Der Mai ist rum, ziemlich genau ein Drittel der Saison ist gespielt und damit ist es wieder Zeit für ein kurzes Update:
Gewinner
Philadelphia Phillies (30-29, Platz 3 in der NL East)

Nach dem miesen Saisonstart sind Phillies zurück in der Spur und präsentierten sich im Mai wieder als der World Series Contender, den man sich gut im Oktober vorstellen kann. Vor allem Christopher Sánchez dominierte mit 5 Starts, in denen er keinen einzigen Run kassierte und insgesamt 45 Strikeouts sammelte. Die Wild Card ist nur noch 1.5 Siege entfernt.4
Chicago White Sox (32-27, Platz 2 in der AL East)

Im letzten Update schrieb ich noch, dass die White Sox die Kurve schneller kriegen könnten, als gedacht. Nach einem Monat mit 18 Siegen und 10 Niederlagen scheint diese Aussage immer mehr zu stimmen. Die Teamchemie stimmt, alle haben Spaß und das überträgt sich beim Zugucken auch auf den Zuschauer. Mit 32-27 hat man einen besseren Record als die Cubs und steht komfortabel auf einem Wild Card Platz. Noch vor zwei Jahren holte dieses Team seinen 32. Sieg im Monat September, bei einer Bilanz von 32-109.
Tampa Bay Rays (36-20, Platz 1 in der AL East)

Die Yankees? Die Blue Jays? Die Orioles? Oder doch die Red Sox? Das sind vermutlich alles Teams, die man im Rennen um den Divisionsieg vor Tampa gesehen hat. Nach einem Drittel der Saison ist sind es aber einmal mehr die Small Ball Masterminds aus Florida, die mit dem besten Record der American League auf Platz 1 stehen. Dabei besteht das Lineup nur aus drei starken Sluggern mit Junior Caminero, Yandy Diaz und Jonathan Aranda, der Rest des Teams hat seine Stärken nicht unbedingt am Schlag. Aber mit Speed Demon Chandler Simpson, einem starken Pitching Staff und immer dem richtigen taktischen Plan holen die Rays Sieg um Sieg und haben sich so eine sehr gute Ausgangsposition für einen Playoffeinzug herausgeholt.
Verlierer
Chicago Cubs (32-28, Platz 4 in der NL Central)

Die Cubbies erlebten einen ziemlichen Horrormonat. Zwischenzeitlich verlor man 10 Spiele am Stück, eine Serie die mit einer Niederlage bei den Crosstown Rivals von der Southside begann. Der erste Platz in der Division verwandelte sich somit in den vierten Rang und müsste man die „Vibes“ die ein Team versprüht ranken, so wären die Cubs zurzeit ziemlich weit unten anzusiedeln. Aber vielleicht ist die „streakyness“ in der Natur dieses Teams, schließlich konnte man zuvor auch schon zwei Serien mit 10 ungeschlagenen Spielen am Stück hinlegen. Es bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend in der NL Central.
Detroit Tigers (22-38, Platz 5 in der AL Central)

Vielleicht der größte Verlierer der bisherigen Saison: Trotz teurer Verpflichtungen in der Offseason, trotz Rookie des Jahres Anwärter Kevin McGonigle der das Team mit 3.2 WAR anführt, trotz aller Erwartungen als World Series Contender stehen die Tigers mit der schlechtesten Bilanz aller MLB Teams am untersten Ende der Tabelle. Selbst die Colorado Rockies sind zumindest nicht schlechter. Der Monat Mai war mit 6 Siegen und 21 Niederlagen katastrophal und mit jeder weiteren Niederlage steigt die Spannung, ob Detroit tatsächlich zum Verkäufer werden könnte und Tarik Skubal weggeben wird.
Kansas City Royals (22-37, Platz 4 in der AL Central)

Spricht man von Enttäuschungen, kommt man auch um die Royals nicht herum. Die Guardians und White Sox sind mittlerweile 11 bzw. 10 Siege entfernt, bis auf Bobby Witt Jr. kommt keiner der Spieler auch nur ansatzweise an sein Leistungsniveau heran. Die eigentlich starke Rotation ist durch Verletzungen und Formschwäche gebeutelt und kann das Team zurzeit nicht zum Erfolg tragen. In dieser Verfassung ist Kansas City kein Anwärter auf die Playoffs.
Players of Note
Jacob Misiorowski (Starting Pitcher, Milwaukee Brewers)

