel der Serie gegen die Mets mit 11-9 nach 3-6 Rückstand gewinnen konnten. Auf dem Mound: Bryan Woo, ein Pitcher, der die Gegner in der Zone attackiert und kaum Walks erlaubt.

Die Performance

Mit Randy Arozarena konnte McLean gleich den Leadoff Hitter mit drei Slidern ausstriken – ein Vorbote dafür, dass er heute sein besten Stuff abrufen können würde.

Außer einem Walk zu Cal Raleigh konnte er sich in den ersten beiden Innings schadlos halten.
Das dritte Inning fing dann nicht so gut an. Er hatte Probleme mit der Kontrolle und musste die ersten beiden Batter per Walk auf Base lassen. Das Lineup rollte wieder an den Start und Randy Arozarena kam an den Schlag, den er diesesmal mit zwei aufeinanderfolgenden Sinkern ausstriken konnte. Cal Raleigh konnte einen Pitch knapp unterhalb der Knie ins Outfield befördern, doch sein Single brachte keine Runs nach Hause. Mit Bases Loaded und 1 Aus kam Julio Rodriguez an den Schlag, der aber in ein Inning Ending Double Play schlug.
Die folgenden Innings waren wieder bedeutend ruhiger. Nach einem Strikeout gegen Julio Rodriguez im fünften Inning war nach 91 Pitches Schluss. Ein perfekt geworfener Sinker an die Außenkante, einer der besten seiner vielen starken Pitches an diesem Tag.

Ein beeindruckendes Debüt, welches unheimlich Spaß gemacht hat. Er hat jetzt schon ein wahnsinnig gutes Gefühl für seine Breaking Balls und wenn man sieht, wie wenig Erfahrung er als Starting Pitcher hat, haben die Mets hier ein extrem spannendes Talent in ihren Reihen. Die wilde Phase im dritten Inning sei ihm als Rookie erlaubt.

Final Line: 5.1 IP | Win | 2 Hits | 0 Runs | 8 Strikeouts | 4 Walks

Das Highlight

Das Double Play im dritten Inning war nicht nur irgendein Double Play, es war ein Comebacker zu McLean, der den Ball behind the back fieldete und zur Zwei warf.

Das Spiel

Auch Bryan Woo hatte sein A-Game mitgebracht. Lediglich im dritten Inning musste er ein RBI Double von Francisco Lindor hinnehmen. Lindor ist wirklich der Puls dieser Mannschaft, wenn er geht, gehen alle anderen mit. Mit dieser 1:0 Führung war McLean dann auch in Line für den Sieg. Soto und Alonso konnten den Vorsprung im 7. Inning gegen die Mariners Reliever auf 3:0 ausbauen. Die Mets setzten auf Gregory Soto als Ablösung für McLean, bevor Edwin Diaz einen 6-Out Save über zwei Innings komplettierte, dabei aber noch einen Solo Homerun gegen Eugenio Suarez abgeben musste. Endstand: 3:1, ein dringend benötiger Sieg für die kriselnden Mets und ein perfektes Debüt für Nolan McLean, der vielleicht wieder etwas Leben in die Bude in Flushing bringt.

MLB Draft 2025

Bild: SounderBruce

Ich wollte dieses Jahr echt regelmäßige Updates aus der Liga posten, aber zurzeit ist einfach extrem viel bei mir los.

Angesichts des nun anstehenden All-Star Breaks gibt es nun doch ein kleines Review über die erste Saisonhälfte und die erste Runde des Drafts vom Wochenende. Genau genommen sind schon knapp 60% der Spiele gespielt und in etwas mehr als zwei Wochen ist die Trade Deadline.

Draft Lottery

Die großen Gewinner der Draft Lottery waren die Seattle Mariners, die letztes Jahr mit 85-77 nur um einen Sieg die Playoffs verpassten, dieses Jahr aber trotzdem an Nr. 3 picken durften. Der Nr. 1 Overall Pick ging an die Washington Nationals, an zweiter Position durften die LA Angels picken. Trotz des zweitschlechtesten Records landeten die Colorado Rockies nur an Position 4. Die Mets, Dodgers und Yankees überschritten in der Vorsaison den zulässigen Wert für die Luxussteuer und hatten daher keinen Pick in der ersten Runde.

Die Draftorder:
1 Washington Nationals
2 Los Angeles Angels
3 Seattle Mariners
4 Colorado Rockies
5 St. Louis Cardinals
6 Pittsburgh Pirates
7 Miami Marlins
8 Toronto Blue Jays
9 Cincinnati Reds
10 Chicago White Sox
11 Athletics
12 Texas Rangers
13 San Francisco Giants
14 Tampa Bay Rays
15 Boston Red Sox
16 Minnesota Twins
17 Chicago Cubs
18 Arizona Diamondbacks
19 Baltimore Orioles
20 Milwaukee Brewers
21 Houston Astros
22 Atlanta Braves
23 Kansas City Royals
24 Detroit Tigers
25 San Diego Padres
26 Philadelphia Phillies
27 Cleveland Guardians

Vor dem Draft galt Kade Anderson als sehr wahrscheinlicher Nr.1 Pick. Der Linkshänder führte die LSU Tigers zur College World Series und ist sehr weit entwickelt. Das wäre ein perfekter Fit für die Nationals an 1 gewesen, die dringen Verstärkung im Pitching Department benötigen.

Statt Anderson entschieden sich die Nationals aber für Eli Willits, ein 17-jähriger Shortstop, der noch einen langen Weg in die Majors haben wird. Das wiederum machte den Weg frei für die LA Angels, die einen Starting Pitcher draften wollten… Und sich stattdessen für Tyler Bremner entschieden, einen Rechtshänder den keiner auf der Rechnung hatte und dessen Stock in dieser College Saison eher abgestürzt als gestiegen ist.

Die Seattle Mariners waren der lachende Dritte und staubten Kade Anderson ab. Gut möglich, dass dieser schon nächstes Jahr die solide Rotation der Mariners weiter verstärkt. Und auch die Colorado Rockies durften sich freuen, denn diese bekamen mit Shortstop Ethan Holliday das beste Prospect des Drafts in den Schoß gelegt. Der Bruder von Jackson Holliday und Sohn von Matt Holliday kommt aus der High School, hat also noch einen langen Weg vor sich, gilt aber als talentiertester Shortstop einer generell sehr starken Klasse auf dieser Positionsgruppe (14 Shortstops wurden mit den ersten 27 Picks gedraftet – viele davon werden am Ende aber sicher auch auf 3B oder 2B enden).

Spannend waren noch die Baltimore Orioles, die neben ihrem eigenen Pick an Nr. 19 auch die Wahlrechte für 30, 31 und 37 hielten, weil sie in der Free Agency Corbin Burnes und Anthony Santander verloren und zusätzlich noch den Pick der Tampa Bay Rays ertradeten (Kompensationspicks für verlorene Spieler sind die einzigen Picks, die in der MLB getradet werden dürfen). Mit diesen Picks wählten sie einen Outfielder (Ike Irish), das beste Catcher Prospect in diesem Jahr (Caden Bodine) sowie einen Shortstop vom College (Wehiwa Aloy) und zusätzlich einen Outfielder von der High School mit viel Upside (Slater de Brun). Ob Sie wirklich nach Talent ausgewählt haben oder doch nur nach coolen Namen ist nicht bekannt, aber insgesamt ist das eine sehr spannende Draft Class.

Prospects to watch: 2025

Ein Zeichen, dass die Saison so langsam wieder anläuft, sind die jährlichen Veröffentlichungen der Top 100 Prospects in der MLB. Portale wie Baseball America, MLB.com oder auch The Athletic haben alle ihre eigenen Rankings, aber viele Namen überschneiden sich. Ich habe mir die Ranglisten angeschaut und eine Liste an Spielern und Teams erstellt, auf die man sich in der kommenden Saison ganz besonders freuen kann:

Jackson Jobe, RHP, Detroit Tigers

Foto: Joel Dinda

MLB: 5The Athletic: 11Baseball America: 3

Der #3 Overall Pick aus dem Draft 2021 ist das beste Pitching Talent in den Minor Leagues. Sein Pitchmix besteht aus einem Fastball der an die 98mph heranreicht, einen unglaublich guten Changeup, sowie einem Slider und einem Sweeper. Das einzige, was ihn derzeit noch zurückhält, ist die mittelmäßige Kontrolle, die aber mit zunehmender Spielpraxis verbessern sollte. Schafft er das, ist er ein #1 Pitcher und würde zusammen mit Tarik Skubal einen sehr starken 1-2 Punch bei den Tigers bilden, der Detroit zu einem jährlichen Playoff Contender machen würde. Jobe wird man definitiv dieses Jahr in den Major Leagues sehen, schon letztes Jahr wurde er zweimal in den Playoffs von den Tigers eingesetzt, nachdem er in der regulären Saison ganze vier Innings in zwei Spielen pitchte. Damals flatterten bei ihm verständlicherweise noch die Nerven, aber mit mehr und mehr Erfahrung in den Major Leagues wird er sein Potential voll ausschöpfen und eine feste Größe in Detroit werden.


Boston Red Sox

Roman Anthony, OF
MLB: 2The Athletic: 1Baseball America: 2
Kristian Campbell, 2B/OF
MLB: 7The Athletic: 9Baseball America: 4
Marcelo Mayer, SS
MLB: 12The Athletic: 28Baseball America: 15

Die Boston Red Sox wurden zwar von den New York Mets ausgestochen als es um die Verpflichtung von Juan Soto ging, aber langfristig ist es für Boston vielleicht sogar besser, ohne Soto in die Zukunft zu schauen und der Grund dafür sind diese drei Talente.

Roman Anthony ist das Consensus #1 Prospect wenn man Roki Sasaki ausblendet, der bei einigen Ranglisten noch als Talent geführt wird. Dem Outfielder wird das Potential für 30 Homeruns mit hohem Average bzw. On Base Percentage vorhergesagt.
Kristian Campbell hatte vor einem Jahr noch keiner auf dem Zettel, doch in der Saison 2024 wurde er zum besten Minor League Spieler gekürt und arbeitete sich somit von High-A bis zum Triple-A Level hoch. Die Defensive ist nicht unbedingt seine Stärke, dafür aber seine Schnelligkeit und sein starkes Hit-Tool mit überdurchschnittlicher Power.
Marcelo Mayer war auf dem Weg, das beste Prospect im Baseball zu werden, aber Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Das Potential ist weiterhin da, ein sehr guter Defensiver Shortstop mit 30+ Homeruns in der Saison zu werden, dafür muss er aber endlich mal eine Saison verletzungsfrei überstehen.

Alle drei Prospects werden wir wahrscheinlich irgendwann in der kommenden Saison bei den Red Sox sehen und wenn auch nur zwei davon halten, was sie versprechen, hat Boston eine rosige Zukunft vor sich. Mit der Verpflichtung von Alex Bregman wurde zudem der Druck von Campbell und Mayer genommen, sofort performen zu müssen. Sofern sich Rafael Devers weiterhin weigert, die Position auf der dritten Base freizumachen, wird Bregman auf der zweiten Base zum Einsatz kommen, sodass das Infield im Fenway Park zum Start der Saisons aus Devers, Story und Bregman bestehen wird, eine Gruppe, die gemeinsam auf 26 Jahre Major League Erfahrung kommt.