Ich habe Christopher Sanchez und seine Statistiken erwähnt. Mit seinem Monat kann nur The Miz mithalten, der in 6 Starts nur 14 Hits und einen Run kassierte, dabei 57 Batter ausstrikte und seinen Season ERA auf 1.65 verbesserte. Wenig verwunderlich, dass die Brewers 5 von 6 seiner Starts gewinnen konnten und mit einer Bilanz von 35-21 die Führung in der NL Central übernehmen konnten. Dabei bricht er wieder einmal allerlei Geschwindigkeitsrekorde. So warf er zuletzt 40 Pitches mit 101+mph in einem Spiel. Seit 2008 gibt es überhaupt nur drei Starting Pitcher, die in ihrer gesamten Karriere so viele schnelle Pitches warfen. Gegen die Astros warf er zu Beginn des Spiels 20 Fastballs am Stück, weil er gepaart mit seiner Genauigkeit quasi unhittable ist. Bleibt zu hoffen, dass sein Ellenbogen heile bleibt und wir ihn dieses Jahr in den Playoffs genießen dürfen.
Tarik Skubal (Starting Pitcher, Detroit Tigers)

Die Gerüchteküche fängt langsam an zu brodeln: Nachdem Skubal einen kleinen Eingriff an seinem Ellenbogen hatte, wird er für Mitte Juni zurück in der Rotation erwartet. Bis nicht endgültig klar ist, wie seine Reha verläuft, wird kaum ein Team das Risiko eingehen wollen, ihn in seinem letzten Vertragsjahr zu ertraden. Gleichzeitig sinkt sein Wert mit jedem Tag der vergeht, denn damit verringern sich auch die Einsätze, die Skubal für sein potentiell neues Team absolvieren könnte. Wann ziehen die Tigers die Reißleine? Oder werden sie bis zur letzten Sekunde hoffen, dass sie doch noch die Playoffs erreichen können, ihn halten und am Ende der Saison als Free Agent verlieren? Ein potentieller Trade Partner wäre – wie sollte es anders sein – natürlich die LA Dodgers.
Ben Rice (First Base, New York Yankees)

Auf dem Leaderboard für OPS+ (On Base Percentage + Slugging) finden sich einige illustre Namen. Yordan Alvarez, Munetaka Murakami oder Mike Trout gehören dazu. Auch jüngere, heranwachsende Superstars wie James Wood & CJ Abrams (Washington Nationals), Drake Baldwin (Atlanta Braves), Nick Kurtz (Athletics) oder Jordan Walker (St. Louis Cardinals) sind Teil der Liste. Aber auf Platz 1 steht Ben Rice, der 27-jährige Late Bloomer, der in seiner dritten Saison den endgültigen Durchbruch zum Top Slugger zu schaffen scheint und damit das Lineup um Aaron Judge nur noch gefährlicher macht. 17 Homeruns in 51 Spielen setzen ihn auf eine Pace von ungefähr 50 Homeruns für das gesamte Jahr.
Pirates Watch

Der Mai verlief in Wellen. Nachdem man verletzungsbedingt auf den zweitbesten Offensivspieler in Ryan O’Hearn verzichten musste, verlor man zwischenzeitlich 8 von 10 Spielen und geriet somit genau an die .500er Marke. Glücklicherweise entpuppten sich andere Spieler als echte Verstärkung: Rookie Shortstop Konnor Griffin hat sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten langsam an die MLB akklimatisiert und überzeugt vor allem mit seinem wahsinnigen Speed auf den Bases. First Baseman Spencer Horwitz spielt mit 28 Jahren seine bisher beste Saison. Bis auf Catcher und DH haben alle Spieler im Lineup einen OPS+ Wert von über 100. MVP ist und bleibt aber 2nd Baseman Brandon Lowe, der einen wichtigen Homerun nach dem anderen schlägt und sein Team teilweise im Alleingang auf die Siegerstraße bringt. Mit Jared Jones kehrt zudem ein Starter zurück, von dem man sich viel erhofft, der nach einer Ellenbogenoperation aber zuletzt 2024 pitchte. Ryan O’Hearn meldete sich gestern mit einem Homerun von der IL zurück und mit einer Bilanz von 32-28 steht man sehr gut da, die Run Differenz von +31 ist die fünftbeste der Liga. Wenn man bis zur Deadline noch eine Lösung für DH, Catcher und Reliever findet, dann sollten die Playoffs machbar sein.