Bubba Chandler, RHP, Pittsburgh Pirates

Foto: Bryan Green

MLB: 15The Athletic: 19Baseball America: 7

Chandler war ein 2-Sport Athlete in Clemson, wo er auch als Quarterback für das College Football Team spielte. 2021 wurde er von den Pirates in der dritten Runde gedrafted und wurde zunächst als Two-Way Player eingesetzt, bevor er sich 2023 voll und ganz auf das Pitching konzentrierte und zwei Saisons lang durch die Minor League Teams arbeitete. Die Scouts schätzen ihn als potentiellen #2 Starter ein, einige Analytics-Experten haben in der Offseason zudem ordentlich den Hype Pott um seinen verbesserten Fastball gerührt. Irgendwann in der kommenden Saison werden die Pirates ihn hochziehen und wenn Chandler hält, was er verspricht, haben die Pirates mit ihm, Paul Skenes und Jarred Jones drei 22-jährige, langfristig unter Teamkontrolle stehende Starter, die in Pittsburgh eine neue Ära einleiten können. Mit Thomas Harrington ist zudem, ein weiteres Top 100 Prospect (MLB.com) im Pitching-Unterbau der Pirates, welches nächstes Jahr debütieren könnte. Um den Pitching Staff muss sich Pittsburgh also keine Sorgen machen, wenn Sie es jetzt nur noch hinbekommen würden, Position Player zu entwickeln…


Andrew Painter, RHP, Philadelphia Phillies

Foto: Bryan Green

MLB: 8The Athletic: 12Baseball America: 9

Painter pflügte durch seine ersten Minor League Gegner und wurde 2022 zum Minor League Pitcher des Jahres gewählt. Er stand 2023 kurz vor dem Durchbruch ins Major League Team, aber eine Ellenbogenverletzung inklusive Tommy John Operation bedeutete eine lange Pause für die Saison 2023 und 2024. Ich persönlich bin daher eher skeptisch, was sein Outlook angeht, aber zuletzt hat er in der Offseason in der Arizona Fall League sein Comeback gegeben und hat dort genau so gut ausgesehen, wie vor seiner Verletzung – wenn nicht sogar besser. Der Fastball erreicht dreistellige Zahlen, Curveball, Changeup und Slider sind alle gut und lassen die Bats ins Leere schwingen.
Worauf ich mich besonders freue: Die Phillies hatten bereits letztes Jahr eine sehr starke Rotation mit Zack Wheeler, Aaron Nola, Ranger Suarez und Christopher Sanchez. Dazu konnten sich Philadelphia in dieser Offseason mit Jesus Luzardo verstärken. Kommt dann auch noch Andrew Painter hinzu, würde das den Phillies nochmal einen ordentlich Push im Kampf um die Division mit den Braves und Mets geben und das Championship Fenster erweitern.


Honorable Mentions


Samuel Basallo – Catcher – Baltimore Orioles: Ist das beste Catcher Prospect in den Minors und wahrscheinlich von Adley Rutschman im Major League Team geblockt. Wird man ihn auf die 1st Base schieben? Wird er Rutschman ersetzen? Wird man ihn traden um die Rotation zu stärken?
Travis Bazzana – 2B – Cleveland Guardians: Für den Australier und #1 Overall Pick aus dem letzten Jahr haben die Guardians Andres Gimenez nach Toronto verschifft, um für ihn Platz zu machen. Dieses Team braucht dringend ein weiteres gutes Bat im Lineup, um weiterhin contenden zu können.
Noah Schultz – LHP – Chicago White Sox: Schultz ist der beste Linkshänder in den Minor Leagues und in einem talentbefreiten White Sox Kader könnte er der einzig wirkliche spannende Spieler in der nächsten Saison werden. Mit 2.05 Meter Körpergröße und einem seitlichen Release erinnert er sehr an Chris Sale, auch wenn er wahrscheinlich eher ein Weak-Contact Pitcher, als ein Strikeout-Pitcher ist.
Jacob Wilson – SS – Athletics: Wilson ist kein Power Hitter, hat aber unfassbar gute Contact Skills und dazu gute defensive Anlagen um für die Athletics ein Cornerstone für die nächsten Jahre zu werden. Ich bin optimistisch was die A’s nächste Saison angeht und traue ihnen mit Wilson im Lineup zu, eine der großen Überraschungen des Jahres zu werden.

Kumar Rocker

Dieser Text wurde am 13.09.2024 verfasst

Bild: Chris Gillespie

Gestern hat Kumar Rocker sein MLB Debüt für die Texas Rangers gegeben.

Er ist nicht nur der erste MLB Spieler mit indischen Wurzeln, sondern auch der erste Spieler, den ich schon im College aufmerksam verfolgt habe. Wie kam es dazu?

2019 habe ich mir die College World Series angeschaut. Ausgetragen wurde diese zwischen Vanderbilt und Michigan. und eben jener Kumar Rocker machte damals schon als Freshman große Schlagzeilen: In der Vorrunde pitchte er als erster Spieler überhaupt einen No-Hitter beim 3-0 gegen Duke, in welchem er mit 19 Strikeouts glänzte.
In der College World Series gewann er beide seine Starts. Sein dominantes Auftreten hat mich fasziniert und als er am Spielfeldrand von den TV Kameras erfasst wurde, habe ich mir einen Screenshot gemacht um zu schauen, ob mir dieser Name in Zukunft noch häufiger über den Weg laufen würde:

Kumar Rocker at Vanderbilt

Schon damals war er ein Koloss, ein Erwachsener unter Jugendlichen. Das kommt vielleicht auch von seinem Vater, Tracy Rocker, der als Defensive Tackle in der College Football Hall of Fame steht und kurze Zeit in der NFL spielte. Im Jahr 2024 wurde er zum Defensive Line Coach der Tennessee Titans ernannt.

Die 2020er Saison fiel Covid19 zum Opfer, im Jahr darauf meldete sich Rocker zum Draft an. Weil er vor dem Draft keine medizinischen Tests absolvieren wollte, fiel er an #10, wo ihn die New York Mets auswählten. Beide Seiten einigten sich auch auf einen Vertrag mit einem Signing Bonus, der über dem gewöhnlichen Betrag für diese Draftposition lag – nicht umsonst trug sein Agent den Namen Scott Boras. Als die medizinische Untersuchung folgte, machten die Mets allerdings einen Rückzieher: Zu viele Fragezeichen über den Ellenbogen und die Schulter. Rocker wurde nicht gesigned, die Mets bekamen im Jahr darauf einen Ersatzpick an gleicher Stelle und Rockers sportliche Zukunft hing in der Luft. Tatsächlich benötigte er im September eine Operation an seiner Schulter und unterschrieb anschließend einen Vertrag bei einem Team in einer Independent Liga. Diese Ligen sind zwar Partnerligen der MLB, die Teams sind aber keine Minor-Affiliates der MLB Franchises.

In dieser Liga pitchte er 20 Innings, strikte 32 Batter aus und erreichte einen ERA von 1.35. Sein Fastball kratzte an den 99kmh. Das reichte den Texas Rangers im 2022er Draft, um ihn an Nr. 3 overall auszuwählen. Erst ein Jahr zuvor wählten die Rangers Jack Leiter, den Sohn von Al Leiter an #2 overall, welcher zusammen mit Rocker bei Vanderbilt einen legendären 1-2 Punch in der Rotation bildete. In den niedrigsten Minor Leagues sollte er langsam herangeführt werden, doch schon ein Jahr später, im Mai 2023, schlug das Pech erneut zu: Ein gerissenes Band im Ellenbogen bedeutete die unter Pitchern gefürchtete Tommy John Surgery und ein Jahr Pause.

Nachdem er seine Reha erfolgreich absolvierte, ging es in der Saison 2024 besonders schnell: Ein paar Kurzeinsätze in Rookie Ball, dann zum Double-A Team und von dort direkt weiter ins Triple-A Team. In insgesamt nur 29.2 gepitchten Innings über 7 Spiele gelangen ihm unfassbare 47 Strikeouts bei nur 4 Walks. Sein ERA lag unter 1 und trotz der sehr niedrigen Sample Size, trafen die Rangers die Entscheidung, ihn letzte Nacht in das Major League Team zu holen und dort gegen die Seattle Mariners zu starten.

Seine ersten beiden Pitches wurden direkt zu Singles geschlagen, aber mit zwei Strikeouts und einem Flyout kam er unbeschadet aus dem Inning. Am Ende standen 4 gepitchte Innings, bei dem er nur einen Run (Homerun) abgeben musste. Ein sehr solides Debüt und ich habe mich innerlich sehr gefreut, dass ein Spieler, den ich seit seinen Anfangstagen im College im Auge habe, jetzt tatsächlich in den Major Leagues angekommen ist.